Corona im Oberallgäu und Kempten

Schnelltests aller Orten: Was Schulen und Firmen dazu sagen

Schnelltests werden von Firmen, Schul- und Heimleitern überwiegend positiv gesehen, weil sie mehr Sicherheit bieten.

Schnelltests werden von Firmen, Schul- und Heimleitern überwiegend positiv gesehen, weil sie mehr Sicherheit bieten.

Bild: Martina Diemand (Symbolbild)

Schnelltests werden von Firmen, Schul- und Heimleitern überwiegend positiv gesehen, weil sie mehr Sicherheit bieten.

Bild: Martina Diemand (Symbolbild)

Im Oberallgäu und in Kempten werden jede Woche Tausende von Schnelltests gemacht. Das sind die Erfahrungen aus Pflegeheimen, Schulen und Unternehmen.
02.05.2021 | Stand: 18:17 Uhr

Viele sehen sie als einen wichtigen Baustein auf dem Weg aus der Lockdown-Schleife. Andere fürchten, dass Menschen durch sie verletzt und stigmatisiert werden. Fakt ist: Schüler, Arbeitnehmer, Angehörige von Seniorenheim-Bewohnern und viele andere Menschen haben in den vergangenen Wochen im Oberallgäu und in Kempten zig Tausende Corona-Schnelltests gemacht.

  • Pflegeeinrichtungen: In Altenheimen geht ohne Corona-Test schon lange nichts mehr. Wer dort Angehörige besuchen will, muss seit Monaten einen negativen Test vorweisen. Allein bei Mitarbeitern des Allgäustifts im Oberallgäu und in Kempten werden laut Geschäftsführerin Yvonne Spöcker pro Woche 700 Tests durchgeführt. Hinzu kämen zwischen 35 und 65 Tests an Angehörigen von Bewohnern. Drei- bis sechsmal pro Woche falle das Ergebnis im Schnelltest positiv aus. „Meiner Erfahrung nach liegt ein Fünftel der Testergebnisse daneben“, berichtet Spöcker. Der als zuverlässiger eingestufte PCR-Abstrich zeige dann, dass mancher Getestete doch nicht von Covid-19-Viren befallen ist. Sie kenne das aber auch anders herum. Bei der Allgäupflege werden an den Standorten Sonthofen, Immenstadt, Blaichach, Kempten und Altusried 2600 Schnelltests pro Monat durchgeführt. Das teilt Qualitätsmanagement-Beauftrage Michaela Kugelmann mit. Bislang seien sechs Menschen positiv getestet worden. Jede Person, die eine Einrichtung betritt, bekomme ein Testangebot. „Die Belastung und der organisatorische Aufwand für die Pflege sind fast nicht mehr tragbar“, schildert Kugelmann. Zeitweise hätten Mitarbeiter der Bundeswehr mitgeholfen. Nun erhoffe sich die Allgäupflege Entlastung durch die weiteren Testangebote (siehe Grafik).
  • Schulen: Jeden zweiten Tag testen sich die 100 Schüler der Abschlussklassen und das Personal der Mittelschule Immenstadt. Laut Schulleiter Markus Meßenzehl klappt das mittlerweile völlig unkompliziert: „Es hat sich Routine eingespielt.“ 15 Minuten nehme das in Anspruch. Er befürwortet die Selbsttests: „Wenn sie die Mittelschule sicherer machen, sind sie eine tolle Sache.“ Doch es gebe auch fünf Absolventen, die sich nicht testen lassen wollen und deshalb kurz vor Beginn der Abschlussprüfungen am Montag, 3. Mai, allein zuhause lernten. „Zu den Abschlussprüfungen dürfen sie aber kommen“, erklärt der Schulleiter. 2000 Tests haben in den vergangenen zwei Wochen laut stellvertretendem Schulleiter Bernhard Breimair die Oberstufenschüler und Lehrer des Kemptener Hildegardis-Gymnasiums gemacht. „Das lief bisher völlig problemlos“, betont er. Ein Test habe bisher ein positives Ergebnis angezeigt. „Der Schüler ist heimgegangen und hat noch am gleichen Tag einen PCR-Abstrich machen lassen. Der war dann negativ“, schildert Breimair. Er hält viel von den Tests. „Das ist ein großer Gewinn an Sicherheit. Ich weiß, dass kein Schüler dabei ist, der stark infektiös ist“, betont der Lehrer.
  • Betriebe: Bei dem Unternehmen Bosch in Immenstadt und Blaichach können die Mitarbeiter seit Anfang April laut Pressesprecherin Christina Claasen teils täglich einen Selbsttest machen. Er soll vor Arbeitsbeginn zu Hause gemacht werden. „Bis jetzt wurden nur vereinzelt positive Fälle festgestellt“, teilt Claasen mit. Dann folge ein PCR-Test, erklärt die Sprecherin mit Hinweis auf das von Bosch entwickelte PCR-Analysegerät Vivalytic. Die Erfahrungen seien gut. „Wir sind von der Wirksamkeit dieser Maßnahme überzeugt“, sagt Claasen. 1330 Menschen arbeiten bei der Firma Dachser in Kempten. „Wir haben Vereinbarungen mit den Testzentren am Biomassehof und im Parktheater in Kempten geschlossen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich dort jederzeit testen lassen“, erklärt Personalleiterin Vera Weidemann. Dieses freiwillige Angebot werde „gut angenommen“. Betriebsärzte von Dachser führen laut Weidemann zusätzlich anlassbezogen PCR-Tests durch. Selbsttests kommen bei Dachser nach Angaben der Personalleiterin nur im Ausnahmefall zum Einsatz, und das auch nur unter geschulter Aufsicht oder mit Anwendungsbeschreibungen. Als noch wichtiger als die Teststrategie bezeichnet sie die „tägliche Kommunikation mit den Mitarbeitenden, um der Corona-Müdigkeit entgegenzuwirken“.

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