Stromnetz

Hinterstein: Erdkabel ersetzt Freileitung

Fachleute haben den alten Mastkopf, die sogenannte Traverse, bei Hinterstein demontiert und eine neue Traverse auf den Mast gesetzt, von der künftig Leiterseile nur noch in eine Richtung abgehen werden. In der anderen Richtung wird das Erdkabel angeschlossen.

Fachleute haben den alten Mastkopf, die sogenannte Traverse, bei Hinterstein demontiert und eine neue Traverse auf den Mast gesetzt, von der künftig Leiterseile nur noch in eine Richtung abgehen werden. In der anderen Richtung wird das Erdkabel angeschlossen.

Bild: LEW/Timian Hop

Fachleute haben den alten Mastkopf, die sogenannte Traverse, bei Hinterstein demontiert und eine neue Traverse auf den Mast gesetzt, von der künftig Leiterseile nur noch in eine Richtung abgehen werden. In der anderen Richtung wird das Erdkabel angeschlossen.

Bild: LEW/Timian Hop

Eine Mast-Traverse ermöglicht eine Verkabelung zwischen dem Kraftwerk Auele und Hinterstein. Was hinter dem Projekt steckt.
12.11.2020 | Stand: 13:32 Uhr

Es geht um die Verbesserung der Versorgungssicherheit und um eine bessere Anbindung des Wasserkraftwerks. So informiert die LEW Netzservice GmbH, die im Auftrag des Elektrizitätswerks Hindelang einen Mittelspannungsmast in der Nähe des Ortsteils Hinterstein umbaut. Die Mastarbeiten waren notwendig, um einen Teil der Leitungsanbindung des Wasserkraftwerks Auele bei Hinterstein (Gemeinde Bad Hindelang) von der Luft in den Boden zu verlegen.

Die Gesellschaft LEW Netzservice (Tochter der Lechwerke AG) führt Bauprojekte für andere Stromnetzbetreiber durch, wie in diesem Fall für das EW Hindelang. Bislang ist das Wasserkraftwerk über die Stromleitung an das örtliche Leitungsnetz angeschlossen. Das Kraftwerk liefert Energie für rund 1100 Haushalte. Über das Wasserkraftwerk werden laut LEW-Netzservice zudem einige Berghütten versorgt und damit die dort früher verwendeten Dieselaggregate ersetzt.

(Lesen Sie auch: Testfahrt im steilen Allgäuer Gelände: Schafft ein Wasserstoff-Bus auch Bergstrecken?)

"Die notwendigen Entholzungsarbeiten sind aufwendig und schwierig"

Ein Teil der bisherigen Freileitung zwischen Auele und Hinterstein verläuft über einen steilen Berghang. „Die dafür notwendigen Entholzungsarbeiten, um Masten und Leiterseile dauerhaft von Ästen und größeren Pflanzen freizuhalten, sind aufwendig und schwierig“, heißt es in der LEW-Netzservice-Pressemitteilung. Deshalb ersetze das EW Hindelang diesen Freileitungsabschnitt nun durch ein Erdkabel, das um den Berg herumführt.

Damit das Erdkabel später an die Freileitung angeschlossen werden kann, müsse einer der Betonmasten entsprechend umgebaut werden: Dieser Mast soll künftig als Endmast dienen und mit dem Erdkabel verbunden werden. Die Vorarbeit dazu wurde im Oktober beendet. Die Netz-Experten haben den alten Mastkopf, die sogenannte Traverse, demontiert und eine neue auf den Mast gesetzt. Von dieser werden die Leitungen künftig nur noch in eine Richtung abgehen. Denn in die andere Richtung wird verkabelt.

Derzeit bleiben alle Stromseile überirdisch befestigt

Derzeit aber bleiben laut LEW Netzservice alle Stromseile überirdisch befestigt, damit die Leitung weiterbetrieben werden kann, und zwar so lange, bis das Erdkabel angeschlossen wird.

Sobald das Kabel in Betrieb ist, baut das EW Hindelang die nicht mehr benötigten Strommasten bis zum Wasserkraftwerk Auele ab. „Die Stromkunden in der Region spüren von den Arbeiten nichts, die Stromversorgung ist zu jeder Zeit gesichert“, betonen die Verantwortlichen.