Sanierungsgebiet

Jetzt soll es im Immenstädter Süden richtig losgehen

Immenstadt Süden Drohne

Der Süden von Immenstadt – auch Südstadt genannt – soll attraktiver werden: Das beschloss der Stadtrat schon vor zehn Jahren. Doch seither ist nur wenig geschehen. Das soll jetzt anders werden, heißt es aus dem Rathaus.

Bild: Benjamin Liss

Der Süden von Immenstadt – auch Südstadt genannt – soll attraktiver werden: Das beschloss der Stadtrat schon vor zehn Jahren. Doch seither ist nur wenig geschehen. Das soll jetzt anders werden, heißt es aus dem Rathaus.

Bild: Benjamin Liss

Der Stadtrat will in der Südstadt nicht nur Straßen herrichten. Soziale Faktoren sollen mehr in den Fokus rücken und auch Hausbesitzer können profitieren.
06.05.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Der Prozess läuft schon seit 13 Jahren – mehr oder weniger. Doch jetzt soll er „richtig losgehen“, hieß es im Immenstädter Stadtrat: Ziel ist es, die Südstadt besser zu entwickeln. Dabei sei nicht nur an die Sanierung von Straßen gedacht, erklärten Bürgermeister Nico Sentner und die Mitarbeiter der Bauverwaltung. Künftig sollen die sozialen Belange der Einwohner südlich der Eisenbahnlinie mehr in den Fokus rücken.

2008 hatte der Stadtrat Leitbilder und Ziele für die Entwicklung der Stadt formuliert, die danach ins Städtebauförderungsprogramm „Leben findet Innenstadt“ aufgenommen wurden. 2012 folgte das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) mit weiteren Untersuchungen. Dabei konzentrierte sich Immenstadt auf die Südstadt als Sanierungsgebiet.

Dort sollten „vorhandene Qualitäten und Potenziale“ ausgebaut sowie „Mängel und Konfliktbereiche“ aufgezeigt werden, um „soziale und städtebauliche Defizite“ zu beheben – so die Ziele. Allerdings ist es kein Geheimnis: Lange Jahre ging kaum etwas voran mit den hehren Ideen von ISEK. Bemühungen, das Quartier als Ganzes aufzuwerten, scheiterten immer wieder am fehlenden Geld. Umgesetzt wurde nur, die Flurstraße zu sanieren und attraktiver zu gestalten und den Spielplatz an der Zieglerstraße durch ein weiteres Spielgerät aufzuwerten – eine Spende des SWW.

Ein Punkt ist das Quartiersmanagement

Das soll sich jetzt ändern, kündigte Bürgermeister Sentner auf Nachfrage von Barbara Holzmann (Grüne) an: „ISEK ist wie eine Werkzeugkiste, aus der wir uns bei Bedarf bedienen können.“ Aus der Kiste will die Stadtverwaltung das schon länger diskutierte Quartiersmanagement holen. Ein Quartiersmanagement soll die Lebenslage der Bewohner und die Attraktivität eines Stadtteils verbessern. Das geschieht, in dem das Management alle Mitwirkenden – Bürger, Gewerbetreibende und Stadtverwaltung bis hin zu den Wohnungsbaugesellschaften – zusammenbringt.

Außerdem will sich die Stadt erneut auf die Suche nach einem Multifunktionsplatz begeben, der Raum für Begegnungen schaffen soll. Zur „Aufwertung von Freiflächen“ seien auch schon Gespräche mit den Wohnungsbauunternehmen SWW Oberallgäu und Sozialbau geführt worden, erklärte der Leiter des Bauamts Achim Groll.

Eine höhere Abschreibung als Anreiz

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Einstimmig sprach sich der Stadtrat dafür aus, die „Südstadt“ erneut als Sanierungsgebiet festzulegen. Behörden und andere Organisationen hatten in der Auslegung Ende 2020 bereits ihre Stellungnahmen abgegeben. Die Bürger äußerten dazu keine Meinung. Dabei hat es auch Vorteile für private Besitzer von Häusern und Wohnungen, wenn die Südstadt zum Sanierungsgebiet erklärt wird. Darauf wies Sebastian Wolf vom Bauamt hin. Sollten Eigentümer ihre vier Wände renovieren, gibt es die Möglichkeit zu einer erhöhten Abschreibung. Dazu müssen die Privatbesitzer zuvor aber eine Vereinbarung mit der Stadt schließen.

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