Oh wie süß!

Diese niedlichen Welpen retten später einmal Leben

Wenn er groß ist, wird der 13 Wochen alte Coffyn Rettungshund beim Bayerischen Roten Kreuz im Oberallgäu.

Wenn er groß ist, wird der 13 Wochen alte Coffyn Rettungshund beim Bayerischen Roten Kreuz im Oberallgäu.

Bild: Michelle Aus dem Bruch

Wenn er groß ist, wird der 13 Wochen alte Coffyn Rettungshund beim Bayerischen Roten Kreuz im Oberallgäu.

Bild: Michelle Aus dem Bruch

Die Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes Oberallgäu hat Nachwuchs bekommen. Gerade werden drei süße Welpen auf ihre späteren Einsätze vorbereitet.
13.03.2021 | Stand: 10:02 Uhr

Los, los, los! Komm schon, ich will spielen! Mein Frauchen hält mich an der Leine fest, obwohl dieser Mann da mein Spielzeug geklaut hat und weggerannt ist. "Hey! Gib mein Spielzeug zurück", rufe ich. Ich ziehe an der Leine, doch mein Frauchen lässt nicht locker. Doch. Endlich. Sie lässt los. Ich renne los zu dem Mann, der mein Spielzeug hat. Bei ihm angekommen, schnappe ich schnell danach und zerre so fest ich kann. Das macht ganz schön Spaß. Endlich lässt der Mann locker. War ja klar, dass ich stärker bin. Triumphierend renne ich mit meinem Spielzeug im Maul zurück zu meinem Frauchen und zeige ihr, was ich erbeutet habe.

Welpentraining bei der Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes

Ich bin Coffyn, 13 Wochen alt und Teil der Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes Oberallgäu. Ich und meine Freunde Balu und Pablo werden gerade in Waltenhofen ausgebildet. Wenn wir groß sind, dürfen wir mit auf Einsätze sowie Menschen in Wäldern und unwegsamen Gelände oder unter Trümmerhäufen suchen. Im Video zeigen wir, wie unsere Ausbildung aussieht.

Labrador Pablo gehört zu Soffie Küchle, sie ist Ausbilderin der bei Rettungshundestaffel. Ihr Labrador-Eurasier-Mischling Pepe ist bereits in der Trümmer- und der Flächensuche im Einsatz. Schäferhund Balu gehört zu Einsatz- und Ausbildungshelfer Mark Hoffman. Coffyn ist der Hund von Patricia Gessenharter von der Bereitschaft Sonthofen.

Während die Hundeschulen geschlossen sind, darf das Welpentraining der Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes stattfinden. Dafür haben die Ehrenamtlichen eine Ausnahmegenehmigung bekommen. Sie dürfen unter Einhaltung strenger Corona-Regeln trainieren - nur draußen, in Kleingruppen und mindestens mit einer FFP2-Maske oder vergleichbarem Schutz.

Welpen lernen, "wie toll Menschen sind"

In der Grundausbildung müssen die Welpen "als allererstes lernen, wie toll Menschen sind", sagt Christoph Tiebel, Kreisfachdiensteiter Rettungshunde im Oberallgäu und Landesfachdienstleiter in Bayern. Denn die Hunde sehen später bei den Einsätzen nicht die Ernsthaftigkeit der Situation. Aus Hundesicht suchen sie nicht nach hilflosen Personen, sondern nach "ganz tollen Menschen, die immer ein ganz tolles Spielzeug haben und immer ganz tolle Sachen mit ihnen machen". Deshalb sieht auch das Welpentraining am Anfang eher nach Spiel und nicht nach Übung für den Ernstfall aus.

Einsatzgebiete der Rettungshunde beim Roten Kreuz

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Nach der Grundausbildung gibt es für die Welpen später verschiedene Einsatzgebiete. Wohin es Pablo, Balu und Coffyn nach der Ausbildung verschlägt, ist noch offen. Die meisten Hunde kommen in die Flächensuche, sagt Christoph Tiebel vom Bayerischen Roten Kreuz. Bis die Hunde mit zu richtigen Rettungsmissionen dürfen, dauert es noch eine Weile. Die Ausbildung zum Rettungshund geht zwei bis drei Jahre, sagt Christoph Tiebel.

Zu den Einsätzen im Allgäu geht die Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes Oberallgäu nicht alleine. Wenn Rettungshunde benötigt werden, werden neben dem Roten Kreuz auch die Johanniter, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Bundesverband Rettungshunde Lindau (BRH) gerufen. Im Ernstfall packen alle zusammen an.

Hundepatenschaften beim Roten Kreuz

Die Hundeführer des Roten Kreuzes sind deutschlandweit ehrenamtlich tätig. Ihnen gehören auch die Hunde. Anders als Diensthunde der Polizei werden die Rettungshunde ganz normal ins Familienleben eingebunden. Und das ist auch wichtig. Denn die Hunde müssen sehr sozial verträglich sein "und dürfen im Ernstfall nicht in den Angriffsmodus umschalten", sagt Christoph Tiebel.

Die Ehrenamtlichen kommen selbst für alle Kosten, wie Futter, Ausrüstung oder Tierarztkosten auf. Es gibt die Möglichkeit, die Rettungshundestaffel finanziell durch Hundepatenschaften zu unterstützen. Die Hundepaten bekommen eine Patenurkunde, regelmäßig Briefe und Fotos vom Patenhund mit Infos zu seinem Werdegang und jährliche Einladungen zu Patentreffen.

Mitmachen bei der Rettungshundestaffel

Die Hundeführer der Rettungshundestaffel sind alle ausgebildete Rettungskräfte des Bayerische Roten Kreuzes. "Wir sind in erster Linie Sanitäter. Wir haben eben ein spezielles Einsatzmittel dabei - das ist unser Hund", sagt Christoph Tiebel. Wer bei der Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes mitmachen will, muss daran Interesse haben und sehr viel Zeit mitbringen. "Das ist eine der größten Hürden." Die Rettungshundestaffel trainiert zweimal pro Woche, hinzu kommen die Einsätze, Sanitäts- und Blutspendedienste.

Mitglied kann jeder werden - allerdings erst nach Corona. "Einfach anrufen und wenn wir wieder Gäste aufnehmen können, laden wir Interessenten ein, bei uns reinzuschnuppern", sagt Tiebel.

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