Kaufbeuren

Kaufbeurer Polizeichefs sagen Servus

Verabschiedung Maier Janko Polizei

Abschied und Neubeginn: Der neue Kaufbeurer Polizeichef Markus Ziegler, der scheidende Stellvertreter Reinhard Janko und der bisherige Polizeichef Thomas Maier (von links) auf der Bühne des Stadtsaals.

Bild: Mathias Wild

Abschied und Neubeginn: Der neue Kaufbeurer Polizeichef Markus Ziegler, der scheidende Stellvertreter Reinhard Janko und der bisherige Polizeichef Thomas Maier (von links) auf der Bühne des Stadtsaals.

Bild: Mathias Wild

Welche Wünsche  Thomas Maier und sein Stellvertreter Reinhard Janko für den Ruhestand mit auf den Weg bekommen und wer Nachfolger wird

31.07.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Unter der Leitung von Thomas Maier sanken die Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Kaufbeuren stetig, während sich die Aufklärungsquote auf einen „Spitzenwert“ von über 72 Prozent erhöhte. Am Donnerstag Vormittag wurde der Polizeichef samt seines Stellvertreters Reinhard Janko in den Ruhestand verabschiedet. Die Redner, allen voran Polizeivizepräsident Guido Limmer, würdigten die großen Verdienste der beiden Beamten. Vorgestellt wurde gleichzeitig Maiers Nachfolger Markus Ziegler.

Dass Corona die Welt auch in Kaufbeuren verändert, wurde bei der Veranstaltung deutlich. Nur an die 60 geladene Gäste durften an der Feierstunde im Stadtsaal teilnehmen. Und Polizeipräsident Werner Strößner konnte nicht kommen, weil er Kontakt zu einem möglicherweise mit Corona infizierten Menschen hatte. So lobte sein Stellvertreter Limmer die Leistungen Maiers, dessen Karriere bei der Polizei 1978 begonnen hatte. Nach Stationen unter anderem bei der Grenzpolizei, in Mindelheim und im Innenministerium leitete er seit 2005 die Polizeiinspektion Kaufbeuren. Er habe dabei Wert auf „engmaschige Zusammenarbeit mit anderen Institutionen gelegt und zugleich stets ein offenes Ohr für die Mitarbeiter gehabt“, sagte Limmer. Wegen seines breiten Fachwissens sei Maier auch mehrmals ins Polizeipräsidium Schwaben Süd-West berufen worden, um dort etwa den Digitalfunk mit aufzubauen und vorübergehend die Einsatzzentrale zu leiten. Dabei habe er „höchstes Engagement“ gezeigt. Er habe „ungezwungen und spontan“ neue Aufgaben angenommen. Zudem sei sich Maier jederzeit seiner Verantwortung bewusst gewesen und habe auch schwierige Einsätze persönlich geleitet. Am Ende der Laudatio überreichte Limmer an Maier eine Urkunde von Innenminister Joachim Herrmann.

Auch Janko startete seine Polizeikarriere 1978. Er war unter anderem in Buchloe und bei der Kripo Kaufbeuren im Einsatz, bevor er 2008 Stellvertreter Maiers wurde. Limmer würdigte Janko als „stets verlässlichen Ansprechpartner und geschätzten Vorgesetzten“. Strößner dankte Janko per Brief für seinen Einsatz.

Als „systemrelevante Persönlichkeiten“ bezeichnete Oberbürgermeister Stefan Bosse – der selbst Polizist war – die beiden scheidenden Beamten, die ihn jahrelang begleitet haben. Bosse und Janko arbeiteten einst sogar unmittelbar in der PI Kaufbeuren zusammen. Bosse und Maier hatten sich im Innenministerium kennengelernt und zusammen mit dem heutigen Polizeipräsidenten Strößner als „Trio infernale manche Schlacht geschlagen und Siege davongetragen“, plauderte Bosse aus dem Nähkästchen.

Lobende Worte für das Duo Maier/Janko fand auch Landrätin Maria Rita Zinnecker. Die Polizeiinspektion Kaufbeuren ist nämlich auch für 13 Gemeinden im mittleren Landkreis Ostallgäu – von Osterzell bis Obergünzburg – zuständig. Zinnecker freute sich, dass das neue Polizeigebäude direkt neben dem Grünen Zentrum gebaut wird, in dem bereits Einrichtungen wie das Landwirtschaftsamt untergebracht sind, die ebenfalls für Kaufbeuren und das Ostallgäu tätig sind.

Sichtlich berührt von den lobenden Worten hatte am Ende Maier selbst das Wort. „Da steht man dann plötzlich nach so vielen Berufsjahren und ist überwältigt“, sagte er. Maier blickte zurück auf seine fast 43 Jahre lange Laufbahn bei der Polizei mit zahlreichen Stationen und Begegnungen. Aus seinem Beruf sei eine „persönliche Leidenschaft“ geworden. Während seiner vielen Einsätze habe er erlebt, dass Freude, Leid und Trauer „sehr oft beieinander liegen“. Lebenslang werde er etwa den Anschlag auf das Oktoberfest 1980 nicht mehr vergessen. Er selbst „wollte als Mensch Menschen führen und den Kollegen eine dienstliche Heimat geben“. Die Kaufbeurer Polizei sei ein ganz tolles Team mit engagierten Mitarbeitern. Auch für die Zukunft wünsche er allen, „stets unversehrt an Leib und Seele aus Einsätzen zurück zu kommen.“

Nachfolger Markus Ziegler

Die Nachfolge von Maier tritt am 1. September Markus Ziegler an. Der heute 52-Jährige wurde 1968 im Kaufbeurer Krankenhaus geboren und wuchs in Schlingen auf, wo er noch heute mit seiner Familie lebt. Nach dem Abitur am Kaufbeurer Gymnasium begann 1989 seine Laufbahn bei der Polizei. Seine erste Station nach dem Studium war die Kripo in Kaufbeuren. Von 1994 bis 2009 war er bei der Polizeiinspektion Marktoberdorf im Einsatz. Danach wirkte er bis heute im Polizeipräsidium Schwaben Süd-West. Nun freut sich Ziegler auf seine neue Aufgabe, mit der sich für ihn ein Kreis schließt. Er möchte die Erfolgsgeschichte der Kaufbeurer Polizeiinspektion fortschreiben und sich um den anstehenden Neubau des Dienstgebäudes kümmern. „Unsere Aufgabe ist es, allen ein sicheres Lebensgefühl zu geben“, sagte Ziegler bei seiner Amtseinführung.