Unterhaltung aus dem Oberallgäu

Oberstdorfer "Hörbar" präsentiert Spektakuläres im Internet

Die Sonne geht auf: DJ Elmar Schepper beim Musikmachen in freier Natur. Das Video wurde auf der Kanzelwand im Kleinwalsertal gedreht. Es entstand für die „Viehscheid-Edition“.

Die Sonne geht auf: DJ Elmar Schepper beim Musikmachen in freier Natur. Das Video wurde auf der Kanzelwand im Kleinwalsertal gedreht. Es entstand für die „Viehscheid-Edition“.

Bild: Christian Walter

Die Sonne geht auf: DJ Elmar Schepper beim Musikmachen in freier Natur. Das Video wurde auf der Kanzelwand im Kleinwalsertal gedreht. Es entstand für die „Viehscheid-Edition“.

Bild: Christian Walter

Seinen vorerst letzten Livestream „Hör(bar)zu“ gestaltet das Team des Oberstdorfer Clubs als "Viehscheid-Edition". Für das Programm wurde sogar ein Gipfel erstürmt.
18.09.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Der Viehscheid im Allgäu ist ein wichtiges Ereignis. Die Rinder, die einen Sommer auf Weiden in luftigen Höhen verbrachten, werden von den Hirten abgetrieben und den Besitzern zurückgegeben. In vielen Orten wird diese Tradition mit einem großen Fest gefeiert. Diese Feste entfallen heuer wegen der Corona-Pandemie. Doch es gibt einen anderen Grund, die Tracht anzulegen, sagt Mario Sauter. Der Chef der Oberstdorfer Hörbar präsentiert den vierten und vorerst letzten Live-Stream seines Clubs im Internet als „Viehscheid-Edition“.

Er wird am Samstag, 19. September, ab 18 Uhr aus dem Studio von Marcel Durach in Hegge gesendet und soll etwa fünf Stunden lang Unterhaltung bieten: mit Livemusik von den DJs des Clubs und einer Band im Studio, mit Videoeinspielungen, mit Interviews, die live im Studio oder per Zuschaltung stattfinden mit Prominenz aus Kultur und Sport, mit Liveschaltungen zum Hörbarchef, der in der Region unterwegs ist und Zuschauer mit Geschenken von Sponsoren und mit Livemusik überraschen will, mit einem abschließenden Konzert, das Hörerwünsche erfüllen will. Das Programm soll Jung und Alt einen entspannten kurzweiligen Abend bieten und legt dabei diesmal einen Akzent auch auf traditionellere, volksmusikalische Klänge.

Als prominente Gesprächspartner werden der Skispringer Karl Geiger aus Oberstdorf, der Kabarettist Maxi Schafroth aus Ottobeuren und die Wiener Schauspielerin Nina Proll erwartet. Sie wird unter anderem über ihr Video „I zag di au“ (Ich zeig dich an) sprechen, mit dem sie satirisch überspitzt all die dunklen Seiten im Menschen darstellt, die eine Ausnahmesituation wie die Corona-Pandemie zu Tage fördert. Zudem bietet der Clip Seitenhiebe auf Politiker und die Leugner der Virus-Gefahr.

Er ist zusammen mit einem der Moderatoren der Sendung entstanden, Tommy Schmidle aus Riezlern, der Beiträge für das Fernsehen konzipiert, produziert und dreht. Die beiden anderen Moderatoren sind Laura Heisig und Moritz Batscheider. Alle drei haben schon durch die bisherigen drei Live-Streams des Oberstdorfer Clubs geführt, der seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie geschlossen ist und unter dem Motto „Hör(bar)zu“ mit seinem aufwendig produzierten Unterhaltungsprogramm ein Lebenszeichen in der Krise sendet. Bisher waren dabei pro Sendung jeweils bis zu 1000 Endgeräte zugeschaltet, sagt Mario Sauter. Nachdem an jedem stets mehrere Zuschauer säßen, rechnet er damit, dass er mit jeder Sendung bisher mindestens 4000 Menschen erreicht habe.

Dennoch soll die kommende Sendung die vorerst letzte sein. Denn das Projekt kostet viel Geld. Etwa 12 000 Euro werden pro Sendung für die Technik benötigt. Obwohl es von Sendung zu Sendung leichter geworden sei, mehr Werbepartner zu gewinnen, und auch mehr Spenden der Zuschauer eingingen, konnten bislang die Unkosten nicht gedeckt werden. Und das, obwohl alle Menschen vor der Kamera ehrenamtlich tätig sind, wie Mario Sauter betont. Deshalb soll es jetzt erst einmal eine Pause geben. Über eine Fortsetzung werde nachgedacht, wenn ein Konzept stehe, wie wenigstens die Unkosten gedeckt werden können.

Denn schließlich ist der Anspruch des Hörbarteams ein professioneller. So wurde zum Beispiel für die neue Sendung auf der Kanzelwand ein Video mit DJ Elmar Schepper gedreht. Es fügt in die Beats auch traditionelle Klänge ein – inklusive Kuhglocken – und zeigt spektakuläre Naturstimmungen wie etwa einen Sonnenaufgang. Er könnte als gutes Omen für die Kulturszene stehen. Denn die wartet nach den staatlichen Verboten und Beschränkungen immer noch auf das große Hoffnungszeichen am Ende des Tunnels, das den Weg in eine Zukunft weist, in der Kulturschaffende wieder von ihrem Beruf leben können.

"Hör(bar)zu" am Samstag, 19. September, ab 18 Uhr im Internet