Kaufbeuren

Frieden und Werte schützen

Am gestrigen Volkstrauertag wurden in Stadt und Land wieder zahlreiche Gedenkfeiern abgehalten, um an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft zu erinnern. Die zentrale Veranstaltung für die Stadt Kaufbeuren fand bei der Dominikuskirche am Stadtsaal statt.

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Von Martin Frei
17.11.2019 | Stand: 16:51 Uhr

In ihren Reden gingen Oberbürgermeister Stefan Bosse und Oberst Dirk Niedermeier, Kommandeur des Kaufbeurer Fliegerhorstes, auf ein denkwürdiges Jubiläum ein: den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen. Zwar bedeute das Jahr 2019 auch fast 75 Jahre Frieden in Deutschland und zudem 30 Jahre Mauerfall. Aber an der Tatsache, das der Krieg wieder „an die Türe Europas“ klopfe und „furchtbare Verbrechen“ die Bundesrepublik erschüttern, zeigte sich, „dass unsere Werteordnung massiven Anfechtungen ausgesetzt ist“. Deutschland habe aus den von ihm verursachten zwei Weltkriegen gelernt und gelte inzwischen auch international als ein Garant für Frieden und Freiheit. Deshalb sei er „heute stolz darauf, Deutscher zu sein“, bekannte Bosse.

Angesichts dieser Errungenschaften rief er dazu auf, jenen entschieden entgegenzutreten, die die Geschichte zur relativieren versuchen, den NS-Jargon pflegen, Minderheiten attackieren oder Andersdenkende diffamieren. Probleme, etwa wenn Flüchtlinge Straftaten begehen, müssten offen angesprochen werden. Wer solche Fälle jedoch bewusst falsch instrumentalisiert, der schüre Hass „nach dem Muster der Nationalsozialisten“, sagte Bosse. Auch Niedermeier rief dazu auf, nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart im Blick zu haben. Jeder können in seinem persönlichen Umfeld dazu beitragen, den Frieden zu wahren.

Nach einem ökumenischen Friedensgebet, das die evangelische Militärpfarrerin Beate Kopf, der katholische Kaplan Simon Sarapak und der alt-katholische Pfarrer Markus Schäfler gestalteten, folgte das Totengedenken mit Salutschüssen. Unter den Klängen der Stadtkapelle wurden dann Kränze der Stadt, der Bundeswehr, des VdK-Ortsverbandes, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der örtlichen Soldaten- und Reservistenvereinigungen niedergelegt.