Mauerstetten

Neuer Kindergarten kommt nach Frankenried

Gemeinderat Knappe Entscheidung gegen das Votum der Eltern. In zwei Jahren soll Einrichtung für 50 Mädchen und Buben stehen
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Von von Klaus D. Treude
15.12.2019 | Stand: 14:51 Uhr

Denkbar knapp fiel die Entscheidung des Mauerstettener Gemeinderats für den Standort eines neuen zweigruppigen Kindergartens für circa 50 Kinder aus. Obwohl sich 80 Prozent der Eltern in der Gemeinde für Mauerstetten ausgesprochen hatten, soll die neue Einrichtung in Frankenried entstehen. Das Ergebnis der Befragung sahen manche Gemeinderäte lediglich als Hilfe, nicht aber als verbindliche Vorgabe. Sieben von 13 Ratsmitgliedern entschieden sich nach langer, kontroverser Diskussion dafür. Namentlich, wie es Christian Plötz gefordert hatte. Er machte sich für den besten Standort stark.

Nicht allein sachliche Gründe spielten eine Rolle. Unstrittig ist, dass der Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen besteht - und das recht bald, also keine Zeit zu verlieren ist. Das Thema wird schon lange im Gemeinderat erörtert, Pläne für einen Waldkindergarten sind vom Tisch. In zwei Jahren muss die Einrichtung stehen. Unstrittig ist auch, dass Frankenried gegenüber dem Hauptort eine vergleichsweise bescheidene Infrastruktur aufweist. Unstrittig ist aber auch, dass der künftige Bedarf an Kindergartenplätzen in Mauerstetten deutlich höher sein wird als in Frankenried. Die Folge: Es werden deutlich mehr Kinder von Mauerstetten nach Frankenried befördert werden müssen als dies umgekehrt der Fall wäre.

Der Standort Mauerstetten wäre auch aus anderen Gründen sinnvoller, so Bürgermeister Armin Holderried, etwa wegen der fußläufigen Anbindung an die Schule für Vorschulkinder-Kurse oder dem ab 2025 gesetzlich vorgeschriebenen Kinderhort zur Ganztagsbetreuung von Schulkindern. Nun muss in Frankenried zügig ein Bauplatz gefunden werden. Denkbar wäre auch der Umbau eines bestehenden Gebäudes, etwa eines nicht mehr betriebenen Bauernhofes. Hier hat Holderried Zweifel, ob man das in der verbleibenden knappen Zeit schaffen werde. Martina Burg hatte dies vorgeschlagen. Auch die Trägerschaft muss jetzt geklärt werden.

Ohne Gegenstimme billigte der Gemeinderat die Jahresrechnung 2018 und den Haushalt 2019 für den Kindergarten St. Vitus, den Karoline Waldner vortrug. In 2018 wurde ein Überschuss erwirtschaftet, 2019 wird wieder mit einem Defizit gerechnet. Das jedoch hält sich im üblichen Rahmen. 2020 werden wohl die Elterngebühren erhöht werden.

Die Blasmusik Mauerstetten darf sich über einen Zuschuss von 3000 Euro für ihren neuen Kofferanhänger freuen. Holderried sieht in diesem Zusammenhang keine Notwendigkeit, das in der Gemeinde praktizierte und bewährte Antragsverfahren für Vereinszuschüsse der Sparkasse und VR-Bank zu ändern.

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Ohne Gegenstimme schickte der Gemeinderat auch Änderungen zum Flächennutzungs- und Bebauungsplan auf den weiteren Weg, die sich auf das Gewerbegebiet Nord-Ost beziehen. Auch einer wegen des neuen Feuerwehrgerätehauses erforderlichen Bebauungsplanänderung gaben sie einmütig grünes Licht. Allerdings stimmten nur acht der 13 Ratsmitglieder für eine erneute Änderung des Flächennutzungsplans Mauerstetten, die wegen der geplanten Baumaßnahmen im Gewerbegebiet Steinschachen und für das Feuerwehrgerätehaus notwendig wurden. Peter Niederthanner forderte erneut, diesen Plan einmal grundlegend zu überarbeiten. Das begrüßt auch Holderried grundsätzlich, sieht aber derzeit keine Ressourcen, dies umzusetzen. Gleichwohl stimmten die Gemeinderäte grundsätzlich der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Steinschachen zu.

Bei drei Gegenstimmen beschloss das Gremium, den Auftrag für die Holzbauarbeiten zur Dreifachsporthalle an eine Rosenheimer Firma zu vergeben. Deren Angebot (411 500 Euro) liegt zwar deutlich über der ursprünglichen Schätzung (225 000 Euro), sei aber marktgerecht.

Mit einem Dank an Mitglieder des Gemeinderats, die Gemeinde-Mitarbeiter, die freiwilligen Helfer und die Stammgäste bei Sitzungen beendete Holderried die 30. und letzte Gemeinderatssitzung eines „konstruktiven Jahres“. Man sei fleißig gewesen, wenngleich man nicht immer allen Erwartungen entsprochen hätte.