Leader-Förderung

Projekte im Oberallgäu: Kuhgeburtssimulator und Trauerbegleitung

Der Vorsitzende der Regionalentwicklung Oberallgäu, Christof Endreß (links), überreichte Tim Seeholzer, dem Gewinner des Videowettbewerbs, eine Urkunde.

Der Vorsitzende der Regionalentwicklung Oberallgäu, Christof Endreß (links), überreichte Tim Seeholzer, dem Gewinner des Videowettbewerbs, eine Urkunde.

Bild: Martina Reuter

Der Vorsitzende der Regionalentwicklung Oberallgäu, Christof Endreß (links), überreichte Tim Seeholzer, dem Gewinner des Videowettbewerbs, eine Urkunde.

Bild: Martina Reuter

Vier neue Leader-Projekte vorgestellt, die im Oberallgäu und Kempten durchgeführt werden sollen. Der Verein Regionalentwicklung beschließt Förderung.
12.08.2022 | Stand: 05:00 Uhr

Vier neue Leader-Projekte brachte die Regionalentwicklung Oberallgäu in der letzten Sitzung der Förderperiode 2014 bis 2022 auf den Weg. Insgesamt wurden so rund 133.000 Euro an Förderungen des EU-Leaderprogramms freigegeben, heißt es in einer Pressemitteilung der Regionalentwicklung.

Nach der Vorstellung durch die Projektträger und der Diskussion wurden alle vier Projekte vom Entscheidungsgremium der Regionalentwicklung genehmigt. Bei den Maßnahmen handelt es sich um eine „Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, einen Hörerlebnisweg, eine Stadtgeschichte in Bildern und einen Kuhgeburtssimulator. Jetzt gehen die Anträge zum Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, wo sie erneut geprüft werden. Die Projekte:

  • Eine „Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche“ will die Johanniter-Unfall-Hilfe in Kempten aufbauen. Das „Lacrima“-Trauerzentrum“ soll die bestehende Lücke in der Begleitung von trauernden Kindern und Jugendlichen im Allgäu schließen und ein kostenloses Angebot schaffen, um den jungen Betroffenen ein positives und gesundes Leben zu ermöglichen. Fördersumme: 59.300 Euro.
  • Das „Erlebnis Stadtgeschichte – früher und heute erleben“ in Immenstadt ist ein Folgeprojekt der Aufarbeitung des Bildarchivs im Fotohaus Zeller. Schon der Start der Digitalisierung durch das Stadtarchiv Immenstadt war von Leader gefördert worden. Jetzt sollen weitere Bilder, die auch die Geschichte umliegender Oberallgäuer Orte belegen, erlebbar gemacht werden. So ist geplant, die digitalisierten Fotos des wertvollen Bildbestands verstärkt der Bevölkerung zu öffnen, an bestimmten Tagen die Aufarbeitung der Fotos zu präsentieren und eine Ausstellung dazu im Heimatmuseum Immenstadt zu organisieren. Die Fördersumme beträgt 39.200 Euro.
  • Einen Kuhgeburtssimulator will der Milchwirtschaftliche Verein Bayern anschaffen. Unter dem Motto „Der perfekte Start für Kuh und Kalb“ sollen Studierende in der Landwirtschaft an einem lebensechten und lebensgroßen Simulator die Geburt eines Kalbs erlernen. Das soll die Kompetenzen der Studierenden erweitern, in dem sie das „Kälberziehen“ auch in der Praxis ausprobieren können und damit das Tierwohl fördern. Fördersumme: 29.100 Euro.
  • Ein integrativer Hörerlebnisweg soll die Angebote im Erzgruben-Museumsdorf Burgberg ergänzen. Unter dem Motto „Ganz Ohr – auf Bergmanns Spuren ins Museumsdorf“ will die Gemeinde Burgberg einen Rundgang durchs Museumsdorf mit akustischen Elementen schaffen, auf dem es themenbezogene Informationen für Groß und Klein gibt. Dabei wird das Smartphone der Besucher zum „Audioguide“ und soll sie animieren, genauer hinzuschauen. Fördersumme: 9200 Euro.

Geschäftsführerin Eva Osterrieder zeigt sich zuversichtlich, dass die vier Projekte die Zuschüsse der EU erhalten. Diese Maßnahmen miteingerechnet hat die Regionalentwicklung in der aktuellen Förderperiode über 3,5 Millionen Euro freigegeben. Davon wurden bereits knapp 2,6 Millionen Euro vom Landwirtschaftsamt bewilligt, 800.000 Euro warten noch auf eine Zusage.

Dazu erläuterte Alexandra Dorn von der Leader-Bewilligungsstelle, dass fünf Projekte und sieben Zahlungsanträge der Regionalentwicklung dem Landwirtschaftsamt vorliegen, die in den kommenden Wochen bearbeitet werden. Gleichzeitig wies sie daraufhin, dass sich der Bayerntopf dem Ende zuneigt, aus dem seit 2021 bayernweit alle Projekte finanziert werden.

Besonders geehrt wurden zudem die Sieger des Wettbewerbs „Jugend filmt! #Leader entdecken“ Tim Seeholzer und Valentin Klawitter aus Immenstadt und Waltenhofen für ihr Video „Der Allgäuer Bäcker“, samt einer Premieren-Vorführung. Sie erhielten als Preis zwei Schnuppertage bei der Silberstern Filmproduktion in Kempten.

Daneben ging es in der Sitzung im Grünen Zentrum Immenstadt um die Mitfahrplattform fahrmob.eco, deren Ausbau in den nächsten drei Jahren beim Verein Regionalentwicklung liegt. Um das zu bewerkstelligen, soll eine Personalstelle geschaffen sowie Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden, um neue Mitglieder zu gewinnen. Ein Förderantrag dazu liegt beim Amt für ländliche Entwicklung. Auch die Mitfahrbänke werden in fahrmob.eco integriert.