Fußball

Wirbel um Spieler-Wechsel im Fußball-Amateurbereich: Das sagen Ostallgäuer Klubs

Sportplätze wegen Coronavirus gesperrt

Im BIld: Sportplatz TSV Kottern, Fußballplatz, Kunstrasenplatz

Die Fußballplätze bleiben vorerst noch leer (Symbolfoto). Doch wie sich die Vereine für die noch ausstehenden Spiele personell aufstellen dürfen, darüber wird derzeit heftig diskutiert.

Bild: Matthias Becker

Die Fußballplätze bleiben vorerst noch leer (Symbolfoto). Doch wie sich die Vereine für die noch ausstehenden Spiele personell aufstellen dürfen, darüber wird derzeit heftig diskutiert.

Bild: Matthias Becker

Im Amateurbereich soll es im Juli und August nur dann Wechsel geben, wenn der abgebende Verein zustimmt. Was sagen Ostallgäuer Klubs zu dem Vorschlag?

10.06.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat einen Plan entwickelt, wie das Wechselfenster im Sommer bei den Amateuren aussehen soll. Demnach sollen die Modalitäten des sonstigen Winter-Transferfensters gelten. Heißt: Das bedeutet, dass der abgebende Verein dem wechselwilligen Spieler/der wechselwilligen Spielerin grundsätzlich die Freigabe erteilen muss. Andernfalls droht eine sechs Monate lange Sperre. Bei den Vereinen in der Region stößt dieser Vorschlag noch auf unterschiedliche Reaktionen.

"Idee ist wenig durchdacht"

Joachim Dewein hält die Idee für wenig durchdacht. „Das ist eine Lösung, um die grundsätzliche Situation zu beschönigen. Für die Vereine aber wird sie zu einem Problem.“ Es ist kein Geheimnis, dass der Coach des Landesligisten SpVgg Kaufbeuren für einen Saisonabbruch und gegen die geplante Fortsetzung der Saison 19/20 im September ist. Dewein erklärt, dass Vertragsamateure, deren Kontrakt Ende Juni ausläuft, grundsätzlich frei wählen könnten, wo sie danach spielen. Durch den BFV-Vorschlag wären sie in dieser Wahl nicht mehr frei, weil sie eben noch die Zustimmung ihres bisherigen Klubs brauchen würden.

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Zwar sei die angestrebte Lösung auch für sein Team eine Möglichkeit, sich für den Saisonschlussspurt nochmals personell zu verstärken, eben aber kein Weg, um die noch ausstehenden Spiele so fair wie möglich über die Bühne zu bringen. Zudem kritisierte Dewein, dass es weiterhin keine Lösung gäbe, wie die Lage bei Jugendspielern ist, die im Sommer eigentlich in die erste Mannschaft rutschen würden.

Marco Schmitt, Trainer vom SV Stöttwang aus der Bezirksliga findet, „das passt“. Sein Team werde von den Möglichkeiten eines Wechselfensters aber wohl keinen Gebrauch machen. „Wir spielen die Saison mit unserer bisherigen Mannschaft zu Ende.“

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Christian Groß, Fußballchef beim Kreisligisten FC Blonhofen, weiß derweil noch nicht, was er vom Vorschlag halten soll. Auch vereinsintern sei man bei der Bewertung noch auf „keinen grünen Zweig“ gekommen. Die Lage sei ganz schwer, nicht zuletzt auch, weil schließlich noch keiner mit Gewissheit sagen könne, ob im September wirklich gespielt werde. Sollte ein Blonhofener Spieler aber einen Wechselwunsch haben, solle er auf den Vorstand zu kommen, „dann werden wir kurzfristig reagieren“, sagte Groß.

"Eher sinnvolle Regelung"

Christian Geiger, Abteilungsleiter vom SV Pforzen aus der Kreisklasse, sieht wie bei Vielem sowohl Vor- als auch Nachteile, erachtet die geplante Regelung aber eher als sinnvoll. Er appelliert dabei vor allem an die Kommunikation unter den Vereinen. „Wir sind mit unserem Kader sehr zufrieden und unser Kader hoffentlich auch mit dem SV Pforzen“, sagt Geiger. Sollte aber doch jemand wechseln wollen, sei es nicht sinnvoll, ihm über ein Veto Steine in den Weg zu legen. Geiger suche dann offene Gespräche mit dem Spieler und dessen künftigem Verein. Seitens des SV Pforzen sei zudem aktuell nicht geplant, die Mannschaft in diesem Sommer personell zu verändern.

Veto als Sicherheit

Als sinnvoll erachtet auch ASV-Hirschzell-Trainer Thomas Spannenberger die Wechselfrist. „Wir spielen bei uns in der A-Klasse, da werde ich keinem Spieler Steine in den Weg legen, wenn er woanders hin möchte. Die Veto-Möglichkeit ist aber zugleich eine Sicherheit für die Vereine“, sagte Spannenberger, der aber auch zu bedenken gab, dass die Situation in Klubs, die höherklassig spielen, eventuell anders bewertet würde.