Basketball

DJK Kaufbeuren startet in schwierige Saison

Das waren noch Zeiten: Statt Bayernliga mit vollem Kader, tritt die DJK Kaufbeuren nun in der Bezirksoberliga an – und hat nach acht Abgängen erhebliche Personalprobleme.

Das waren noch Zeiten: Statt Bayernliga mit vollem Kader, tritt die DJK Kaufbeuren nun in der Bezirksoberliga an – und hat nach acht Abgängen erhebliche Personalprobleme.

Bild: Archivfoto: Harald Langer

Das waren noch Zeiten: Statt Bayernliga mit vollem Kader, tritt die DJK Kaufbeuren nun in der Bezirksoberliga an – und hat nach acht Abgängen erhebliche Personalprobleme.

Bild: Archivfoto: Harald Langer

Obwohl sich das Team in die Bezirksoberliga zurückstufen hat lassen, ist Trainer Isodoro Peronace besorgt. Das hat nicht nur mit der langen Corona-Pause zu tun.
Das waren noch Zeiten: Statt Bayernliga mit vollem Kader, tritt die DJK Kaufbeuren nun in der Bezirksoberliga an – und hat nach acht Abgängen erhebliche Personalprobleme.
Von Willi Dressler
26.09.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Als ob die Corona-Pandemie nicht schon Herausforderung genug wäre – Auflagen und Erschwernisse allenthalben – muss die DJK Kaufbeuren zur neuen Saison einen personellen Aderlass sondergleichen verkraften. Das ist dem Klub in den vergangenen Jahren zwar immer wieder passiert. Doch selbst für DJK-Verhältnisse sind acht Abgänge eine atemberaubende Höchstmarke. „Der eine oder andere davon hatte sich angedeutet, aber jetzt trifft es uns schon sehr hart“, sagt Isidoro Peronace. Der 43-Jährige geht in seine neunte Spielzeit als Trainer – sie dürfte unter diesen Bedingungen zweifellos die bislang schwierigste werden. „Die Jungs, die geblieben sind, sind gut. Wenn wir zusammenhalten und ordentlich trainieren, schaffen wir das“, so die Hoffnung des Deutsch-Italieners. „Aber uns fehlt natürlich die Tiefe im Kader. Verletzungen dürfen uns im Grunde nicht passieren, sonst sind wir so gut wie weg.“

Gleich vier Spieler wechseln nach Landsberg

Center Lukas Dollinger versucht sein Glück beim Drittligisten Oberhaching, mit Tim Buttler, Emre Özer, Benedikt Schreiber und Dominik Titz haben gleich vier Spieler beim Nachbarverein in Landsberg am Lech angeheuert. Kapitän Paul Keil und Marcelo Macaluso müssen aus beruflichen Gründen zurückstecken, hinter Artur Taltakaev steht ein dickes Fragezeichen. „Ich kann mir keine Spieler schnitzen. Wir werden versuchen, uns über Wasser zu halten“, sagt Peronace achselzuckend. Der erste Schritt dazu war bereits der freiwillige Rückzug aus der Bayernliga in die Bezirksoberliga nach der vergangenen Saison, die wegen Corona im März abgebrochen wurde. Da einige Abgänge früh feststanden, hätte ein weiteres Jahr in der höheren Spielklasse partout keinen Sinn gemacht, erklärt Peronace.

Ritt auf der Rasierklinge

Doch mit der gegenwärtig äußerst dünnen Personaldecke werde es auch auf Bezirksebene der berühmte Ritt auf der Rasierklinge. „Wir müssen die ersten Spiele irgendwie über die Bühne kriegen und dann hoffen, dass wir noch Leute dazubekommen.“ Wie prekär die Lage ist, zeigt, dass die Zweite Mannschaft bereits vom Spielbetrieb abgemeldet wurde, um Spieler freizuschaufeln. Peronace, der auch Abteilungsleiter ist, muss also alle Register ziehen: „Wer ins Training kommt und mitzieht, der kriegt sicher seine Chance.“

Brenzlige Lage

Der für den heutigen Samstag angesetzte Saisonstart mit dem Auswärtsspiel bei Schwaben Augsburg III fällt schon einmal flach: Nach einer Erkältungswelle im Team musste die DJK die Partie absagen, es droht bei dem eng getakteten Spielplan ein schmerzhafter Spielverlust, falls eine Verlegung nicht möglich ist. „Unsere sportliche Vorgabe kann es nur sein, die Liga zu halten, denn sie ist stark und wurde durch den Corona-Abbruch auf zwölf Mannschaften aufgestockt“, kündigt der DJK-Coach an. Um den Klassenerhalt ganz sicher zu haben, müsse man schon den sechsten Rang anpeilen. Über allem stehe allerdings das Ziel, gesund zu bleiben. Das sage er aus vollster Überzeugung, meint Peronace. Denn mehr noch als die brenzlige Personallage trübe die Corona-Situation die Vorfreude auf die Saison. „Ganz ehrlich: Für mich ist der Sport derzeit zweitrangig. Ich sage es mal drastisch: Wir sollen mit Masken im Auto zu Auswärtsspielen fahren, dann hauen wir uns dort zwei Stunden auf dem Spielfeld den Schweiß um die Ohren, können danach nicht duschen und müssen anschließend wieder mit Maske zwei Stunden quer durch Schwaben von Ingolstadt oder Sonthofen nach Hause fahren.“

Einige noch im Dornröschenschlaf

Die Vorbereitung in der Halle wurde erst Ende August aufgenommen, davor war Lauftraining im Freien angesagt. Auch das brauche man nicht schönzureden, gesteht der Trainer. Gut vorbereitet auf eine Saison, die viele Unwägbarkeiten mit sich bringen dürfte, sähe anders aus. Aber das gehe zumindest den meisten Vereinen so. „Nach einem halben Jahr ohne Basketball befindet sich der eine oder andere noch im Dornröschenschlaf und kommt nicht so recht in die Puschen“, sagt Peronace über sein Team. Auch wenn die Corona-Situation die Unbeschwertheit zu einem guten Teil raube, weiß er: „Jetzt müssen wir ran, da haben wir keine Wahl. Aber dieses Thema ist natürlich sehr präsent und immer im Hinterkopf dabei.“ Jedenfalls sei weiter Wachsamkeit geboten, um die Pandemie aus den Sporthallen fernzuhalten. Vielleicht trägt zumindest das dazu bei, seine DJK-Truppe rechtzeitig zum Saisonstart aufzuwecken.

Der Kader 2020/21

Aufbauspieler: Jules Adjagodo (18 Jahre), Xaver Deuschl (25), Magnus Sauter (23), Dogan Yalcin (25). Flügelspieler: Sebastian Deuschl (22), Krzysztof Kaczmarek (37), Kevin Köhler (23), Max Starkmann. Center: Maximilian Beinhofer (19), Mario Smith (29).