Kartoffelernte im Allgäu

Pommes frites werden heuer wohl kleiner

Heuer sind die Kartoffeln aufgrund der Trockenheit im Sommer oft kleiner. Das heißt: Auch kleinere Pommes.

Heuer sind die Kartoffeln aufgrund der Trockenheit im Sommer oft kleiner. Das heißt: Auch kleinere Pommes.

Bild: Arne Dedert

Heuer sind die Kartoffeln aufgrund der Trockenheit im Sommer oft kleiner. Das heißt: Auch kleinere Pommes.

Bild: Arne Dedert

Die Kartoffelernte im Allgäu läuft. Hitze und Trockenheit haben sich heuer auf die Knollen ausgewirkt. Das treibt die Preise nach oben.
23.09.2022 | Stand: 08:05 Uhr

Mit der schwächsten Kartoffelernte in Bayern seit zehn Jahren rechnen Experten heuer. Für den Mais schaut es in unserer Region dagegen gut aus.

Heinz Wipijewski baut in der Unterallgäuer Gemeinde Boos seit über 20 Jahren Kartoffeln an – als einer der wenigen Landwirte in der Region, die den Schwerpunkt auf diese Frucht legen. Auf 30 Hektar Fläche wächst bei ihm knapp die Hälfte der Allgäuer Erdäpfel. Mit bis zu 30 Prozent weniger Ertrag rechnet er für die aktuelle Ernte, die noch bis Mitte Oktober läuft. „Das ist nach dem trockenen Sommer aber immer noch besser als befürchtet“, sagt der 49-Jährige. „Im Vergleich zu anderen Teilen Deutschlands haben wir im Allgäu paradiesische Zustände.“

Kartoffeln werden laut Wipijewski bis zu 30 Prozent teurer

Aber auch bei den Kartoffeln kommen auf die Verbraucher durch die geringere Ernte höhere Preise zu. Wipijewski geht von bis zu 30 Prozent Steigerung aus. „Dabei geben wir all unsere gestiegenen Kosten für Diesel, Dünger oder den Strom für die Kühlung gar nicht weiter“, sagt der Landwirt.

Kleinere Kartoffeln führen zu kleineren Pommes frites

Konkrete Auswirkungen werden die Verbraucher auch an anderer Stelle merken: Pommes frites werden wohl kleiner werden. Denn weil die Pflanzen wegen Hitze und Trockenheit ihr Wachstum einstellten, bekommen die Fabriken jetzt kleinere Kartoffeln. „Aber immerhin ist die Qualität gut“, freut sich Wipijewski. Er selbst sieht seinen Betrieb durch die geringere Ernte – 2021 war sie wegen zu viel Nässe auch nicht gut – aber noch nicht gefährdet. „Wir sind bei den Sorten breit aufgestellt, das hat uns bisher immer gerettet.“

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Die Kartoffelernte läuft bei Landwirt Heinz Wipijewski im Unterallgäu heuer noch bis Mitte Oktober.
Die Kartoffelernte läuft bei Landwirt Heinz Wipijewski im Unterallgäu heuer noch bis Mitte Oktober.
Bild: Franz Kustermann (Archiv)

Mais-Ernte ist durchschnittlich

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Auch die Mais-Ernte ist in vollem Gange. In der Region wird er vor allem im Unterallgäu auf etwa 16.000 Hektar Fläche angebaut, aber auch im nördlichen Ostallgäu und in Teilen des Landkreises Lindau. Der Ertrag sei heuer durchschnittlich, sagt Helmut Mader, Geschäftsführer des Bauernverbandes im Unterallgäu. Aber selbst dort merke man die unterschiedlichen Niederschlagsmengen dieses Sommers: Im östlichen Unterallgäu habe es weniger geregnet und da sei auch der Ertrag geringer. „Wir sind aber insgesamt zufrieden, denn in anderen Teilen Bayerns sieht es wesentlich schlechter aus“, sagt Mader.

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Großteil des Unterallgäuer Maises wird zu Futter für Rinder

Der Großteil des Unterallgäuer Maises landet gehäckselt als Futter bei den Rindern, etwa ein Drittel kommt zur Energieerzeugung in Biogasanlagen. Körnermais für Lebensmittel oder als Schweinefutter werde im Allgäu kaum erzeugt, erläutert Mader. „Wenn das Wetter mitspielt und es nicht regnet, ist die Ernte bis Anfang Oktober eingefahren.“ Denn Nässe sei für den gehäckselten Mais schlecht und zudem würden die Erntefahrzeuge die Straßen dann zunehmend verschmutzen – zum Ärger vieler Autofahrer.