Allgäu

Jahrmarkt in Corona-Zeiten: Gemischte Gefühle bei Schaustellern

Plärrer

Auf und ab geht es in der Achterbahn. Auf und ab geht es derzeit auch mit den Gefühlen der Schausteller. Viele konnten heuer wegen der Corona-Pandemie ihre Fahrgeschäfte nirgends aufbauen.

Bild: Fred Schöllhorn

Auf und ab geht es in der Achterbahn. Auf und ab geht es derzeit auch mit den Gefühlen der Schausteller. Viele konnten heuer wegen der Corona-Pandemie ihre Fahrgeschäfte nirgends aufbauen.

Bild: Fred Schöllhorn

Wegen der Corona-Krise befinden sich viele Marktleute zwischen Hoffen und Bangen, ob heuer wenigstens noch kleine Jahrmärkte stattfinden dürfen.
10.07.2020 | Stand: 06:51 Uhr

Die Schausteller zählen zu jenen Berufsgruppen, die von der Corona-Krise am heftigsten gebeutelt sind. Heuer fanden bisher wegen der Ansteckungsgefahr keine Jahrmärkte statt, alle Heimatfeste und Messen wurden abgesagt. Bayern hat bis Ende Oktober Großveranstaltungen verboten. „Das wird für viele Kollegen das berufliche Aus bedeuten“, befürchtet Franz Vetter. Der 74-Jährige ist Vorsitzender der Bezirksstelle Memmingen des Landesverbandes der Marktkaufleute und Schausteller (BLV). Um auf ihre prekäre Lage aufmerksam zu machen, haben Schausteller gestern in München demonstriert."Bayern

Vetter hofft, dass im Herbst zumindest die eine oder andere Stadt einen Mini-Jahrmarkt mit entsprechenden Abstandsflächen ermöglicht. Damit die Schausteller und Fieranten wenigstens ein bisschen was verdienen. Aber kaum eine Stadt oder Gemeinde im Allgäu kann derzeit mit Sicherheit sagen, ob in der zweiten Jahreshälfte noch ein kleiner Jahrmarkt erlaubt wird oder ein Weihnachtsmarkt über die Bühne geht. Weil also alles in der Schwebe ist, fahren die Gefühle der Schausteller weiter Achterbahn zwischen Hoffen und Bangen.

Allgäuer Jahrmärkte: Derzeit keine konkreten Zusagen

Die Vertreter der Branche haben zwar Kontakt zu den Ordnungsämtern. Von dort können sie aber derzeit keine konkreten Zusagen erwarten. „Wir sind zum Beispiel mit der Stadt Füssen im Gespräch“, sagt Uwe Kohler, Sprecher des BLV für die Region Kempten und Kaufbeuren. Er kann sich in Füssen einen abgespeckten Markt auf einem Platz am Rande der Innenstadt vorstellen. Kohler denkt dabei an Landshut, das vor Kurzem extra eine Mini-Dult veranstaltet hat, die eine Woche lang dauerte. Aus dem Füssener Rathaus heißt es: Denkbar wäre, im Oktober den Kirchweihmarkt auf die Beine zu stellen, natürlich mit weniger Buden als sonst, mit größeren Abständen und stärkeren Kontrollen.

Was die Schausteller ärgert, sind auch „nebulöse Vorgaben seitens der Staatsregierung“ (Kohler). „Was bedeutet denn der Begriff Großveranstaltung?“, fragt der 58-Jährige. Hängt das von der Zahl der Fahrgeschäfte oder der Besucher ab? Und wieso sind alle Fußgängerzonen wieder offen, wo es an bestimmten Tagen enger zugehe als auf einem Jahrmarkt? „Diese Ungleichbehandlung tut schon weh“, sagt Kohler. Auch Franz Vetter wäre gerne wieder aktiv. Er organisiert seit Jahren den Memminger Christkindlesmarkt. Aber derzeit sind ihm die Hände gebunden. Denn die Stadt hat noch nicht entschieden, ob die Veranstaltung auf dem Marktplatz heuer überhaupt stattfindet. Immerhin gibt es die Überlegung, den traditionellen Jahrmarkt im Oktober in kleiner Form zu genehmigen.

Vielleicht doch der Kathreinemarkt?

So ähnlich sieht es auch in Kempten aus. Martina Dufner-Wucher, Chefin des städtischen Messe- und Veranstaltungsbetriebes, berichtet, dass man mit den Schaustellern in Kontakt sei. Vielleicht könne im Herbst der traditionelle Kathreinemarkt in kleinerem Rahmen stattfinden.

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Und neben den eventuell in kleinerer Form erlaubten Traditionsmärkten zusätzlich einen Mini-Jahrmarkt organisieren, um den Schaustellern unter die Arme zu greifen? „Planungen dazu gibt es bislang nicht“, sagt Peter Igel von der Pressestelle der Stadt Kaufbeuren. Das deckt sich auch mit Auskünften aus den anderen Allgäuer Städten.

 

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