Blasmusik

Auch ohne Instrumente bei den Ingenriedern unentbehrlich

Nicht an den Instrumenten, aber in vielen anderen Bereichen sind Jutta Melder (links) und Bettina Schober beim Musikverein Ingenried engagiert.

Nicht an den Instrumenten, aber in vielen anderen Bereichen sind Jutta Melder (links) und Bettina Schober beim Musikverein Ingenried engagiert.

Bild: Mathias Wild

Nicht an den Instrumenten, aber in vielen anderen Bereichen sind Jutta Melder (links) und Bettina Schober beim Musikverein Ingenried engagiert.

Bild: Mathias Wild

Jutta Melder und Bettina Schober sind im Vorstand des Musikvereins Ingenried, gehören aber nicht zu den Musikern. Welche Aufgaben sie in ihren Ehrenämtern haben.
10.10.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Von „später Rache“ will Bettina Schober nicht sprechen. Aber schmunzelnd blickt sie schon auf ihre ungewöhnliche Karriere beim Musikverein Ingenried zurück. Denn als die heute 50-Jährige in ihrer Jugend der Kapelle beitreten wollte, waren weibliche Musiker nicht erwünscht. Etliche Jahre danach ließ sie sich dann, wie später ihre Schwester Jutta Melder, ins Führungsteam des Vereins wählen. Schober ist inzwischen Schriftführerin, die ein Jahr ältere Melder Beisitzerin. Beide sind keine aktiven Musikantinnen, sorgen aber im Hintergrund emsig dafür, dass die Auftritte und das Vereinsleben gut funktionieren.

"Mädchen für alles"

Musikvereins-Vorsitzender Josef Stechele weiß den vielfältigen ehrenamtlichen Dienst der „Mädchen für alles“ zu schätzen. Zudem „halten sie mit ihrer positiven Ausstrahlung den Laden zusammen“, lobt der Vereinschef. Schober und Melder sehen durchaus als Vorteil an, dass sie sich nicht mit Instrumenten und Noten beschäftigt sind und sich deshalb um das Drumherum kümmern können. Das beginne damit, dass sie dem einen oder anderen Musiker oder auch dem Dirigenten noch das Hemd oder die Strümpfe ordentlich zurechtmachen, wenn die Zeit zwischen Arbeit und Auftritt mal wieder knapp ist. Außerdem hätten sie etwa bei Konzerten die Perspektive aus dem Publikum, könnten dort Meinungen aufschnappen und die Darbietungen „von außen“ beurteilen. Eine Musikertracht besitzen Melder und Schober trotzdem, denn bei Festzügen begleiten sie die Kapelle vorneweg als Marketenderinnen.

Gleichgewicht zwischen Arbeit und Spaß wichtig

Ihr Hauptarbeitsbereich ist aber das Vereinsleben: die Organisation der Bedienung der Gäste bei den Konzerten, der Flammkuchenstand beim Ingenrieder Herbstmarkt, die Festivitäten rund um den Maibaum, die einheitliche Kostümierung der Kapelle beim Fasching, der Glühweinausschank nach dem Adventskonzert, Vereinsausflüge wie zuletzt im Frühjahr dieses Jahres zur Grünen Woche in Berlin oder auch das noch schnell zu besorgende Geschenk für einen Jubilar – das Aufgabenspektrum der Schwestern ist groß und oft auch zeitaufwendig. Das sehen sie aber nicht als Last, sondern als „unser Hobby – und zwar ein schönes“, wie es Schober formuliert, und Melder ergänzt: „Man kriegt ja auch etwas dafür“. Etwa das Erlebnis des Zusammenhalts von Jung und Alt – nicht nur bei einer Mammutaufgabe wie der Ausrichtung des Bezirksmusikfestes 2017. Gerade in einem Verein sei das richtige Gleichgewicht zwischen Ehrenamt, Arbeit und Spaß entscheidend, und das passe bei der Ingenrieder Kapelle. „Wir sind wahnsinnig stolz auf unseren Musikverein“, bekennen Schober und Melder mit einem strahlenden Lächeln.