Wirtschaftsminister in Oberstdorf

„Diese Bergbahn muss auch im Winter fahren“ - Hubert Aiwanger eröffnet neue Söllereckbahn

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (links im Bild mit Bergbahn-Chef Henrik Volpert) war zur Eröffnung der Söllereckbahn nach Oberstdorf gekommen.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (links im Bild mit Bergbahn-Chef Henrik Volpert) war zur Eröffnung der Söllereckbahn nach Oberstdorf gekommen.

Bild: Ralf Lienert

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (links im Bild mit Bergbahn-Chef Henrik Volpert) war zur Eröffnung der Söllereckbahn nach Oberstdorf gekommen.

Bild: Ralf Lienert

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verspricht bei der Segnung der neuen Söllereckbahn in Oberstdorf, gegen einen erneuten Tourismus-Lockdown zu kämpfen.
30.07.2021 | Stand: 17:05 Uhr

Der Betrieb der neuen Söllereckbahn hat Fahrt aufgenommen. Zahlreich strömten die Wanderer am Donnerstag zu den neuen Zehner-Kabinen und nur noch wenig Parkplätze waren frei. Fünf Monate mussten die Verantwortlichen der Oberstdorfer Bergbahn AG warten, bis sie an Pfingsten die moderne Anlage in Betrieb nehmen konnten. Jetzt wurde der Festakt zur Eröffnung nachgeholt und die neue Bergbahn gesegnet.

„Ich kann mich gar nicht sattsehen, wie die Gondeln rauf- und runterfahren“, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der zur Einweihung nach Oberstdorf gekommen war. „Und das muss auch so bleiben“. Der Freie-Wähler-Politiker versprach Bergbahn-Vorstand Henrik Volpert und den anwesenden Aufsichtsräten und Kapitalgebern, sich dafür einzusetzen, dass es im kommenden Winter nicht erneut zu einem Stillstand der Bahn kommen sollte. Tourismusunternehmen dürften nicht erneut in den Lockdown geschickt werden. „Meine Zusage haben Sie, dass wir alles tun, dass auch im Winter die Gondeln weiter fahren werden“, sagte Aiwanger. „Seilbahnen sind Ganzjahresbetriebe.“

Neubau der Söllereckbahn in Oberstdorf: Staatlicher Zuschuss von 7,7 Millionen Euro

Der Freistaat unterstützt den Neubau der Söllereckbahn in Oberstdorf mit 7,7 Millionen Euro. Das Skigebiet wird für 42,9 Millionen Euro bis 2022 schrittweise modernisiert. Auch die Beschneiungsanlage wird erneuert und der Speicherteich erweitert. „Diese Investition ist ein Glücksfall für die Region“, sagte Aiwanger. Der zusagte, die Seilbahnen auch in Zukunft fördern zu wollen.

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Die neue Söllereckbahn in Oberstdorf

Bergbahn-Vorstand Henrik Volpert erinnerte daran, dass die Bahn schon im Dezember 2020 fertig gewesen wäre. „Statt eines florierenden Wintergeschäfts ging es für uns in den Lockdown und für unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit“, sagt Volpert. „Der Totalausfall des Winters hat unsere Branche hart getroffen und Narben hinterlassen.“ Die Bergbahnen in Bayern hätten durch den Stillstand einen Verlustschaden von 45 Millionen Euro erlitten. „Das darf sich nicht wiederholen“, forderte der Bergbahn-Vorstand. „Wir brauchen schon jetzt eine Perspektive und Planungssicherheit für den Winter.“

Die Erfahrungen aus Österreich und der Schweiz – wo ein Skibetrieb im vergangenen Winter möglich war – hätten gezeigt, dass die Hygienekonzepte greifen. „Es ist nicht zu Hotspots oder Infektionen gekommen.“ Der OBB-Vorstand mahnte, auch die Kinder nicht aus dem Blick zu verlieren, für die es teilweise noch gar keine Impfangebote gebe: „Lassen Sie nicht zu, dass die Familien wieder zu den Leidtragenden werden“, richtete sich Volpert an die anwesenden Politiker. (Lesen Sie auch: Söllereckbahn: Modernisierung mit neuer Zehner-Kabinenbahn)

Landrätin will dafür kämpfen, dass Bergbahnen offen bleiben

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„Wir werden dafür kämpfen, dass die Bergbahnen geöffnet bleiben können“, versprach auch Landrätin Indra Baier-Müller, sich für den Tourismus einzusetzen. Es sei zwar zu erwarten, dass durch die Virusvarianten die Corona-Zahlen erneut steigen. Aber das dürfe nicht wieder zu Betriebsschließungen führen. Die Region habe im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro an Wertschöpfung durch den Tourismus verloren.

Die neue Söllereckbahn sei ein „Aushängeschild für die Region“, sagte Baier-Müller. „Modernisierungen im Bestand schützen Ressourcen und sichert die Zukunft von heimischen Unternehmen.“ Die neue Söllereckbahn ist die dritte Anlage auf der gleichen Trasse, auf der seit 70 Jahren Gäste auf den Berg befördert werden. Auch Oberstdorfs Bürgermeister Klaus King hob die Bedeutung der Modernisierung des Ski- und Wandergebiets hervor. „Die Bergbahn ist ein wichtiger Baustein für den touristischen Erfolg der Gemeinde.“ (Lesen Sie auch: Neue Söllereckbahn stand monatelang still)

Lesen Sie auch: Bergbahnchef über die Entscheidung zur Skisaison-Absage: "Wir waren massiv unter Feuer"