Eishockey in der Sommerpause

"Zeit, etwas zurückzugeben": Alexander Henkel bleibt dem ERC Sonthofen treu

Alexander Henkel, in der 2014er Saison, im Trikot seiner Sonthofer Bulls.

Alexander Henkel, in der 2014er Saison, im Trikot seiner Sonthofer Bulls.

Bild: Specht

Alexander Henkel, in der 2014er Saison, im Trikot seiner Sonthofer Bulls.

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Der ERC Sonthofen bindet Eigengewächs Alexander Henkel langfristig. Warum der 28-Jährige nicht nur als Spieler wichtig ist.
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Von Redaktion Allgäuer Anzeigeblatt
07.06.2021 | Stand: 20:49 Uhr

Eine wichtige Stütze will den Neuanfang weiter mitgehen. Der 28-jährige Verteidiger Alexander Henkel bleibt dem Eishockey-Bezirksligisten ERC Sonthofen auch im zweiten Jahr nach dem Neustart in der untersten Spielklasse erhalten. Mit Henkels Weiterverpflichtung ist dem ERC Sonthofen ein Glücksgriff gelungen: Der Defensiv-Allrounder ist im Verein verwurzelt, spielt aktiv und kümmert sich zudem um den Nachwuchs. Zusammen mit Ex-Nationalspielerin Natascha Schaffrik-Hindelang ist er Teil des Jugendleiterteams. Zusätzlich fungiert er seit Jahren als Nachwuchstrainer. Im Winter leitet er das U 15-Landesligateam.

Seine Ausbildung durchlief Henkel durch alle Altersklassen hinweg in Sonthofen, ging ab 2012 in zwei Saisons in Oberstdorf auf Punktejagd, ehe Jahre im Bayern- und Oberligakader der ERC Bulls folgten. Nach einem Abstecher in die Landesliga nach Kempten (191 Spiele/56 Punkte) kehrte er zu seinem Heimatverein zurück. Für den ERC ist Henkel als Aufbauspieler mit guter Spielübersicht von Bedeutung. Die letzte offene Verteidigerstelle in Sonthofen will das Trainerduo Kames und Waibel durch einen Allrounder im Team auffüllen. Im Interview mit unserer Zeitung spricht Henkel über Ziele, Teamdynamik und über seine Jugendarbeit.

Herr Henkel, der Neuanfang beim ERC wurde pandemiebedingt nach nur drei Spielen abgebrochen. Wie fällt Ihr Rückblick auf diese Saison aus?
Alexander Henkel: Es hat schon da sehr viel Spaß gemacht, wieder mit Freunden und alten Bekannten aus dem Nachwuchs zusammen zu spielen. Wir hatten da ein super Team. Ich bin gerne in die Kabine und ins Training gekommen. Schade, dass die Saison so kurz war – sonst hätten wir uns besser einspielen können. Ich hoffe, dass wir das in der kommenden Saison nachholen können.

Mit welchen Spielern haben Sie schon im ERC-Nachwuchs zusammengespielt?
Henkel: Es ist leichter, die aufzuzählen, mit denen ich noch nicht zusammengespielt habe: Vladimir Kames, Ondrej Havlicek und Marco Reinholz. Ansonsten habe ich früher oder später mit jedem schon einmal zusammengespielt. Für unsere jungen Wilden war ich schon als Nachwuchstrainer aktiv.

Das Saisonziel im Vorjahr war mit dem Landesliga-Aufstieg klar formuliert. Durch den Abbruch hatten Sie aber keine Chance auf den Aufstieg. Welches Ziel wird nun ausgegeben?
Henkel: Ich denke, das Ziel für den Verein wird das Gleiche bleiben.

Und wie wird die Liga aussehen?
Henkel: Schwer einzuschätzen. Gleiches gilt für die Landesliga. Es wird viel von der Pandemie abhängen, wie viele Teams noch spielfähig sind. Ich hoffe, es sind so viele, dass die Ligen ohne Probleme starten können.

Neben Ihrem Engagement als Spieler ist Ihnen als Teil der Jugendleitung und als lizenzierter Nachwuchstrainer auch die Jugend wichtig. Warum?
Henkel: Die Arbeit mit den Kindern macht mir sehr viel Spaß. Ich wurde selbst jahrelang vom Verein gefördert, jetzt ist Zeit, etwas zurückzugeben – ich möchte meinen Beitrag für einen stabilen Nachwuchs leisten. Ich möchte grundsätzlich unseren Kindern die Möglichkeit zum Eishockeyspielen geben.

Welche Schwerpunkte verfolgt der Verein in der Nachwuchsarbeit?
Henkel: Für uns ist es wichtig, dass wir künftig mehr Stabilität bekommen. Gerade was die Mannschaftsstärken angeht, sind wir sehr bemüht. Wir möchten noch mehr Kinder in jüngeren Jahrgängen für den Eishockeysport begeistern.

Wie wollen Sie das angehen?
Henkel: Wir starten dazu bald eine Kampagne unter der Federführung unseres hauptamtlichen Nachwuchstrainers Vladimir Kames. Mindestens genauso wichtig ist das Vereinsleben – wir wollen mehr zusammenrücken und das Familiäre weiter fördern. Durch die „Rückkehr“ der ersten Mannschaft ist dahingehend ein großer Schritt getan. Alle Beteiligten sollen gern ins Stadion kommen.

Beim ERC hat sich viel getan. Die Vorstandschaft ist breiter aufgestellt, die Arbeit verteilt sich auf mehrere Schultern. Das war nicht immer so. Wo braucht der Club Unterstützung?
Henkel: Das ist richtig. Man kann immer Hilfe gebrauchen. Beispielsweise würde sich Graziella Kautner-Lanza bei sämtlichen Verbandsangelegenheiten sicher über Unterstützung freuen. Außerdem suchen wir noch einen Kassenvorstand und ein oder zwei Helfer dafür. Grundsätzlich gibt es im Vereinsleben eine Menge zu tun, daher ist jeder Helfer willkommen.

Was ist Ihr größter Wunsch für die kommende Saison?
Henkel: Ich hoffe, gerade auch für die Kinder, auf eine ganz normale Eishockeysaison mit vielen Zuschauern. Das wäre das Größte.