Projekt

Trotz Kosten in Millionenhöhe: Oberstdorfer Gemeinderat hält an Sanierung der Grundschule fest

Im November 2021 soll die Generalsanierung der Grundschule Oberstdorf beginnen.

Im November 2021 soll die Generalsanierung der Grundschule Oberstdorf beginnen.

Bild: Michael Mang

Im November 2021 soll die Generalsanierung der Grundschule Oberstdorf beginnen.

Bild: Michael Mang

Im Zuge der Haushaltsberatungen in Oberstdorf kommt Diskussion über einen Neubau oder einen anderen Standort wegen der hohen Kosten von 18,4 Millionen Euro wieder auf. Doch es bleibt bei den ursprünglichen Plänen
20.11.2020 | Stand: 05:30 Uhr

Eigentlich schien die Sanierung der Oberstdorfer Grundschule schon in trockenen Tüchern. Trotz der enormen Kosten von 18,4 Millionen Euro, votierte der Gemeinderat im September 2019 dafür, die Pläne umzusetzen. Im Februar sollten die Arbeiten ausgeschrieben und im November 2021 der Neubau beginnen. Doch jetzt kam das Mammutprojekt im Zuge der Haushaltsberatungen noch einmal auf den Prüfstand. Auch Kämmerer Wolfgang Ländle mahnte, an die Folgekosten zu denken, die bei einem Neubau deutlich niedriger liegen würden als bei dem sanierten Gebäude aus dem Jahr 1906.

Geplant ist die Sanierung der Grundschule und des integrierten Kinderhorts, der auf 100 Plätze erweitert wird. Zu dem Projekt gehört auch die Neugestaltung der Außenanlagen. Für den Sportunterricht soll auf dem Südhof eine Sportanlage neu angelegt werden. Im Zuge des Umbaus der Bildungseinrichtung sollen sogenannte „Lernhäuser“ für jede Jahrgangsstufe geschaffen werden, die aus drei Klassenzimmern und den angrenzenden Räumen bestehen. Dort finden die Kinder Sitzgelegenheiten, alle Lernmaterialien und Rückzugsräume.

Schüler werden in Containern unterrichtet

Im Gemeinderat gab es jetzt Stimmen, das Projekt noch einmal zu überdenken und zu prüfen, wo noch Geld eingespart werden könne. Vor allem am Bau einer Container-Schule für 2,4 Millionen Euro gab es Kritik im Gremium. „18 Millionen Euro für eine Sanierung – Das stößt in der Bevölkerung auf Verständnislosigkeit“, sagte Finanzreferent Adalbert Schall (CSU). Schall schlug vor, zu prüfen, ob ein Neubau günstiger ist. Auch Bürgermeister Klaus King regte an, Standort und die Variante eines Neubaus auf die Probe zu stellen. Diese Aufgaben müssten aber in den kommenden Monaten erledigt werden, um nicht den Zeitplan zu gefährden. Marktbaumeister Marcus Ludwig gab zu bedenken, dass es schwierig sei die Kosten für einen Neubau zu ermitteln, solange nicht feststehe, wo und in welcher Größe das neue Gebäude errichtet werden soll.

So setzte sich im Rat am Ende doch die Überzeugung durch, dass das Projekt zu weit fortgeschritten sei, um es noch zu stoppen. Schließlich waren bereits Planungskosten in Millionenhöhe angefallen und es sei mit einem zu großen Zeitverlust zu rechnen. „Wir fangen dann wieder bei Null an“, sagte Ludwig.

Zeitpunkt für Kurswechsel verpasst

Peter Titzler (FW) sprach sich dafür aus, an dem Sanierungsprojekt festzuhalten. Schließlich seien bereits unterschiedliche Varianten geprüft und über den Standort diskutiert worden. „Wir sollten als Gremium ein verlässlicher Partner für unsere Bevölkerung sein.“ Martin Rees (OA) erklärte, der richtige Zeitpunkt für einen Kurswechsel sei vor einem Jahr verpasst worden, als sich die „galoppierenden Kosten“ bereits abzeichneten. „Es gibt keine Möglichkeit mehr, seriös zu prüfen, ob eine Alternative möglich ist“, sagte Rees. „Was bei diesem Projekt ist, muss uns eine Lehre für die Zukunft sein.“ Rees stellte den Antrag, über die Maßnahmen-Vereinbarung mit dem Freistaat Bayern abzustimmen, in der die Gemeinde zusichert das Projekt umzusetzen. Das ist die Grundlage für einen Zuschuss von 6,5 Millionen Euro. Die Ratsmitglieder stimmten mit 16 zu 3 Stimmen für die Vereinbarung.

Umzug in den Herbstferien

Bei der Schulfamilie, die intensiv am Konzept für die Sanierung mitgearbeitet hatte, war die Erleichterung groß. „Wir freuen uns sehr, dass sich der Gemeinderat mehrheitlich noch einmal klar für die Generalsanierung ausgesprochen hat“, sagte Elternbeiratsvorsitzende Cornelia Steiner. „Damit die Oberstdorfer Grundschüler endlich eine kindgerechte Schule bekommen.“

Nachdem der Rat jetzt den Weg für das Projekt geebnet hat, werden die Arbeiten vergeben. Die Container-Schule soll im September errichtet werden, in die Schüler und Lehrer in den Herbstferien umziehen. Im Oktober 2023 sollen sie in das sanierte Gebäude zurückkehren.