Manipulierte Schalldämpfer, gravierende Mängel

Nach Unfallserie: Polizei kontrolliert 123 Motorräder am Riedbergpass an einem Wochenende

Motorrad

Am Riedbergpass gab es am Wochenende (10./11. Juli) großangelegte Motorrad-Kontrollen der Polizei (wie hier auf unserem Archivbild). Die Strecke wurde zuvor als Unfallschwerpunkt eingestuft.

Bild: Heinz Sturm (Archiv)

Am Riedbergpass gab es am Wochenende (10./11. Juli) großangelegte Motorrad-Kontrollen der Polizei (wie hier auf unserem Archivbild). Die Strecke wurde zuvor als Unfallschwerpunkt eingestuft.

Bild: Heinz Sturm (Archiv)

Am vergangenen Ausflugs-Wochenende gab es am Riedbergpass verstärkte Polizei-Kontrollen von Motorradfahrern. So viele "Sünder" erwischten die Beamten.
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Von Allgäuer Zeitung
12.07.2021 | Stand: 15:05 Uhr

Immer wieder gibt es ab dem Frühjahr Motorrad-Kontrollen der Polizei am Riedbergpass. Das vergangene Wochenende lockte bei gutem Ausflugswetter zahlreiche Bikerinnen und Biker in die Berge. Die "Kontrollgruppe Motorrad" des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West war ebenfalls im Einsatz und legt nun Bilanz vor.

Laut Mitteilung baten die Beamten die Bikerinnen und Biker schon vor dem Pass kurz nach Obermaiselstein zur Kontrolle auf einen Parkplatz. Am Riedbergpass kommt es immer wieder zu schweren Motorradunfällen, außerdem äußern Anwohner Beschwerden wegen des Lärm.

Allein in den vergangenen Wochen passierten auf der Strecke elf Unfälle mit Motorradfahrern, darunter ein tödlicher. Die Behörden prüfen die Strecke nun - und die Polizei hat ein wachsames Auge auf die Fahrer.

Insgesamt kontrollierten die Polizisten am Samstag und Sonntag 123 Motorräder und stellten dabei verhältnismäßig viele Verstöße im Bereich der Fahrzeugtechnik fest.

Polizei-Kontrollen am Riedbergpass - diese Motorrad-Verstöße stellet die Polizei fest

  • Zwei junge Männer aus dem Württembergischen hatten die Schalldämpfer ihrer Auspuffanlagen manipuliert, um die Maschinen lauter zu machen. In diesem Fall erlsicht laut Polizei die Betriebserlaubnis, je 90 Euro Bußgeld wurden fällig.

  • Insgesamt sechs manipulierte oder unzulässige Auspuffanlagen konnten über das Wochenende festgestellt werden.

  • Bei sieben Motorrädern war der vorgeschriebene Rückstrahler nicht vorhanden, was auch zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führt und mit 50 Euro Verwarnungsgeld geahndet wird.

  • Nach wie vor sehr hoch ist laut Polizei die Anzahl an Reifen mit unzureichender Profiltiefe. Hier mussten insgesamt 14 Anzeigen aufgenommen werden, welche meist mit 75 Euro Bußgeld und einem Punkt zu Buche schlagen.
  • Bei sechs Motorrädern waren die vorhandenen Mängel so gravierend, dass die Weiterfahrt vor Ort unterbunden wurde, da die Betriebserlaubnis erloschen war. Mehrmals waren unzulässige Fußrastenanlagen verbaut, die über keine Prüfzeichen verfügten. Da es sich um sicherheitsrelevante Bauteile handelt, müssen diese zwingend geprüft sein. Hier spricht die Polizei von einem Bußgeld in Höhe von 90 Euro und einem Strafpunkt.

Sobald ein Verstoß zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führt, müssen die Motorradfahrer bei ihrer Zulassungsstelle vorstellig werden, damit die Betriebserlaubnis wieder aufleben kann und das Motorrad wieder am Verkehr teilnehmen darf.

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