Pforzen

Udo außer Rand und Band

FZB Faschingsumzug Pforzen 37

FZB Faschingsumzug Pforzen 37

Bild: Harald Langer

FZB Faschingsumzug Pforzen 37

Bild: Harald Langer

Fasching Die Pforzener feiern die fünfte Jahreszeit und lassen ihren Menschenaffen hundertfach wiederauferstehen. Auch beim Umzug dabei: Greta Thunberg und die Arche Noah
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Von Harald Langer (Fotos) und Naomi Rieger (TEXT)
23.02.2020 | Stand: 19:15 Uhr

Wenn Wonder Woman in Pforzen auf Asterix und wildgewordene Einhörner trifft, kann das nur eines heißen: Der Fasching ist ausgebrochen. Am Sonntag machten 40 Gruppen beim Umzug der Fastnachtszunft Burgenstadl das Dorf unsicher und sorgten für Glitzer, Glück und Trommelfellschäden.

Der Hauptdarsteller schlechthin war natürlich Udo – der Menschenaffe, dessen Überreste in der Pforzener Hammerschmiede gefunden wurden. So wussten die Faschingsknaller genau, was der Hammerschmiede noch fehlt: ein Guggenmoseum. Sie versprachen zudem, Udos Einsamkeit zu lindern und nicht zu ruhen, bis sie auch seine Frau ausgegraben hätten. Die Kaufbeurer Landsknechtstrommler wiederum hatten Mitleid mit den Pforzenern, die seit Monaten den Udo-Trubel ertragen. Sie versprachen: „Wir decken den Udo wieder zu, dann hat Pforzen seine Ruh.“

Andere wollten sich Udo jedoch keinesfalls wegnehmen lassen, weder von Faschingszünften noch von Bürgermeistern: „In Pforzen wurd der Mensch geschaffen, in Kaufbeuren leben heut noch Affen“, sinnierte eine Gruppe und sandte somit einen Gruß an Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, der jüngst die Frage stellte, ob Udo nicht vielleicht Kaufbeurer gewesen sei. Ebenfalls mit einem gewissen Neid schielte wohl die Ingolonia aus Ingenried Richtung Hammerschmiede – die Närrischen haben sich „In Ingenried wird auch gegraben, bis wir ihn gefunden haben“ zum Motto auserkoren. Der Ingenrieder Udo würde – logisch – Ingo heißen.

Doch nicht nur Udo war vertreten. Ein riesiges Kreuzfahrtschiff hatte die Gruppe Graf dabei. Die gute Zusprache von Greta Thunberg, die vorne auf dem Traktor mitfuhr, konnte das Schiff nicht stoppen. Auch per Boot da: Noah und seine Arche, die sich über Umwege nach Pforzen eingeschifft haben. Sein Boot hätten sich wohl auch die Festfreunde Pforzen gewünscht. Sie hatten ihren eigenen Swimmingpool mitgebracht, in dem sie sich (mehr oder weniger synchron) durch den Umzug paddelten. Für den richtigen Beat sorgten unter anderem die Musikvereine aus Pforzen, Ingenried und Rieden sowie Jeromes Jukebox.

Zuschauerin Helga Wolf hat einen klaren Favoriten unter den Gruppen: „Die Kindergarde – da sind unsere Enkel mitgelaufen.“ Auch Lukas (3) muss nicht lange überlegen, was er am besten fand: „Die Süßigkeiten und die Traktoren!“

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