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Oberallgäuer Tourismus: Noch mehr Service wird digital

OATS

Die Geschäftsführer Ulrich Hüttenrauch (Oberallgäu Tourismus Service, rechts) und Benjamin Bichler (Alpsee-Grünten-Tourismus) sehen eine Erleichterung für Gastgeber, wenn Urlauber per Online-Check-in ihren Meldeschein selbst ausfüllen.    

Bild: Ulrich Weigel

Die Geschäftsführer Ulrich Hüttenrauch (Oberallgäu Tourismus Service, rechts) und Benjamin Bichler (Alpsee-Grünten-Tourismus) sehen eine Erleichterung für Gastgeber, wenn Urlauber per Online-Check-in ihren Meldeschein selbst ausfüllen.    

Bild: Ulrich Weigel

Wenn Übernachtungsgäste ihre Daten schon vor dem Check-in per Internet selbst erfassen, müssen Vermieter keine Meldung mehr ausfüllen. Die OATS plant noch mehr.

04.06.2020 | Stand: 12:11 Uhr

Digitale Services können Gastgeber entlasten und Urlaubern bei der Gestaltung entspannter Tage helfen – auch bei der Frage, wo sie ein schönes Restaurant in der Nähe finden, das offen ist. Nach vielen Vorbereitungen nimmt das Digitalisierungsprojekt der OATS (Oberallgäu Tourismus Service GmbH) an Fahrt auf. Immer häufiger nutzen Gäste bereits den neuen Online-Check-in. So gaben allein in den vergangenen Wochen 5956 Urlauber bei 364 verschiedenen Gastgebern ihre Meldeschein-Daten vor Anreise selbst ein, sagt OATS-Geschäftsführer Ulrich Hüttenrauch.

Warum das für tausende Vermieter interessant ist? Der Online-Check-in entlaste die Rezeptionen von Meldeschein-Formalitäten, erklärt Benjamin Bichler, Geschäftsführer von Alpsee-Grünten-Tourismus (AGT). Das sei gerade in Zeiten von Corona eine Möglichkeit, schon bei der Anmeldung die Kontakte an der Rezeption zu reduzieren. Zudem sparten Vermieter so Zeit. Und eine schnellere Abwicklung zu Hauptanreisezeiten beugt Warteschlangen und Gästeärger vor. Damit und mit dem „Infomodul“ können sich Vermieter laut Bichler innovativ darstellen und für ihre Internetseiten mit wenig Aufwand einen großen Qualitätssprung schaffen. Das besagte Infomodul ist eine Art Mini-Reiseführer. Es liege an den Gastgebern, die neuen Möglichkeiten zu nutzen, sagt Hüttenrauch.

Das Projekt „Digitalisierung der Allgäu-Walser-Card“ läuft seit mehreren Jahren. Schnell stellte sich nach dem Start 2017 heraus, dass die Arbeiten weit umfangreicher sind als anfangs gedacht. Das lag laut Hüttenrauch unter anderem daran, dass im Hintergrund laufende Computersoftware neu programmiert werden musste, weil sich die technischen Möglichkeiten seit den Anfängen der elektronischen Gästekarte eben rapide weiterentwickelt haben. Zudem musste man die Umstellung der Systeme vorsichtig vorantreiben, um Störungen im laufenden Betrieb zu vermeiden.

Aktuell arbeiten 5213 Gastgeber mit der Allgäu-Waser-Card-Software, darunter 1800 mit umfassenden Inclusive-Angeboten. Dazu kommen laut Hüttenrauch 750 Verkaufsstellen. Allein die machen demnach im Jahr mit dem Allgäu-Walser-Card-System um die 3,8 Millionen Euro Umsatz mit Skipässen, ÖPNV-Tickets und anderem.

Für den Online-Check-in hat die OATS nach einer Testphase rund 1400 Gastgeber freigeschaltet. In der Ferienregion Alpsee-Grünten steht das Angebot bereits allen zur Verfügung, die einen Servicevertrag mit der AGT geschlossen haben. In Oberstaufen und Bad Hindelang gibt es den Service für alle Vermieter kostenlos (die Marktgemeinden zahlen), weil dort die Online-Meldung an die Touristinfo vorgeschrieben ist. In Bad Hindelang können den Online-Check-in sogar Besitzer von Zweitwohnungen benutzen, die diese auch vermieten.

Touristiker wie Urlauber dürfen sich auf den Herbst freuen: Im September erscheint eine Handy-App, die viele neue Funktionen bündelt. Mittelfristig könnten auf Handys gespeicherte QR-Codes an vielen Stellen die bisherigen Chipkarten ersetzen. Nicht vorgesehen ist das laut Hüttenrauch bei Skikarten. Denn das Herumhantieren mit dem Smartphone in Handschuhen ist eher blöd; zudem setzt die Kälte den Akkus zu.