Bauarbeiten in Oberstdorf

Ski-WM 2021: Kosten für Umbau von Schanzen und Loipen explodieren

Audiarena Oberstdorf

Der Umbau der Sportanlagen in Oberstdorf schreitet voran. Doch vor allem die Arbeiten an den Schanzen werden deutlich teurer als geplant.

Bild: Benjamin Liss

Der Umbau der Sportanlagen in Oberstdorf schreitet voran. Doch vor allem die Arbeiten an den Schanzen werden deutlich teurer als geplant.

Bild: Benjamin Liss

Kurz vor Abschluss des Bauprojekts für die Nordische Ski-WM 2021 laufen die Kosten aus dem Ruder. Wie viel teurer das Projekt wird und wofür das Geld ist.

23.05.2020 | Stand: 07:17 Uhr

Bis zu 2,8 Millionen Euro teurer als geplant könnte der Umbau von Skisprung- und Langlaufstadion für die Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf werden. Das gab Projektleiter Florian Speigl jetzt im Gemeinderat bekannt. Den Großteil der Mehrkosten verursachen aufwendige Fels- und Hangsicherungsarbeiten an den Skisprungschanzen. Damit könnten die Kosten für das Bauprogramm von 39,3 auf 42,1 Millionen Euro steigen. Jetzt wollen die Oberstdorfer zusätzliche staatliche Zuschüsse beantragen. Doch von dem zugesagten Geld von Bund und Land ist in Oberstdorf immer noch nichts angekommen – es fehlt nach wie vor der Förderbescheid.

Der Großteil der Mehrkosten entsteht im Skisprungstadion: Allein 760.000 Euro teurer werden Erd- und Spezialtiefbau sowie Hangsicherungsmaßnahmen, erläuterte Projektleiter Speigl. Die Situation im Steilhang des Schanzengebäudes habe sich ständig verändert. Zudem sei es schwierig gewesen, die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten und gleichzeitig den Fertigstellungstermin zu halten.

>> Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Alle Infos und Termine <<

Oberstdorfer Gemeinderat zu Bauten für Nordische Ski-Weltmeisterschaft: Kein Vertrauen mehr

Bisher schien das Projekt im Kostenrahmen zu verlaufen. Deshalb übten die Oberstdorfer Gemeinderäte deutliche Kritik, dass der Umbau der Schanzen jetzt plötzlich zwei Millionen mehr kosten soll. 0,8 Millionen entstehen aus erhöhten Baunebenkosten. „Ich habe kein Vertrauen mehr“, kritisierte Christian Raps (FW) die Projektleitung. „Mehrkosten von 2,8 Millionen Euro entstehen nicht von heute auf morgen.“ Auch Finanzreferent Adalbert Schall (CSU) zeigte sich verärgert: „Es ist verwunderlich, dass Sie im Februar noch prognostiziert haben, wir bleiben im Rahmen“, wandte er sich direkt an die Projektleitung. Schall äußerte die Sorge, die Kosten könnten noch weiter steigen. „Wenn dann die erwarteten Förderquoten nicht eintreten, haben wir ein Desaster.“

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Projektleiter Speigl will jetzt prüfen, ob Baufirmen oder Planer für die Mehrkosten verantwortlich sind und eventuell dafür haftbar gemacht werden können. Mehrkosten von 1,6 Millionen Euro wurden bereits bei der Regierung für das Förderprojekt angemeldet. Erst wenn klar ist, wie hoch die Zuschüsse sind, wird der Eigenanteil der Gemeinde feststehen. Dann wollen die Oberstdorfer auch mit dem Landkreis über eine anteilige Übernahme der Mehrkosten verhandeln. Der Kreistag hatte den Zuschuss jedoch bei vier Millionen Euro gedeckelt.

Die Bauarbeiten gehen indes gut voran: Nach dem erfolgreichen Test der beiden Sportanlagen haben ab Ende März die Restarbeiten begonnen. An den Schanzen werden die Aufsprunghänge mit Matten belegt. Im Langlaufzentrum wird die Maschinenhalle errichtet und die Freifläche begrünt sowie die bestehende Pump- und Trafostation abgebaut. Bis Ende Juli sollen die meisten Arbeiten abgeschlossen sein.

 

>> Warum der Autor unseres Textes meint, dass die Kostensteigerung das Vertrauen der Oberstdorfer beschädigt hat, lesen Sie im Kommentar zur Ski-WM. <<