Ein Angebot für Kinder

Immenstadt: Schwimmkurse sollen Kinder vor Ertrinken retten

Kinder Schwimmkurs Hallenbad Ichenhausen

Weil die Hallenbäder wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind, gibt es auch keine Kinder-Schwimmkurse mehr. Damit Grundschüler trotzdem Schwimmen lernen, will die Stadt Immenstadt jetzt Intensivkurse anbieten.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Weil die Hallenbäder wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind, gibt es auch keine Kinder-Schwimmkurse mehr. Damit Grundschüler trotzdem Schwimmen lernen, will die Stadt Immenstadt jetzt Intensivkurse anbieten.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Corona hat das Schwimmtraining für Schüler verhindert. Damit die Kleinen sicherer im Wasser werden, will Immenstadt den Schwimmunterricht finanziell fördern.
23.04.2021 | Stand: 11:49 Uhr

Schwimmvereine, Wasserwacht und Lehrer warnen immer wieder davor: Weil es wegen Corona keine Schwimmkurse gibt, steigt die Gefahr, dass Kinder nicht mehr ausreichend Schwimmen lernen und womöglich beim Baden ertrinken. Das will die Stadt Immenstadt verhindern. Die Stadträte diskutierten jetzt im Hauptausschuss, einen Schwimmunterricht für Grundschüler anzubieten und diesen auch finanziell zu fördern. Manche plädierten sogar dafür, die Schwimmkurse kostenlos zu machen. In den Monaten Juni und Juli sollen so über 100 Kinder in Intensiv-Kursen, die zwei Wochen dauern, das Schwimmen erlernen. Vorausgesetzt das Immenstädter Freibad – oder sogar das Hallenbad – darf in diesen Monaten öffnen.

Das Angebot haben sich die Stadtverwaltung, die Stadtwerke sowie der Freibad-Kioskbetreiber und Stadtrat Hannes Blaschke ausgedacht. Die Stadträte im Hauptausschuss zeigten sich davon begeistert. Trotz langer Diskussion kamen sie aber nicht überein, ob der Schwimmunterricht kostenlos angeboten wird. Dafür sollen die Stadtwerke erst weitere Fragen klären. Bisher werden die Ausgaben auf 7000 Euro geschätzt. Kostenfrei soll jedoch der Eintritt für Kinder zwischen Pfingsten und den Sommerferien unter der Woche sein. „Voraussetzung ist natürlich, dass wir in der Corona-Pandemie unsere Bäder überhaupt öffnen dürfen“, sagte Bürgermeister Nico Sentner. Weil das im Moment niemand für die kommenden Monate vorhersagen könne, planten die Stadtwerke derzeit so, als wäre alles möglich. Entscheiden müsse man dann kurzfristig.

Zwischen Pfingsten und den Sommerferien

Der Schwimmunterricht soll von Montag bis Freitag mit einer Stunde am Nachmittag erfolgen. Pro Kind sind zehn Stunden Unterricht über zwei Wochen hinweg vorgesehen. Zwei Kleingruppen mit je sechs Kindern sollen parallel abgehalten werden – täglich drei mal zwei Gruppen. Verteilt auf die Zeit zwischen den Pfingst- und den Sommerferien könnten maximal 108 Kinder die Schwimmkurse besuchen. „Wir wollen damit ein Signal senden“, sagte Sentner: „Wir hoffen, dass auch andere Kommunen mit Bädern dem Beispiel folgen.“

Wer den Unterricht durchführen soll – da gibt es mehrere Möglichkeiten: „Am besten – weil wetter- und temperaturunabhängig – wäre es, die Kurse ins kleine Nichtschwimmerbecken des Hallenbads zu verlegen“, erläuterte Sentner. Natürlich nur unter der Voraussetzung, „es ist coronakonform“. Im Hallenbad wäre die Schwimmabteilung des TV Immenstadt bereit, die Übungsleiter zu stellen, berichtete der Bürgermeister von einer Absprache mit dem Verein.

Wird der Unterricht im Freibad abgehalten, kümmern sich die Stadtwerke um die Trainer. Blaschke wies darauf hin, dass es bereits erfahrene Schwimmlehrer in der Stadt gebe, „die sicher eine lange Warteliste haben“. Außerdem soll in den Grundschulen bei den Schüler dafür geworben werden. Wie der Stadtrat berichtete, habe ihm der Leiter der Immenstädter Grundschule auf Anfrage erzählt, dass etwa die Hälfte seiner Schüler nicht schwimmen könne. Wird im Freibad unterrichtet, werde der Kauf von Neopren-Anzüge geprüft.

Die Hauptsaison startet am 22. Mai

Laut Marion Burkert, kaufmännische Leiterin der Stadtwerke, sei angedacht, das Freibad in einer Vorsaison ab 1. Mai zu öffnen – mit eingeschränkten Zeiten, ohne beheizte Becken und zu halben Eintrittspreisen. Die Hauptsaison soll dann ab Pfingstsamstag, 22. Mai, beginnen. „Voraussichtlich werden wieder die gleichen Vorschriften und Begrenzungen gelten wie in der Corona-Saison 2020“, sagte Burkert (siehe Infokasten).

Dafür wollen die Stadtwerke und Blaschke den Besuchern in diesem Jahr aber mehr bieten. Unter dem Motto „Immenstadt bewegt sich“ sollen Vereine und Fitnessclubs die Chance erhalten, sich zu präsentieren, und den Badegästen Mitmach-Angebote ermöglichen. Der Tischtennisverein könne Platten aufstellen, die Volleyballer zum Mitspielen auffordern und das Fitness-Studio Geräte zum Ausprobieren animieren. „Eine Win-win-Situation für beide Seiten“, sagt Blaschke: Die Vereine könnten Mitgliederwerbung betreiben und das Freibad erhöhe die Attraktivität. Geplant seien zudem Schwimmwettbewerbe.

Lesen Sie dazu auch:

Rettungsschwimmer schlagen Alarm: "Wegen Corona verlieren wir zwei Jahre"

.