Forstwirtschaft im Ostallgäu

Klimawandel und Wildverbiss: Den Wald widerstandsfähig machen

Teilnehmer des Waldbegangs in Lauchdorf begutachten eine gelungene Tannenverjüngung: Projektleiter Christian Hartmann, Jagdvorsteher Franz Suiter, Jäger Georg Koch, Forstrevierleiter Stephan Fessler und Forstdirektor Stephan Kleiner.

Teilnehmer des Waldbegangs in Lauchdorf begutachten eine gelungene Tannenverjüngung: Projektleiter Christian Hartmann, Jagdvorsteher Franz Suiter, Jäger Georg Koch, Forstrevierleiter Stephan Fessler und Forstdirektor Stephan Kleiner.

Bild: Florian Bolg

Teilnehmer des Waldbegangs in Lauchdorf begutachten eine gelungene Tannenverjüngung: Projektleiter Christian Hartmann, Jagdvorsteher Franz Suiter, Jäger Georg Koch, Forstrevierleiter Stephan Fessler und Forstdirektor Stephan Kleiner.

Bild: Florian Bolg

Bei einem Begang in Lauchdorf (Ostallgäu) steht der Waldumbau im Mittelpunkt. Was bei der Verjüngung in Zeiten des Klimawandels beachtet werden muss.
19.04.2022 | Stand: 05:15 Uhr

30 Waldbesitzer, Vertreter der Jagdgenossenschaft, Jäger und Forstleute trafen sich kürzlich bei Lauchdorf zu einem gemeinsamen Waldbegang unter dem Motto „Waldumbau in Zeiten des Klimawandels“. An ausgewählten Waldbildern wurden verschiedene Möglichkeiten der Waldverjüngung erläutert. Dabei wurden die Vor- und Nachteile der Naturverjüngung, Freiflächenbepflanzung und Unterbaupflanzung besprochen.

Klimatolerante, zukunftsfähige Mischwälder

Auch auf finanzielle Fördermöglichkeiten durch die Bayerische Forstverwaltung wurde eingegangen. Die Veranstaltung wurde von der „Initiative Zukunftswald Bayern“ organisiert und ist Teil des Projekts „Klima-Jagd(t)-Wald“, „Ziel des Projekts ist es, die heimischen, stark fichtendominierten Wälder gezielt in klimatolerante, zukunftsfähige Mischwälder umzubauen“, erklärte Projektleiter Christian Hartmann. Dies sei auf großer Fläche nur bei angepassten Wildbeständen möglich.

Kleine Buchen und Tannen können ohne Schutz nicht aufwachsen

In der Regel sind im Ostallgäu die Bestände von Rehwild so hoch, dass kleine Waldbäume wie Buche und Tanne ohne Schutz nicht aufwachsen können. Die Folge sei, dass die jungen Bäume von den Waldbesitzern mit erheblichem finanziellem Aufwand und viel Mühe, durch Zaun oder Einzelschutz gegen Wildverbiss geschützt werden müssen.

Dass es auch anders geht, zeigen die Wälder bei Lauchdorf. Durch eine enge und zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzern und Jägern wurden waldverträgliche Wildbestände geschaffen. Die Nachhaltigkeit des Rehwildbestands ist dabei nicht gefährdet, da seit vielen Jahren dieselbe Zahl an Rehen erlegt wird. „Heute können hier junge Buchen und Tannen aus Naturverjüngung und Pflanzung aufwachsen, ohne dass sie in ihrer Entwicklung gestört werden. Dies war vor fünfzehn Jahren noch undenkbar“, stellt Jagdvorstand Franz Suiter fest.

„Durch die jetzige Situation ist eine Verjüngung der Haupt- und Mischbaumarten weitestgehend ohne Schutzmaßnahmen möglich“ ergänzt Revierleiter Stephan Fessler. Hier haben die Waldbesitzer nun die Möglichkeit, ihren Wald in einen standortsgemäßen, klimatoleranten und zukunftsfähigen Wald mit einer Vielfalt an Baumarten umzubauen. „Zur Fichte können aktiv Baumarten wie zum Beispiel Buche, Tanne, Bergahorn, Lärche, Douglasie aus Naturverjüngung übernommen oder aktiv angepflanzt werden, ohne dass sie aufwendig geschützt werden müssen“, erläuterte Forstdirektor Stephan Kleiner. Die Mischung sei wichtig, da man nach jetzigem Stand davon ausgehen könne, dass sie mit dem zukünftigen Klima besser zurechtkommen.

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