55-Millionen-Projekt in Oberstdorf

Noch immer kein Mittel gegen Pfeifgeräusche der Nebelhornbahn

Seit März 2021 ist die neue Nebelhornbahn in Oberstdorf fertig. Wegen des Corona-Lockdowns dauerte es aber bis 22. Mai, bis die ersten Gäste mit der modernen Anlage auf den Berg fahren konnten.

Seit März 2021 ist die neue Nebelhornbahn in Oberstdorf fertig. Wegen des Corona-Lockdowns dauerte es aber bis 22. Mai, bis die ersten Gäste mit der modernen Anlage auf den Berg fahren konnten.

Bild: Ulrich Weigel

Seit März 2021 ist die neue Nebelhornbahn in Oberstdorf fertig. Wegen des Corona-Lockdowns dauerte es aber bis 22. Mai, bis die ersten Gäste mit der modernen Anlage auf den Berg fahren konnten.

Bild: Ulrich Weigel

Die Oberstdorfer Bergbahn fährt wegen des Neubau-Projekts einen Milllionen-Verlust ein. Zufrieden sind die Verantwortlichen trotzdem. Nur ein Problem bleibt.
30.05.2022 | Stand: 18:43 Uhr

Einen Großteil des Geschäftsjahres 2020/21 musste die Nebelhornbahn AG wegen des Neubaus ohne Bergbahn auskommen. 55 Millionen Euro hat das Unternehmen in die modernen Großraum-Kabinen investiert. Aufsichtsrat und Vorstand zeigten sich bei der virtuellen Hauptversammlung der Gesellschaft zufrieden, obwohl die Bilanz einen Verlust von 3,4 Millionen Euro auswies. „Dieser Verlust ist kein Resultat schlechter Arbeit, sondern Folge des Neubaus“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Michael Lucke. So sahen es auch die Aktionäre, die mit 99 Prozent der Stimmen Vorstand sowie Aufsichtsrat entlasteten und dafür votierten, den Verlust ins neue Geschäftsjahr zu übertragen.

358.000 Gäste im Sommer

Seit die neue Nebelhornbahn Ende Mai 2021 in Betrieb gehen konnte, entwickelten sich die Zahlen positiv. 358.000 Gäste sorgten im Sommer für einen Umsatz von 7,9 Millionen Euro, was aber den Ausfall der Wintersaison nicht ausgleichen konnte. „Der Premierensommer war sehr erfolgreich“, sagte Vorstand Henrik Volpert. „Das Feedback der Gäste war überragend.“ Der positive Trend bestätigte sich auch in der ersten Wintersaison der neuen Bahn. So rechnet der Vorstand bei einem normalen Saisonverlauf mit mehr als 500.000 Gästen für das laufende Geschäftsjahr 2021/22.

Nebengeräusche bereiten weiter Probleme

Weiter Probleme bereiten die Nebengeräusche der Bahn im Bereich des Wohngebiets an der Talstation. Gemeinsame Bemühungen mit dem Seilbahnhersteller hätten erste Verbesserungen gebracht, seien aber noch nicht abgeschlossen. „Wir konnten feststellen, wo das Geräusch entsteht“, sagte Vorstand Johannes Krieg. Gerne hätte man zur Hauptversammlung einen Erfolg vermeldet, fügte er hinzu.

Aber das sei auch nach Abschluss der aktuellen Revision nicht gelungen. „Wir werden alles daran setzen, die hohen Betriebsgeräusche zu minimieren.“ Wie berichtet entsteht ein Pfeifen, wenn die Nebelhornbahn-Kabinen mit voller Geschwindigkeit unterwegs sind. Das Geräusch ist lauter als im Genehmigungsbescheid vorgesehen. Darum fährt die Bahn derzeit nur mit reduziertem Tempo.

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