Einzelhandel

Schokolade und mehr: Was eine Aktion in Kaufbeuren so ungewöhnlich macht

Die ersten Kunden haben Stefanie Fernandez-Eichinger (rechts) und ihre Mitstreiterinnen im Geschäft in der Kaiser-Max-Straße 15 bereits begrüßt.

Die ersten Kunden haben Stefanie Fernandez-Eichinger (rechts) und ihre Mitstreiterinnen im Geschäft in der Kaiser-Max-Straße 15 bereits begrüßt.

Bild: Harald Langer

Die ersten Kunden haben Stefanie Fernandez-Eichinger (rechts) und ihre Mitstreiterinnen im Geschäft in der Kaiser-Max-Straße 15 bereits begrüßt.

Bild: Harald Langer

Mode, Kunsthandwerk, Genuss: Mit einer Gemeinschaftsaktion in einem Kaufbeurer Pop-up-Laden schaffen Einzelhändler Lichtblicke in Corona-Zeiten.
07.11.2020 | Stand: 15:55 Uhr

Die Zeiten sind arm an guten Nachrichten für Einzelhandel und Gastronomie. Der Corona-Lockdown im November schmerzt. Märkte werden reihenweise abgesagt, das Vorweihnachtsprogramm auf ein Minimum heruntergefahren. Gegen diesen Strom der aufs Gemüt drückenden Einschränkungen schwimmen die Anbieter des Pop-up-Stores in der Kaiser-Max-Straße 15 (ehemaliges Geyhalter-Haus). Dort, inmitten des Filmsets von Til Schweigers Streifen „Die Rettung der uns bekannten Welt“, bietet bis Ende des Jahres eine Reihe von Einzelhändlern, Kunsthandwerkern und Künstlerinnen ihre Werke und Waren an.

Mitten im Filmset

Der Namen des Ladens: „Chocolate & More“. Und das muss erklärt werden. Angeschoben hat das Ganze nämlich Stefanie Fernandez-Eichinger, deren Chocolaterie Die Trüffelfee stadtweit Bekanntheit erlangt hat. Im Sommer plante sie, sich für den Winter einen Pop-up-Store zu suchen. Solche vorübergehenden Ladenkonzepte werden immer beliebter, auch in Kaufbeuren.

Eine Kundin schlug ihr vor, es doch im leerstehenden ehemaligen Geyrhalter-Geschäft zu versuchen. Dort hatte Til Schweiger jüngst Szenen für seinen neuen Film gedreht, die dafür gebaute Juweliereinrichtung gibt es bis heute. „Ganz schön groß für mich allein, habe ich gedacht“, sagt Fernandez-Eichinger. „Aber die Tapete, ein Traum.“ Immobilienexperte Wolfgang Klöck, der Mieter für das leerstehende Anwesen in bester Kaufbeurer Lage sucht, zeigte sich begeistert von der Idee einer Pop-up-Chocolaterie. Er überließ den Mietern die Verkaufsfläche laut Fernandez-Eichinger zu einem „absolut fairen Preis“. Ihm sei es wichtig, dass Leben in die Innenstadt einzieht.

Mitstreiter gesucht

Die Geschäftsfrau suchte also Mitstreiter, um die Ladenfläche zu füllen und für Kunden einen Mehrwert zu schaffen. Bei ihrem Plan spielte auch eine Rolle, dass fast alle Weihnachtsmärkte abgesagt sind. „In einem solchen Laden können dann die Mitwirkenden wenigstens noch einen kleinen Teil des Umsatzes retten“, sagt sie. Aber regional sollte das Angebot sein, selbst produziert die Waren. Eingezogen sind nun zehn Kunsthandwerker und Anbieter, die Waren aus den Segmenten Holz, Papier & Betonarbeiten, Selbstgenähtes, exklusiver Schmuck aus Glas und Porzellan, Gebrauchskeramik, Malerei und Glaskunst anbieten. „Nicht zu vergessen natürlich der Genuss“, sagt Fernandez-Eichinger, die nun hofft, dass man sogar noch etwas wachse. Die Anbieter teilen sich den Verkaufs- und Beratungsdienst auf, damit der Aufwand für jeden überschaubar ist. Nachdem der neue Lockdown angekündigt war, gab es zwar Zweifel, ob das Projekt noch sinnvoll sei. „Am Ende hieß es aber: Wir packen das“, sagt Fernandez-Eichinger. Die Geschäftsfrau hat Til Schweiger zwischenzeitlich eine Nachricht über Instagram geschickt, sich für die tolle Tapete bedankt und auf die Idee eines Pop-up-Stores verwiesen. Eine Antwort steht noch aus.

Regionales Kunsthandwerk

Mitte nächster Woche bekommt der Pop-up-Store noch einmal Zuwachs mit einem Angebot unter dem Motto „Mit schönen Dingen Freude schenken“, das bereits von früheren Veranstaltungen im Stadtsaal bekannt ist. Dahinter steckt das Frauenzimmer. Seit der Eröffnung im Oktober 2018 hat sich dieses gleichnamige Geschäft in der unteren Kaiser-Max-Straße zu einer kleinen Institution entwickelt. „Regionales Kunsthandwerk auf hohem Niveau, natürliche Materialien, zudem nachhaltig und fair“, sagt Inhaberin Jeanette Pfeilschifter zu der Ausrichtung. Nicht nur Kaufbeurer Kunden schätzten dieses besondere Lädchen, auch auswärtige Besucher freuten sich über das Sortiment mit Waren aus Porzellan, „Wohlstoff“-Textilien, Malerei und Schmuck.

Mit Schönem Freude schenken...

Nun organisiert Pfeilschifter mit 15 weiteren Kunsthandwerkerinnen parallel zum Frauenzimmer den Pop-up-Laden unter dem Motto „Mit schönen Dingen Freude schenken“ für alle, die in der Vorweihnachtszeit Lust auf etwas Besonderes haben. Eröffnung ist am Mittwoch, 11. November, der letzte Tag ist Samstag, 14. November. (Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr). Wir berichten in unserem Newsblog laufend über die aktuelle Corona-Entwicklung in der Region Allgäu und in der Welt