Abschied

Schulamtsdirektor geht in den Ruhestand: Die größte Herausforderung kam zum Schluss

Tonangebend war Elmar Vögel als Schulamtsdirektor. Und er bleibt es weiterhin als Dirigent der Musikkapelle Maria-Thann.

Tonangebend war Elmar Vögel als Schulamtsdirektor. Und er bleibt es weiterhin als Dirigent der Musikkapelle Maria-Thann.

Bild: Olaf Winkler

Tonangebend war Elmar Vögel als Schulamtsdirektor. Und er bleibt es weiterhin als Dirigent der Musikkapelle Maria-Thann.

Bild: Olaf Winkler

Elmar Vögel wirkte 13 Jahre im Staatlichen Schulamt, zuletzt als fachlicher Leiter. Die letzten Monate seiner Amtszeit waren von der Corona-Pandemie geprägt
07.12.2020 | Stand: 17:53 Uhr

Inzwischen ist Elmar Vögel wieder sehr entspannt: Die ersten Wochen seines Ruhestands liegen hinter ihm. Dafür waren die letzten Monate als Schulamtsdirektor umso intensiver. Die Folgen der Corona-Pandemie für die 90 Grund- und Mittelschulen der Stadt Kempten sowie den Landkreisen Oberallgäu und Lindau, für die er zuständig war, waren weitreichend.

Schnell füllte sich im Frühjahr ein ganzer Ordner mit den Verordnungen, die es im Schulalltag umzusetzen galt. „Schulleiter und Lehrer haben sich auf das Schulamt verlassen“, erinnert sich Vögel.

Dabei galt es, immer wieder auf individuelle Situationen einzugehen und die passenden Hygienemaßnahmen entsprechend den Vorgaben der Staatsregierung umzusetzen – „von der großen Stadtschule in Kempten bis zur kleinen Dorfschule in Oberreute“, wie es Vögel beispielhaft umschreibt. Aber auch die Sondersituationen entlang der Landesgrenze zu Baden-Württemberg galt es zu berücksichtigen, denn oftmals folgt hier der Grundschule in Bayern die weiterführende Schule im benachbarten Bundesland. Vögel ist überzeugt: „Das hat ganz hervorragend funktioniert.“ Aber er blickt auch kritisch zurück: Nicht optimal geklappt habe die Umsetzung der notwendigen Digitalisierung. „Da waren viele Schulen noch am Anfang und konnten nicht so schnell reagieren, wie es notwendig gewesen wäre.“ Ein Grund: Im Frühjahr fehlten oftmals noch die notwendigen Endgeräte.

Studium in Augsburg

So gab es am Ende seiner beruflichen Laufbahn für Elmar Vögel das, was er immer wieder suchte: eine neue Herausforderung. Nach dem Abitur am Lindauer Bodenseegymnasium folgte in Augsburg das Studium auf Lehramt. Nach einem Jahr in der mobilen Reserve wechselte Vögel an die damalige Hauptschule in die Gemeinde Lindenberg. Von 1979 bis 1995 unterrichtete er dort. Im Jahr 1995 bewarb er sich erfolgreich als Konrektor an die Grund- und Teilhauptschule Weißensberg, deren Schulleiter er dann später von 1998 bis 2007 wurde.

Mittelschulen zusammengelegt

Dann der nächste Schritt: Er wechselte ans gerade neu entstandene Schulamt Oberallgäu-Lindau-Kempten nach Immenstadt und war fortan für die Grund- und Mittelschulen im Kreis Lindau verantwortlich. Viele persönliche Gespräche mit Schulleitern, Lehrern und Eltern hat es gegeben – aber auch viele Telefonate per Freisprecheinrichtung im Auto auf der knapp einstündigen Fahrt von Bösenreutin nach Immenstadt. Intensiv waren die Gespräche bei der Zusammenlegung der zwei Lindauer Mittelschulen 2015. Kurz nach der internationalen musischen Tagung (IMTA) in Lindenberg 2018 folgte er Schulamtsdirektor Thomas Novy, den er in den Jahren zuvor als Stellvertreter begleitet hatte. In den knapp zwei zurückliegenden Jahren war Vögel so für alle Grund- und Mittelschulen verantwortlich. Es war für Vögel die letzte berufliche Herausforderung.

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Nun, mit 65 Jahren, steht endgültig die Musik im Mittelpunkt seines Lebens. Begleitet hat sie ihn seit der Jugend. Damals erlernte er bei der Musikkapelle Bösenreutin die Posaune, wurde später deren Dirigent, engagierte sich im Allgäu-Schwäbischen Musikbund als Jugendleiter und als Bundesdirigent. 2007 bis 2019 war er Dirigent in Wasserburg, seit Januar dieses Jahres hat er dieses Amt in Maria-Thann inne.

Virus sorgt für ruhige Zeit

Dort sorgt ausgerechnet jenes Virus, das ihm besonders intensive letzte Arbeitsmonate bescherte, für eine ungewollt ruhige Zeit. Proben und Auftritte sind derzeit nicht erlaubt. So bleibt ihm der Kontrabass, den er seit seinem 50. Geburtstag besitzt. „Das Instrument hat mich immer gereizt“, sagt Vögel. Zum Erlernen blieb nie die Zeit. Jetzt hat er damit begonnen.