Theater

Kulturwerkstatt Kaufbeuren will sich nicht unterkriegen lassen

Das Weihnachtsprogramm der Kulturwerkstatt fällt heuer coronabedingt zwar flach, dafür ragt der Christbaum im Theater Schauburg überweit nach oben, den Thomas Garmatsch, Tamara Otparlik, Martina Quante, Simone Dopfer und Nadja Ostertag (von links) spaßeshalber im Foyer aufzustellen versuchten.

Das Weihnachtsprogramm der Kulturwerkstatt fällt heuer coronabedingt zwar flach, dafür ragt der Christbaum im Theater Schauburg überweit nach oben, den Thomas Garmatsch, Tamara Otparlik, Martina Quante, Simone Dopfer und Nadja Ostertag (von links) spaßeshalber im Foyer aufzustellen versuchten.

Bild: Kulturwerkstatt Kaufbeuren

Das Weihnachtsprogramm der Kulturwerkstatt fällt heuer coronabedingt zwar flach, dafür ragt der Christbaum im Theater Schauburg überweit nach oben, den Thomas Garmatsch, Tamara Otparlik, Martina Quante, Simone Dopfer und Nadja Ostertag (von links) spaßeshalber im Foyer aufzustellen versuchten.

Bild: Kulturwerkstatt Kaufbeuren

Nachdem das Weihnachtsprogramm des Kinder- und Jugendtheaters ausfallen muss, blicken die Macher hoffnungsvoll nach vorne. Was im nächsten Jahr geplant ist.
10.12.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Für viele gehören sie zum Advent wie die Plätzchen oder der Kranz – die vorweihnachtlichen Aufführungen der Kulturwerkstatt (KW) Kaufbeuren. Seit 16 Jahren etwa steht kurz vor dem Fest „Ox und Esel“ auf dem Programm. Der humorvolle Blick auf das Weihnachtsgeschehen hat sich seither zum Kultstück des Kinder- und Jugendtheaters entwickelt und inzwischen auch viele erwachsene Fans. Doch die Corona-Zwangspause macht auch vor dieser Tradition nicht Halt: Nahezu das komplette Weihnachtsprogramm der Kulturwerkstatt in diesem Jahr musste abgesagt werden.

Internet statt Schaufenster

Etliche Elemente der ausgefallenen Aufführungen, etwa auch das „Kaufbeurer Engele“, kommen jedoch im Adventskalender der Kulturwerkstatt vor. Eigentlich sollte an jedem Dezemberabend bis zum Fest im Schaufenster des Theaters Schauburg eine kleine Aufführung aller Kulturwerkstatt-Mitwirkenden über die Bühne gehen. Aber selbst das war nicht möglich. Deshalb wurden die Stücke, wie bereits kurz berichtet, im Geschichtenladen der KW gefilmt, und täglich um 18.30 Uhr ist eine neue Aufzeichnung im Internet abrufbar. Zu sehen sind die Stücke außerdem auf einem Bildschirm am ursprünglich geplanten Aufführungsort in der Ganghoferstraße.

Weiterhin „Verrückte Zeiten“

Es sind coronabedingt nach wie vor „Verrückte Zeiten“. Deshalb trägt auch die kommende Spielzeit der Kulturwerkstatt diesen Titel. Ab Mitte Januar soll es wieder Aufführungen und sogar Premieren geben (siehe Info-Kasten). „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagen Martina Quante und Thomas Garmatsch vom KW-Team, „wir können gar nicht anders, als weiterzumachen.“ Die Theatermacher arbeiten allerdings – im Gegensatz zur Adventskalender-Lösung – konsequent auf Live-Aufführungen hin. Bei Internet-Übertragungen fehle einfach das „Gemeinschaftsgefühl“ und das „Erlebnis“, das die Bühnenkunst ausmache. Entsprechend werden aber bei den ersten Aufführungen des neuen Jahres nur maximal vier Schauspieler des KW-Betreuerteams auf der Bühne stehen.

Großer Stückestau

Quante, Garmatsch und ihre Kollegen hoffen, dass dann ab dem Frühjahr wieder größere Stücke mit Kindern und Jugendlichen möglich sind – zumal der Berg der bereits erarbeiteten, aber dann verschobenen Bühnenprojekte immer größer werde. „Es muss momentan alles doppelt und dreifach geplant werden. Das macht schon mürbe“, berichtet Garmatsch. Aber noch sei die Stimmung bei der Kulturwerkstatt gut, „und wir hoffen, dass uns nicht die Luft ausgeht“.

Spendenaktion des Fördervereins

Um auch finanziell für ausreichend Luft in der Corona-Krise zu sorgen, hat der Förderverein des Kinder- und Jugendtheaters eine Spendenaktion gestartet. Wer die Kulturwerkstatt unterstützen will, kann dies mit einer Einzahlung auf das Konto mit der IBAN DE 88 7209 0000 0008 0060 32 bei der VR Bank Augsburg-Ostallgäu unter dem Stichwort „Adventskalender“ tun. Nähere Auskünfte und Spendenquittungen gibt es per E-Mail an:

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foerderverein@kulturwerkstatt.eu

Die geplanten Stücke

Ein Theatererlebnis für die kleinsten Besucher ab drei Jahren bieten seit Langem die Geschichten von Frau Maus und ihrem Freund, dem Maulwurf. Simone Dopfer und Thomas Garmatsch haben einen dritten Teil entwickelt, der genau da anfängt, wo der zweite aufgehört hat. Dazu gibt es Live-Musik von Manfred Eggensberger. Geplante Aufführungen sind am Samstag, 16., Sonntag, 17., Samstag, 23., und Sonntag, 24. Januar, jeweils ab 15 Uhr im Theater Schauburg.

Eine Hommage an Astrid Lindgren ist das neue, von der Kulturwerkstatt geschaffene Stück „Von Löwenherzen, Tischlerschuppen und Rumpelwichten“. Dabei sollen verschiedene Figuren, vor allem aber „die beseelte Art, zu schreiben“ der weltberühmten Kinderbuchautorin vermittelt werden, sagt Regisseur Thomas Garmatsch. Empfohlen wird das Stück für Zuschauer ab sieben Jahren. Geplante Aufführungen sind am Samstag, 20., Sonntag, 21., Freitag, 26., Samstag, 27., und Sonntag, 28. Februar, jeweils ab 18 Uhr im Theater Schauburg.

Komplette Eigenproduktionen

Eine weitere komplette Eigenproduktion ist das Stück „Bienen“ (ab fünf Jahren). Damit will die Kulturwerkstatt zum einen ein Bewusstsein für die wichtigen Tiere vermitteln, zum anderen aber auch Geschichten rund um die emsigen Insekten erzählen. Geplante Aufführungen sind am Samstag, 13., Sonntag, 14., Samstag, 20., und Sonntag, 21. März, jeweils ab 15 Uhr im Theater Schauburg.

„Vor allem viel Spaß“ in diese ungewöhnlichen Zeiten solle das Stück „Pinguine können keinen Käsekuchen backen“ machen, betonen die Macher. Die tierisch-humorvolle Geschichte für Zuschauer ab sechs Jahren hat die Kulturwerkstatt ebenfalls komplett selbst erarbeitet. Geplante Aufführungen sind am Samstag, 17. Sonntag, 18., Samstag, 24., und Sonntag, 25. April, jeweils ab 15 Uhr im Theater Schauburg. (maf)

Der Vorverkauf läuft online sowie über das Stadtmuseum Kaufbeuren.

www.kulturwerkstatt.eu