Overtourism in Pandemie-Zeiten

Oberstaufener Tourismuschefin: "Kommen Sie nicht nach Oberstaufen!"

Oberstaufen ist auch im Winter ein beliebtes Ziel für Tagestouristen - doch in der aktuellen Lage rät die Tourismuschefin von Besuchen ab.

Oberstaufen ist auch im Winter ein beliebtes Ziel für Tagestouristen - doch in der aktuellen Lage rät die Tourismuschefin von Besuchen ab.

Bild: Matthias Becker (Archivbild)

Oberstaufen ist auch im Winter ein beliebtes Ziel für Tagestouristen - doch in der aktuellen Lage rät die Tourismuschefin von Besuchen ab.

Bild: Matthias Becker (Archivbild)

Während der Pandemie sind die Ausflugsziele im Allgäu noch beliebter als zuvor. Die Oberstaufener Tourismuschefin hat nun einen ungewöhnlichen Schritt gewagt.
02.01.2021 | Stand: 13:14 Uhr

In einem "normalen" Jahr wäre eine solche Nachricht sehr unglaubwürdig: Eine Tourismuschefin bittet Gäste, nicht in den Ort zu kommen. Nun befindet sich Deutschland aber mitten in einer Pandemie - und genau das ist der Grund, weshalb Constanze Höfinghoff, Tourismuschefin in Oberstaufen, sagt: "Kommen Sie nicht nach Oberstaufen!"

Bitte geht vor allem an die Tagesgäste

In einem Facebook-Video betont Höfinghoff, dass sie die Bitte vor allem an die Tagesgäste richtet - obwohl sie Verständnis habe, dass man wegen der verschneiten Berge ins Allgäu fahren möchte. "Unsere Parkplätze sind komplett überfüllt, obwohl gar keine Bergbahnen geöffnet haben, keine öffentliche Toilette geöffnet ist und wir keine einzige Langlauf-Loipe gespurt haben", sagt die Tourismuschefin. (Lesen Sie auch: Besucheransturm im Ostallgäu zwischen den Jahren)

Sie betont auch, dass Oberstaufen Tourismus und die Gemeinde ein eigenes Testcenter betreiben, "um den Inzidenzwert in der Region herunter zu bringen". Sie mahnt daher: "Bleiben Sie zuhause und genießen Sie die Natur in Ihrer eigenen Umgebung!" Höfinghoff wendet aber auch ein, dass ihr der Appell leid tue und sie und alle Gastgeber sich freuen, wenn wieder Touristen kommen dürfen: "Und das geht nur, wenn wir jetzt noch einmal alle aufeinander aufpassen."

Die Reaktionen auf Facebook sind überwiegend positiv: "Sehr gut gesprochen, klare Ansage", schreibt ein Nutzer. Eine andere schreibt: "Das ist ihr schwergefallen, aber sie hat recht. Im Moment müssen wir auf uns aufpassen."

Lesen Sie auch
##alternative##
"Angst, dass wir überrollt und überall zugestellt werden“

Pfronten will sich auf Besucheransturm vorbereiten

In den vergangenen Tagen hatte es an mehreren Orten im Allgäu Probleme mit dem starken Andrang von Besuchern und Ausflüglern gegeben. In Balderschwang etwa waren am Dienstagvormittag die Parkplätze so voll geparkt, dass die Polizei einschreiten musste. Denn die Auto-Karawane riss nicht ab und die Ausflügler begannen, ihre Fahrzeuge kreuz und quer auch am Straßenrand und im Ort abzustellen. Ähnliches zeigte sich im Stillachtal, wo die Polizei innerhalb kurzer Zeit 50 Parkverstöße ahndete, nachdem auch dort die öffentlichen Parkplätze bereits um 11 Uhr alle voll waren.

Mehrere hundert Menschen tummelten sich am Mittwoch am Schwanensee in Schwangau. Im Westallgäu rief das Landratsamt die Kommunen auf, auf das Präparieren von Loipen zu verzichten – um Anziehungspunkte für Tagesausflügler zu verhindern. Lesen Sie auch: Ginge das auch im Allgäu? Liftbetreiber vermieten Schlepplifte im Schwarzwald stundenweise

Alle aktuellen Nachrichten zur Corona-Pandemie finden Sie in unserem Newsblog.