Immenstadt

Sentner: „Sofort Gespräche mit allen Bürgerinitiativen gesucht“

Immenstadts neuer Bürgermeister Nico Sentner zieht eine erste Bilanz nach 100 Tagen im Amt.

Immenstadts neuer Bürgermeister Nico Sentner zieht eine erste Bilanz nach 100 Tagen im Amt.

Bild: Franz Summerer

Immenstadts neuer Bürgermeister Nico Sentner zieht eine erste Bilanz nach 100 Tagen im Amt.

Bild: Franz Summerer

Nico Sentner ist seit Mai der neue Bürgermeister von Immenstadt - kein leichtes Amt. Doch schon nach der kurzen Zeit kann er erste Erfolge vorweisen.
10.08.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Seit Mai leitet Nico Sentner als Bürgermeister das Rathaus von Immenstadt. Der 34-jährige, gelernte Bankbetriebswirt muss auch in der notorisch klammen Stadt kräftig rechnen. Er trat mit dem Versprechen an, die Gräben im Stadtrat zu schließen und das Gespräch mit den Bürgern zu suchen. Was hat er davon in den ersten 100 Tagen umsetzen können? Fünf Fragen an den neuen Rathaus-Chef:

Was war in dieser Zeit Ihre wichtigste Entscheidung?

Sentner: Den von mir angekündigten Stil des Miteinanders auch mit Leben zu füllen. Ich habe sofort Gespräche mit allen verschiedenen Bürgerinitiativen geführt. Auch wenn hier teilweise die Ergebnisse noch offen sind, ist eine positive Grundstimmung spürbar.

Was haben Sie sonst noch angestoßen?

Sentner: Ich habe mich für die Einzelhändler und Gastronomen eingesetzt. So konnten alle Gastwirte am Marienplatz schnell und unkompliziert zusätzliche Flächen nutzen, um im Biergarten die Abstandsregeln einhalten zu können. Die Stadtverwaltung musste der Vielzahl an Wildcampern im Bereich des Alpsees entgegenwirken. Die Maßnahmen sollten aber nicht nur aus Verboten bestehen, sondern auch aus Optionen für die Touristen. So haben wir innerhalb weniger Tage den Wohnmobilparkplatz am Viehmarkplatz ausgeweitet. Mit der Erhöhung der Zweitwohnungssteuer auf 20 Prozent konnte ich das erste Wahlversprechen umsetzen. Ganz besonders freut mich, dass wir im Stadtrat der Bühler Feuerwehr mit dem Grundsatzbeschluss zum Neubau eines Feuerwehrhauses bis 2022 eine Perspektive bieten konnten.

Was ist anders, als sie vorher gedacht haben (außer Corona)?

Sentner: Durch meine Gespräche mit Nachbarbürgermeister Christian Wilhelm aus Sonthofen und Altbürgermeister Gerd Bischoff während der Wahlkampagne war mir sehr wohl bewusst, was auf mich zu kommt.

Welches Erlebnis der vergangenen 100 Tage hat Sie besonders gefreut, welches besonders geärgert?

Sentner: Besonders freut mich die positive Grundstimmung in unserem Stadtrat. Jeder zieht beim Neuanfang mit. Besonders geärgert habe ich mich bisher nur über die teilweise vorherrschende Meinung in der Bevölkerung, in der Verwaltung würden die meisten nur Dienst nach Vorschrift machen. Dies ist absolut nicht der Fall. Meine Angestellten und Beamten der Verwaltung, der Stadtwerke und des Betriebshofs ziehen alle gut mit. Die Stimmung ist hervorragend und ich freue mich jeden Tag in die Amtsstube gehen zu dürfen.

Wie viele Abende haben Sie während der 100 Tage zuhause verbracht?

Sentner: Zu wenige, wenn es nach meiner Frau Marianne geht (lacht). Gerade die Abendtermine sind sehr gefragt. Ich war an den Wochenenden aber abends meist zu Hause. Dies liegt mit Sicherheit auch an den wenigen Veranstaltungen, bedingt durch die Corona-Pandemie. Generell versuche ich, wenigstens den Mittwochabend freizuhalten, damit meine Familie nicht zu kurz kommt.