Kaufbeuren

Kaufbeurer lachen, leben und feiern beim Live.Art Festival

Live Art Festival Kaufbeuren lacht

Trotz des kühlen Wetters am Samstagabend genossen zahlreiche Zuschauer im Biergarten und in Autos das Programm „Kaufbeuren lacht“ auf dem Tänzelfestplatz mit (oben, von links) Sängerin Julia Haug, der Band Mauke und den Kabarettisten Jürgen Richter und Wolfgang Krebs.

Bild: Mathias Wild

Trotz des kühlen Wetters am Samstagabend genossen zahlreiche Zuschauer im Biergarten und in Autos das Programm „Kaufbeuren lacht“ auf dem Tänzelfestplatz mit (oben, von links) Sängerin Julia Haug, der Band Mauke und den Kabarettisten Jürgen Richter und Wolfgang Krebs.

Bild: Mathias Wild

Statt Tänzelfest feiern die Kaufbeurer ein Festival auf dem Tänzelfestplatz im Biergarten und im Auto. So lief das Fest.

13.07.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Lachen, leben und feiern sind die drei Tätigkeitswörter, mit denen die Kaufbeurer ein neues Kulturevent propagieren. Auto-Kino und Auto-Kultur im Biergarten verzeichneten auf dem Tänzelfestplatz als Live.Art Festival einen erfolgreichen Start. Zweimal ausverkauft (Eberhofer-Film am Donnerstag und „Kaufbeuren lacht“ am Samstagabend) lassen die Veranstaltergruppe auf eine erfolgreiche Weiterführung hoffen.

„Kaufbeuren kann Großes“, sind sich die Mitveranstalter Claus Tenambergen von der gleichnamigen Marketingagentur und Tourist Information-Leiterin Lena Schweitzer sicher. Angetan von der Idee zeigten sich am Samstagabend auch die Kaufbeurer Doris und Waldemar Weber sowie Christa Ziegler mit ihrem Ehemann Heinz. Letzterer ist überzeugter Tänzelfestfreund und möchte das Festival nicht als Ersatz für das coronabedingt ausgefallene Tänzelfest sehen. Diese neue Form der Unterhaltung habe aber das Zeug zu einer eigenständigen Zukunft, meinen die zwei Paare unisono und verfolgen konzentriert und mit Dauerlachen die Präsentation der Protagonisten.

Dies sind: Wolfgang Krebs, der in die Rolle vieler Ministerpräsidenten schlüpfen kann. Julia Haug, die exzellente Stimme. Mauke, die Band, die paurisch zur Weltsprache geführt hat. Jürgen Richter, der den roten Faden in den Corona-Dschungel-Beschränkungen sucht und nicht findet. Sie sind allesamt Größen aus der Region, die zum Teil im ganzen deutschsprachigen Raum wirken.

Blinken statt klatschen

Der Tänzelfestplatz ist an diesem Abend aufgeteilt. Zwei Drittel der Fläche ist den Autos vorbehalten (Beifall mit blinkenden Lichtern, nicht hupen). Daran an schließt sich der Biergarten. Das kühle Abendwetter kann die innerliche Wärme des Auditoriums nicht vertreiben. Tiefliegende Wolken vermögen nur mit ein paar vereinzelten Regentropfen zu drohen. Bunte Lichter im Cateringbereich tun ein Übriges für eine entspannte und bisweilen romantische Stimmung. Die Ironie folgt prompt durch die einzelnen Beiträge der Künstler.

Comedian Wolfgang Krebs und Sängerin Julia Haug 

„Die Welt braucht nur eines, nämlich mich“, behauptet Krebs alias Markus Söder. Man müsse vor dem Staatenlenker mit der harten Hand Angst haben. Wolfgang Krebs brilliert in allen Rollen, eine besondere Nähe offenbart er zu Hubert Aiwanger, den er nahezu perfekt parodiert. Er überrascht als Angela Merkel und persifliert ihre Einstellung zu Bayern, „schon allein die vielen Fremdsprachen die da zu hören sind. Da ist mir russisch schon näher“.

Julia Haug präsentiert ihr klare und ausdrucksvolle Stimme mit Empathie und komödiantischem Vermögen, herrlich erfrischend ihre Interpretationen von Trude Herr Songs, sie will partout keine Schokolade und spöttelt fast schon altklug über die Männer über 40.

Und da ist ja auch noch Mauke – die Band. Mauke ist paurisch und bedeutet Kartoffelstampf. Ihre Cover-Versionen sind jedoch kein Stampf, sie sind Kult mit hohem Wiedererkennungswert und einer Originalität „zum Niederknien“. Unerklärlich, wie aus dem Superhit „Angie“ der Rollenden Steine der „Franz mit een Schi“ wird.

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse würdigt in seinem Grußwort das Zusammenwirken von Marketing, Stadt, Gastronomie und Wirtschaftsunternehmen (im Besonderen Günter Sobeck vom Corona-Kinoplex). Hier sei etwas Beispielhaftes geschaffen worden, sagt der OB. Gleichzeitig bedankt er sich für das Verständnis der umliegenden Anwohner.