Hauptversammlung: Kleinwalsertaler Bergbahn AG zieht Bilanz

Kanzelwandbahn im Kleinwalsertal: Siebenstelliger Verlust im Lockdown-Winter

Walser Bergbahnen

Gute Aussichten im Kleinwalsertal: Die Kanzelwandbahn darf wieder Gäste befördern. Doch die Verluste aus dem vergangenen Winter belasten das Unternehmen schwer.

Bild: Jennifer Tautz

Gute Aussichten im Kleinwalsertal: Die Kanzelwandbahn darf wieder Gäste befördern. Doch die Verluste aus dem vergangenen Winter belasten das Unternehmen schwer.

Bild: Jennifer Tautz

Bergbahn-Vorstände hoffen, dass ein starker Sommer die Defizite verringern kann. Dennoch erwarten sie das schwerste Geschäftsjahr der Firmengeschichte.
13.06.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Die Seilbahnen in Oberstdorf und dem Kleinwalsertal sind nach monatelangem Lockdown wieder in Betrieb. Dennoch blickte der Vorstand der Kleinwalsertaler Bergbahn AG (KBB) bei der Hauptversammlung der Gesellschaft auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2019/2020 zurück.

„Auch, wenn das Umfeld aufgrund von Corona für den Betrieb schwierig war und ist, können wir zeigen, was für uns Unternehmensgeist, Teamarbeit und partnerschaftliches Miteinander bedeuten“, äußerte sich Vorstand Andreas Gapp in einer Mitteilung des Unternehmens optimistisch. Trotz der weltweiten Pandemie und dem frühzeitigen Wintersaisonende seien im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse mit mehr als 8 Millionen Euro weiterhin auf einem stabil hohen Niveau geblieben. Auf das Gesamtjahr gesehen sind die Bergbahnen trotz Corona bedingten Betriebsausfällen mit der erreichten Nachfrage von 360 000 Gästen zufrieden. 2018/2019 nutzen 409 000 Besucher die Kanzelwandbahn.

Aus für die Wintersaison ein "herber Schlag"

Dennoch hat der Stillstand der vergangenen Monate das Walser Unternehmen getroffen: „Dass wir trotz des bewährten Sommer-Hygienekonzeptes, das für den Winter 2020/2021 weiterentwickelt wurde, nicht als Bergbahnverbund in die Wintersaison starten konnten, war ein herber Schlag für uns“, sagt Andreas Gapp. Um den Sonderstatus des Kleinwalsertals zu wahren, habe man die Entscheidungen der Bayerischen Landesregierung mitgetragen.“, erklärt Gapp „Wir können heute schon sagen, dass das Geschäftsjahr 2020/21 eines der schwersten unserer Firmengeschichte werden wird. Das zeigt sich deutlich dadurch, dass auch ein hoffentlich sehr guter Sommer den siebenstelligen Verlust des vergangenen Winters keinesfalls auffangen kann.“

Trotz Bergbahn-Stillstand verschiedene Projekte umgesetzt

Der Stillstand der Bergbahnen habe jedoch nicht zu einem Stillstand im Unternehmen geführt, erklären die KBB-Vorstände im Rahmen der Hauptversammlung. „Wir haben mit viel Motivation weitergearbeitet, Projekte vorangetrieben und früher als geplant abgeschlossen“, erklärt Gapps Vorstandskollege Johannes Krieg. Mit dem vorverlegten Startschuss für die Rundumerneuerung der Nebelhornbahn im Mai 2020, die im Frühjahr 2021 fertiggestellt wurde, dem Ausbau der Shared-Service-Leistungen der Kleinwalsertaler Bergbahn AG innerhalb des Bergbahnen-Verbundes sowie der technischen Neuerungen bei der Fellhorn-Gipfelbahn blicken die heimischen Bergbahnen auf ein tatkräftiges Geschäftsjahr zurück.

Seltener Maus auf der Spur

Zudem seien neue Pilotprojekte ins Leben gerufen worden: „Im Zuge von ökologischen Vorarbeiten für die Gestaltung einer autonomen Beschneiung am Fellhorn wurden im Umfeld des Kanzelwandhauses das Vorkommen der geschützten Waldbirkenmaus festgestellt“, erklärt Johannes Krieg weiter. Zusammen mit Experten des Landesamts für Umwelt (LFU), des Landratsamts Oberallgäu und der Regierung von Schwaben gehe man nun der Frage auf den Grund, inwieweit sich das Tier im Gebiet Fellhorn niedergelassen hat und ob es artenschutzgerechte Möglichkeiten für eine Umsiedlung gibt.

Parkleitsystem installiert

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Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde zudem das Projekt „intelligentes Parkleitsystem“ gestartet, das im Sommer in Betrieb ging. „Der Gast kann bereits vor Ankunft über unsere Webseiten die aktuelle Parksituation in Oberstdorf und dem Kleinwalsertal abrufen – mit aktuellem Status und Live-Auslastungszahlen“, erklärt Vorstand Krieg. „Damit lenken wir zielgerichtet zu freien Parkflächen und minimieren die Mehrbelastung durch Autofahrer.“

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