Kaufbeuren

Betrunkene wirft einen Heizpilz auf eine andere Frau

Zu 4050 Euro Geldstrafe verurteilte das Amtsgericht Kaufbeuren eine 24-Jährige, die vor einer Diskothek einen Heizpilz auf eine Frau geworfen hatte.

Zu 4050 Euro Geldstrafe verurteilte das Amtsgericht Kaufbeuren eine 24-Jährige, die vor einer Diskothek einen Heizpilz auf eine Frau geworfen hatte.

Bild: stock.adobe.com

Zu 4050 Euro Geldstrafe verurteilte das Amtsgericht Kaufbeuren eine 24-Jährige, die vor einer Diskothek einen Heizpilz auf eine Frau geworfen hatte.

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Eine betrunkene Disco-Besucherin verletzt eine 45-Jährige. Eigentlich wollte sie einen Mann treffen, der sie "provoziert hatte".
19.08.2020 | Stand: 18:30 Uhr

Eine betrunkene junge Frau (24) hatte im Januar im Raucherbereich einer Kaufbeurer Diskothek einen Heizpilz in Richtung eines anderen Gastes gestoßen, der sie zuvor offenbar provoziert hatte. Getroffen wurde dann nicht er, sondern eine völlig unbeteiligte Frau, die gerade noch den Arm zur Abwehr erheben konnte. Die 45-Jährige erlitt eine Verbrennung zweiten Grades und sagte jetzt als Zeugin im Strafprozess vor dem Amtsgericht: „Das hätte auch anders ausgehen können, wenn ich das Teil ins Gesicht bekommen hätte.“ Dessen war sich auch die sichtlich betroffene Angeklagte bewusst. Sie wurde zu 90 Tagessätzen à 45 Euro verurteilt, insgesamt also zu einer Geldstrafe von 4050 Euro. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Vorwurf vor dem Kaufbeurer Amtsgericht: fahrlässige Körperverletzung

Der Schuldspruch erfolgte wegen fahrlässiger Körperverletzung der Geschädigten und versuchter gefährlicher Körperverletzung des anderen Gastes. Die bislang unbescholtene Angeklagte hatte an den Vorfall wegen ihrer damaligen starken Alkoholisierung keinerlei Erinnerung mehr, war aber grundsätzlich geständig. Als sie im Zuge der Ermittlungen von der Polizei mit den Aufnahmen einer Überwachungskamera konfrontiert worden war, hatte sie schockiert und ungläubig reagiert. „Das sieht mir überhaupt nicht ähnlich,“ beteuerte sie jetzt vor Gericht. Sie räumte ein, dass sie zum damaligen Zeitpunkt wegen privater Probleme häufiger zu viel getrunken hatte. Dies habe sich geändert, nachdem ihr der Vorfall „die Augen geöffnet“ habe.

Die junge Frau hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe an ihren Verteidiger gewandt – wobei es ihr offenbar weniger um ihre Vertretung im Strafverfahren ging, als um eine Kontaktaufnahme zur Geschädigten. Der Anwalt erklärte jetzt, dass ein Täter-Opfer-Ausgleich mit einer entsprechenden finanziellen Wiedergutmachung „leider nicht“ zustande gekommen sei. Die Geschädigte begründete ihre Ablehnung als Zeugin vor Gericht damit, dass es ihr „nicht ums Geld“ gehe. Die persönliche Entschuldigung der Angeklagten nahm sie aber an und machte sinngemäß deutlich, dass für sie damit ein Täter-Opfer-Ausgleich erfolgt sei.

So lautet das Urteil gegen die 24-jährige Allgäuerin

Dies wurde im Urteil ebenso strafmildernd berücksichtigt, wie die Reue und das Geständnis der Angeklagten. Zudem sei die gefährliche Körperverletzung des anderen Disco-Besuchers „im Versuchsstadium stecken geblieben“. Der Richter schloss aufgrund der starken Alkoholisierung eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit nicht aus.