Kampfjet als Wahrzeichen

Der Starfighter ist zurück am Fliegerhorst in Kaufbeuren

Starfighter steht wieder vor Hauptgebäude im Fliegerhors Kaufbeuren

Frisch restauriert ist der Starfighter an seinem angestammten Platz vor dem Kommandeursgebäude im Fliegerhorst Kaufbeuren zurück.

Bild: Alexander Bernhard/Bundeswehr

Frisch restauriert ist der Starfighter an seinem angestammten Platz vor dem Kommandeursgebäude im Fliegerhorst Kaufbeuren zurück.

Bild: Alexander Bernhard/Bundeswehr

Nach der Restaurierung ziert die historische Maschine erneut das Stabsgebäude im Kaufbeurer Fliegerhorst. Zu tun gab es viel.
30.09.2021 | Stand: 18:19 Uhr

Er war sozusagen zehn Jahre lang das Wahrzeichen des Kaufbeurer Fliegerhorsts, dann war der Starfighter mit der Serialnummer 2006 nicht mehr schön anzuschauen und wanderte in die Halle. Dort restaurierte ihn Hauptmann Marco Westphal aufwendig. Nun ist der ausgemusterte Kampfjet auf seinem angestammten Platz – der knapp 18 Meter langen rautenförmigen Ausstellungsfläche – zurück.

"Sofort Feuer und Flamme"

Als Oberst Martin Langer Westphal vor über einem Jahr fragte, ob er sich eine solche Aufgabe zutraue, antwortete der Hobby-Militärhistoriker umgehend mit ja. „Ich war sofort Feuer und Flamme für diesen Auftrag. Für mich war es ein super Projekt und gleichzeitig eine Ehre“, so Westphal. Doch die ersten Herausforderungen ließen nicht lange auf sich warten: Die Beschriftung auf der alten Maschine war mit einer gesundheitsschädigenden Farbe angebracht. Nach eingängiger Recherche wurde ein umweltfreundliches Anti-Graffiti-Gel gefunden. Beim Aufstellen 2010 hatte das Hebegeschirr des Kranes zudem die beiden hinteren Flügelanschlussbleche zerstört. Die Beschaffung dieser seltenen Stücke veranlasste Hauptmann Mathias Tietje. Metaller Benedikt Netzer passte diese an und vernietete sie fachmännisch.

Von Lack befreit

Die komplette Restauration führte Westphal in zwei Phasen durch. Zuerst wurde das ausgediente Luftfahrzeug von seinem Lack befreit und geschliffen. Allerdings war die Maschine ziemlich stark verrostet. Mittels zweier Bürstenschleifmaschinen wurde der alte Flieger in Westphals Worten „nackig gemacht“. Sein neues Gewand erhielt er dann durch mehrere silberne Grundier- und Lackschichten, die Blech für Blech abklebend aufgetragen werden mussten und mindestens zehn bis 15 Jahre lang halten sollen.

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Insgesamt wurden 30 Kilo Grundierung und 40 Kilo Lack sowie 300 Meter Abklebe-Papier verbraucht. Um die Aufkleber kümmerte sich derweil Thomas Röschmann von den Lehrmittelwerkstädten der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck. Zudem musste das extrem harte Acrylglas des Cockpitdaches geschliffen und poliert werden, da starke äußere und innere Verwitterung diesem über viele Jahre hinweg zugesetzt hatten.

6000 Euro Kosten

Die harte Arbeit und Kosten in Höhe von 6000 Euro zahlten sich am Ende aus: Stabsfeldwebel Marcus Wirsen bewegte den Starfighter mit einem Schlepper von Halle 423 vor das Gebäude 1. Dort wurde das Flugzeug durch Soldaten des Gebirgsversorgungsbataillons 8 aus Füssen mit Hilfe eines Schwerlastkrans punktgenau auf die Sockelvorrichtung gehoben. Nach drei Stunden war das Werk vor den Augen zahlreicher Schaulustiger erfolgreich vollbracht.

Daten und Fakten

  • Geschichte: Die Lockheed F-104 „Starfighter“ ist ein einstrahliges Kampfflugzeug der Zeit des Kalten Krieges aus US-amerikanischer Produktion. Hergestellt wurde der „Starfighter“ durch die Lockheed Corporation in Burbank. Eine Absturzserie bei der Bundeswehr in den 1960er-Jahren ist als Starfighter-Affäre bekannt. Sie trug dem Flugzeugtyp sarkastische Bezeichnungen wie Witwenmacher, Erdnagel, fliegender Sarg oder Sargfighter ein.
  • Die 2006: Die F-104 G mit der Seriennummer 2006 wurde direkt aus den USA in Kaufbeuren angeliefert. Sie wurde in Deutschland nie geflogen, sondern diente der Luftwaffenschule als Ausbildungsexemplar.
  • Ausstellungsstück: Seit 2010 gehört der Kampfjet dem Militärhistorischem Museum Berlin-Gatow, das ihn dem Fliegerhorst Kaufbeuren als Ausstellungsstück vor dem Stabsgebäude überließ. Zehn Jahres später musste die Maschine restauriert werden. Nun erstrahlt sie in neuem Glanz.

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