Kunst in Sonthofen

Sonthofer "Kulturviertel" soll touristisch vermarktet werden

Blick in die Eröffnungsausstellung der Sonthofer Stadthaus-Galerie: In der Mitte sitzt ein „Plastiktütler“, eine Skulptur von Magnus Auffinger.

Blick in die Eröffnungsausstellung der Sonthofer Stadthaus-Galerie: In der Mitte sitzt ein „Plastiktütler“, eine Skulptur von Magnus Auffinger.

Bild: Günter Jansen

Blick in die Eröffnungsausstellung der Sonthofer Stadthaus-Galerie: In der Mitte sitzt ein „Plastiktütler“, eine Skulptur von Magnus Auffinger.

Bild: Günter Jansen

Sonthofens Kulturreferentin Petra Müller zieht Bilanz der Eröffnungsausstellung in der Stadthausgalerie und stellt Pläne vor, wie ein Kulturviertel belebt werden soll
02.10.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Die Stimmen sind positiv bis euphorisch: „Tolle Auswahl der Künstler.“ „Wunderschönes Haus.“ „Eine der besten Ausstellungen seit Langem.“ Solche Einträge ins Besucherbuch freuen Petra Müller, die Kulturreferentin der Stadt Sonthofen. Denn dieses Lob gilt jener Ausstellung, mit der die Stadt eine neue Ära beginnen möchte.

Die Kommune hat die Stadthausgalerie, das von privat renovierte und zu Ausstellungsräumen hergerichtete sogenannte Baderhaus neben der Stadtpfarrkirche St. Michael langfristig angemietet, erklärt die Kulturreferentin. Dort sollen jetzt regelmäßig Künstler ihre Werke zeigen – sowohl Kunstschaffende aus der Region als auch bedeutende von außerhalb.

Dafür habe sich die Stadt Hilfe von außerhalb geholt, sagt Petra Müller. Denn die Auftakt-Ausstellung, die am Sonntag, 4. Oktober, mit einer Finissage zu Ende geht, sollte ein Erfolg werden. Und das ist sie auch nach Petra Müllers Meinung geworden. Die Kulturreferentin rechnet am Ende mit etwa 1000 Besuchern. Eine für Sonthofer Verhältnisse gute Zahl – und das in den von strengen Auflagen bestimmten Zeiten der Corona-Pandemie.

Für die Ausstellung, die Künstler aus der Region präsentiert, setzte Petra Müller auf einen Blick von außen. Sie holte aus München Uta Römer, Kunsthistorikerin und Geschäftsführerin einer Künstleragentur, sowie Raiko Schwalbe, Gründer der Artmuc, in die Jury. Das Team wählte fast 40 Kunstschaffende aus Kempten und dem Oberallgäu aus jener Anzahl an Künstlern aus, die sich mit ihren Werken beworben hatten. Darunter waren auch solche, die bei der „Südlichen“, der renommierten Jahresausstellung Bildender Künstler aus der Region, nicht vertreten sind.

Zu dieser, die unter dem Dach der Kulturgemeinschaft Oberallgäu stattfindet, wolle die jetzige Eröffnungsausstellung in der Sonthofer Stadthausgalerie keine Konkurrenz sein, betont Petra Müller. Denn just diese „Südliche“ folgt als nächste Ausstellung in eben dieser Stadthausgalerie. Danach sei eine Ausstellung mit dem Immenstädter Künstler Jürgen Moos, genannt Giorgio, geplant.

Außerdem feile man schon am Programm für das nächste Jahr. Etwa acht Ausstellungen soll es geben. Petra Müller wünscht sich zum Beispiel eine, die an bedeutende verstorbene Künstler erinnert wie etwa Franz Meier oder Robert Schraudolph. Zudem hofft Petra Müller, die Kultur auch mehr touristisch nutzen zu können. Denn mit der Kultur-Werkstatt und der Stadt-Bibliothek, dem geplanten neuen Stadtmuseum und der jetzt neu belebten Stadthausgalerie habe Sonthofen in Zukunft ein vielfältiges Kulturangebot auf engstem Raum vorzuweisen.

An diesem teilzunehmen, möchte Petra Müller gerne auch jenen Menschen ermöglichen, die – aus welchen Gründen auch immer – die Veranstaltungshäuser nicht besuchen können. Zum Beispiel über ein Internetangebot. Doch das sei juristisch nicht so einfach. Zunächst gelte es, den Umgang mit der Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. „Wir müssen wieder anfangen, Kultur zu leben“, sagt Petra Müller und fügt hinzu: „Wir können nicht die ganze Kulturszene opfern aus Angst.“

Endspurt: Die Finissage der Eröffnungsausstellung in der Sonthofer Stadthausgalerie findet am Sonntag, 4. Oktober, mit ausgeweiteten Öffnungszeiten von 13 bis 18 Uhr statt. Dabei besteht die Möglichkeit, sich mit den Künstlern auszutauschen. Die Ausstellung ist außerdem noch geöffnet am Samstag, 3. Oktober, von 15 bis 18 Uhr.