Volleyballerinnen in der Winterpause

"Spirit ist einmalig": Wie die Burgberger Schmetterlinge den Aufschwung schafften

TSV Burgberg

Die Burgberger Volleyballerinnen um (von links) Mareike Haag, Anna Hilbrand und Alin Weisenbach sind als Aufsteiger Zweiter der Bayernliga.

Bild: Jansen

Die Burgberger Volleyballerinnen um (von links) Mareike Haag, Anna Hilbrand und Alin Weisenbach sind als Aufsteiger Zweiter der Bayernliga.

Bild: Jansen

Aufsteiger TSV Burgberg ist Zweiter der Bayernliga – und fiebert der Rückkehr in den Spielbetrieb entgegen. So will sich das Team in Schuss bringen.
11.12.2021 | Stand: 11:31 Uhr

Die Volleyballerinnen des TSV Burgberg überwintern nach der Unterbrechung der Saison auf dem zweiten Tabellenplatz der Bayernliga Süd. Dass der Aufsteiger aus der Grüntengemeinde mit 13 Punkten aus sechs Partien mehr als zufrieden ist, ist nachvollziehbar. Trainer Robin Wirth ist sogar euphorisch: „Für mich persönlich ist es megageil. Ich wusste zwar, dass wir einen tollen Teamspirit haben und ein großes Potenzial in der Mannschaft liegt, aber dass wir so weit oben stehen, damit bin ich mehr als zufrieden. Das ist einmalig“, lobt der 32-Jährige.

Hallensuche für Burgberg "nervenaufreibend"

Erst recht, wenn man sich mit den widrigen Umständen beschäftigt, mit denen es die Volleyballerinnen in dieser Saison zu tun haben. „Nervenaufreibend und anstrengend“, sagt Spielführerin Anna Hilbrand. „Anfangs dachten wir noch, es läuft alles normal, dann wurde unsere Halle überschwemmt und es war ein richtiges Chaos“, erinnert sich die 25-Jährige. Nachdem die Grüntenhalle durch das Unwetter im Juli so stark beschädigt wurde, dass sie gesperrt werden musste (wir berichteten), waren die ortsansässigen Vereine heimatlos.

Es folgte eine komplizierte Suche nach neuen Trainings- und Spielmöglichkeiten, aus der Robin Wirth aber den sportlichen Zusammenhalt als positiven Effekt heraushebt: „Wie die Region auf unser Problem reagiert hat, war sensationell“, betont der TSV-Coach und bedankt sich bei allen Gemeinden, die mit Hallenzeiten unterstützen. Zum Leidwesen der Aktiven ziehen die Trainingsmöglichkeiten in Oberstaufen und Waltenhofen lange Fahrzeiten nach sich. „Unsere Spielerinnen kommen teils aus Wertach, Sonthofen, Hindelang und Kempten, da sind sie lange unterwegs“, sagt Hilbrand.

Nachts im Schneechaos unterwegs

Einmal wurde das Training wegen Schneefalls abgesagt, ein anderes Mal sind Spielerinnen auf der nächtlichen Heimfahrt aus Hegge ins winterliche Verkehrschaos geraten und haben für die Rückfahrt eine Stunde gebraucht. Diesem „immensen Aufwand“, den sein Team auf sich nimmt, zollt Wirth großen Respekt. Auch weiß er um die mental schwierige Situation in der Pandemie. „Corona ist wie ein Damoklesschwert über der Liga geschwebt“, beschreibt der Trainer. Obwohl seine Mädels auf die Saison brennen, stand oft und lange in der Schwebe, ob eine angesetzte Auswärtspartie abgesagt werden müsse. Bei einigen Gegnern, in deren Regionen die Inzidenz über 1000 liegt, ist nicht mal der Trainingsbetrieb gestattet. Deshalb räumen Hilbrand und Wirth auch ein, dass die Unterbrechung des Spielbetriebs für alle Seiten die fairste Lösung war.

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„Jetzt werden wir die sportliche Zwangspause sinnvoll nutzen“, sagt der Coach und spricht nach der großen körperlichen Belastung von einer willkommenen Regenerationsphase. Dabei verschiebt er den Trainingsfokus. Intensive Krafteinheiten wird es nicht geben – außerdem möchte Wirth die Motivation hochhalten. Da die Spielerinnen sich auch privat gut verstehen und außerhalb der Halle viel gemeinsam unternehmen, macht sich Robin Wirth keinen Kopf über einen Einbruch. Dass dieser bei längerer Zwangspause kommen könne, damit beschäftigt sich Wirt nicht, solange das Team trainieren kann. „Wir haben eine extrem hohe Trainingsbeteiligung und es brennen alle“, sagt der Coach.

Kapitänin Anna Hilbrand: "Wir brauchen die Fans"

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Um spielen zu können, würden die Burgbergerinnen sogar „2G-Plus“ für den Spielbetrieb auf sich nehmen, sagt Hilbrand. „Testen würde uns keine Umstände machen. Ich finde, es gibt Sicherheit. Dann kann man sich voll aufs Spiel konzentrieren“, sagt die 25-Jährige. Auf eines möchten sie und ihre Teamkolleginnen allerdings keinesfalls verzichten, und zwar auf die Zuschauer. Der TSV Burgberg ist überaus dankbar, dass die Anhänger die Strapazen auf sich nehmen und sie in drei wechselnden Hallen unterstützen. „Wir wollen unsere Fans“, sagt Hilbrand – Ihr Coach ergänzt: „Ohne Zuschauer ist es nicht das Gelbe vom Ei.“ Trainer und Kapitän hoffen, dass die Saison im Januar fortgesetzt werden kann, sind aber skeptisch. Die Spielführerin befürchtet, es könne sich bis Ende Februar hinziehen. Dann würde sogar eine Rückkehr in die eigene Halle naherücken, denn diese könnte im März bespielbar sein. Vor allem im Hinblick auf unterschiedliche Deckenhöhen wäre es von Vorteil, wenn der TSV wieder in derselben Halle trainieren könnte, in der er seine Spiele austrägt.

Um beim Wiederauftakt möglichst an der Form der bisherigen Saison anknüpfen zu können, sollte jede Einzelne an ihren eigenen Defiziten arbeiten, mahnt Robin Wirth. Er selbst misst bis dahin dem Spaß im Training einen höheren Stellenwert bei und lässt sein Team, ohne taktische und technische Feinheiten zu vernachlässigen, mehr spielen.

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