Bürgermeister: "Lage war katastrophal“

Dramatisches Video von Unwetter: Flutwelle in Rettenberg reißt Auto mit

Wassermassen in Rettenberg reißen nach dem Starkregen am Montagabend alles mit, auch ein Auto.

Wassermassen in Rettenberg reißen nach dem Starkregen am Montagabend alles mit, auch ein Auto.

Bild: Screenshot: Youtube/Allgäuer Zeitung

Wassermassen in Rettenberg reißen nach dem Starkregen am Montagabend alles mit, auch ein Auto.

Bild: Screenshot: Youtube/Allgäuer Zeitung

Es sind dramatische Bilder aus Rettenberg: Wassermassen schießen durch den Ort, reißen ein Auto mit. Der Bürgermeister spricht von einer "katastrophalen Lage".
27.07.2021 | Stand: 12:57 Uhr

Eine Flutwelle hat sich am Montagabend bei dem Unwetter mit Starkregen und Hagel durch den Rettenberger Ortsteil Wagneritz gewälzt. Ein Video kursierte schnell beim WhatsApp. Anfangs war unklar, ob sich die Szenen tatsächlich im Oberallgäu abgespielt haben. Auch die Polizei konnte am Dienstagmorgen nicht die Echtheit des Videos bestätigen.

Bürgermeister von Rettenberg bestätigt Echtheit des Videos

Aber am Dienstagvormittag ist klar: Ja, die Wassermassen schossen durch Wagneritz und sie rissen das Auto mit. Das bestätigt Bürgermeister Nikolaus Weißinger gegenüber unserer Redaktion. „Das Video ist echt“ und stamme von einem Bekannten, sagt Weißinger.

Die Lage in Rettenberg sei am frühen Montagabend „katastrophal“ gewesen, berichtet Weißinger. Er sei knietief in Sturzfluten gestanden. Solche Wassermassen „in dieser Intensität und in der Kürze der Zeit“ hätten ihn schockiert. „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Er spricht von „Flutwellen“, die vor allem durch die Ortsteile Altach und Wagneritz gerauscht seien.

Eineinhalb Stunden habe der Starkregen angehalten. Danach habe es zum Glück aufgehört, „sonst hätte es vermutlich Tote gegeben“ (Lesen Sie auch: Unwetter im südlichen Oberallgäu sorgt für teils chaotische Verhältnisse).

Am Tag nach der Flutwelle sind die Spuren des Hochwassers in Wagneritz noch deutlich zu sehen: Das Auto, das am Abend zuvor weggeschwemmt wurde, steht noch auf Schutt an einer Hauswand.
Am Tag nach der Flutwelle sind die Spuren des Hochwassers in Wagneritz noch deutlich zu sehen: Das Auto, das am Abend zuvor weggeschwemmt wurde, steht noch auf Schutt an einer Hauswand.
Bild: Benni Liss

Schaden in Rettenberg wird bislang auf über eine Million geschätzt

Die Auswirkungen sind dennoch immens: Um allein die Schäden an Straßen und Kanälen zu beheben, rechnet Weißinger mit mehreren 100.000 Euro. „Genau kann ich das noch nicht abschätzen, es wird aber vermutlich über eine Million Euro allein dafür werden. Ich habe schon eine Haushaltssperre erlassen, damit wir das finanziell packen“, sagt Weißinger. Landrätin Indra Baier-Müller habe sich bereits ein Bild von der Lage vor Ort gemacht.

Rettenberg: Café am Rathaus und viele private Keller unter Wasser

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Wasser ist laut des Rathauschefs nicht nur in Schule und Kindergarten eingedrungen: „Unser Café am Rathaus ist komplett abgesoffen“, ergänzt er. Hinzu kommen viele private Keller, die mit Wasser vollgelaufen seien. Inzwischen sei nach seinem Kenntnisstand in den meisten Fällen das Wasser abgepumpt worden. Aber Dreck und Schlamm müsse vielerorts noch beseitigt werden. Momentan laufe noch die Bestandsaufnahme an öffentlichen Gebäuden. „Beim Kindergarten haben wir vermutlich Glück gehabt, bei der Schule kann ich es noch nicht sagen.“ Der Kindergarten hatte am Dienstag geschlossen, in der Schule läuft der Betrieb vorerst weiter.

Aufräumarbeiten laufen

Am Tag nach der Flutwelle sind die Spuren des Hochwassers in Wagneritz noch deutlich zu sehen: Das Auto, das am Abend zuvor weggeschwemmt wurde, steht noch auf Schutt an einer Hauswand. Die Aufräumarbeiten im Ort laufen.

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