Kirchenrenovierung

Nächste Woche soll in Fischen das Gerüst in St. Verena fallen

In der Kirche St. Verena in Fischen sind die Renovierungsarbeiten zum großen Teil erledigt. Das Gerüst soll nächste Woche abgebaut werden.

In der Kirche St. Verena in Fischen sind die Renovierungsarbeiten zum großen Teil erledigt. Das Gerüst soll nächste Woche abgebaut werden.

Bild: Günter Jansen

In der Kirche St. Verena in Fischen sind die Renovierungsarbeiten zum großen Teil erledigt. Das Gerüst soll nächste Woche abgebaut werden.

Bild: Günter Jansen

Die Renovierung von Dach und Innenraum der Kirche in Fischen ist fast fertig. Die Handwerker sollen bis Weihnachten ihre Koffer gepackt haben. Was bis dahin geschieht.

16.08.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Ob die Idee wirklich so gut war? Vor etwa 200 Jahren gefiel einem Pfarrer in Fischen die flache Kassettendecke in St. Verena nicht mehr. Und er ließ eine Gewölbedecke einziehen. Allerdings übte die Neukonstruktion einen gewaltigen Druck auf die Außenmauern aus, die daraufhin etwa 50 Jahre später von außen mit mächtigen Pfeilern gesichert werden mussten. Eine auf Dauer wohl recht fragile Statik, wie vor ein paar Jahren bei einer Prüfung festgestellt wurde. Im Juli 2019 begannen daher die Renovierungsarbeiten. Kirchenpfleger Bernhard Graf hat sie genau mitverfolgt.

Der 25-jährige Student aus Bolsterlang, der zur Zeit an der Hochschule Kempten seinen Master in Wirtschaftsingenieurwesen vorbereitet, versieht das Ehrenamt seit Anfang 2019 – in enger Zusammenarbeit mit dem Pfarrer Pater Joshy Palakunnel. Zwar habe die gewagte Dachkonstruktion 150 Jahre gehalten und könnte auch noch weitere 50 Jahre bestehen, aber den Statik-Experten war das zu unsicher, erzählt Graf. Und die Kirchenverwaltung beschloss, die Gelegenheit der Standsicherung und das Gerüst auch für eine Innenrenovierung zu nutzen.

Um die Außenmauern zu entlasten, „zogen“ die Architekten die Balken mit einer Stahlkonstruktion nach oben, die unter dem First verankert wurde. Danach begannen im Mai dieses Jahres die künstlerischen Arbeiten im Innenraum. Der Kirchenmalermeister Gebhard Eyerschmalz aus Probstried unterzog zunächst die Wände, Altäre und Heiligenfiguren einer gründlichen Reinigung. „Jetzt glänzt auch das Blattgold wieder sehr schön“, freut sich der Kirchenpfleger, der nebenbei in seinem Heimatort auch noch Kassier im Trachtenverein und Gruppenführer bei der Feuerwehr ist.

Decke und Wände wurden neu geweißelt, bevor Malermeister Eyerschmalz neue Farben auftrug. Die Arbeiten sind laut Graf so gut wie beendet. Nächste Woche soll das Gerüst abgebaut werden. Dann werden noch die Sitzbankheizung und die Elektroinstallation auf den neuesten Stand gebracht. Im Herbst, „definitiv zu Weihnachten“, werden die Handwerker ihre Koffer gepackt haben. Trotz der Arbeiten konnten – bis auf die Corona-Pause – alle Gottesdienste stattfinden, berichtet der Kirchenpfleger. Ob es nach der Renovierung einen größeren Festgottesdienst gibt, sei noch offen. Derzeit dürften sich nur etwa 70 Personen gleichzeitig in der Kirche aufhalten.

450 000 Euro Kosten

Die Gesamtkosten der Renovierung betragen 450000 Euro. Die Diözese Augsburg trägt davon 60 Prozent. Die Gemeinden Fischen und Bolsterlang beteiligen sich zusammen mit zehn Prozent. Spendenaktionen waren zwar schon recht erfolgreich, derzeit fehlen aber noch 30000 Euro. Die Kirchenverwaltung bittet also weiter um Spenden.

 

Das Spendenkonto für die Innenrenovierung in St. Verena: Allgäuer Volksbank, IBAN DE13 7339 0000 8700 8102 07.