Demo gegen Rassismus

"Black lives matter": Mehr als 200 Menschen protestieren in Kempten

Anti-Rassismus Demo in Kempten:

Bürger in Kempten demonstrieren gegen Rassismus.

Black lives matters. Tod von George Floyd in USA.

Rassismaus, Alltagsrassismus, latenter Rassismus.

In Kempten kamen nach Schätzungen der Polizei fast 250 Menschen zur Anti-Rassismus-Demo auf dem Hildegardplatz.

Bild: Matthias Becker

In Kempten kamen nach Schätzungen der Polizei fast 250 Menschen zur Anti-Rassismus-Demo auf dem Hildegardplatz.

Bild: Matthias Becker

Weit mehr als 200 Menschen demonstrieren am Freitag in Kempten gegen Rassismus. Unter dem Motto "black lives matter" kommen sie am Hildegardplatz zusammen.

12.06.2020 | Stand: 21:08 Uhr

50 Teilnehmer waren angemeldet, 120 Menschen hatten schließlich Platz im abgesperrten Demo-Bereich auf dem Hildegardplatz in Kempten. Nach Schätzungen der Polizei umringten ebenso viele den Bereich drumherum: Die Anti-Rassismus-Demo am frühen Freitagabend auf dem Hildegardplatz in Kempten lockte mehr Frauen und Männer, als die Veranstalter erwartet hatten. Das Motto: "black lives matter" - schwarze Leben zählen.

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Anti-Rassismus-Demo in Kempten: "Black lives matter" - Schwarze Leben zählen.

Junge Allgäuer, die ihr Leben lang unter Rassismus leiden, berichteten von ihren Erlebnissen. Da ist zum Beispiel der junge Allgäuer mit dunkler Hautfarbe, der, als er sein Rechtsreferendariat in einer Behörde antrat, gefragt wurde: "Was wollen Sie hier? Die Ausländerbehörde ist woanders." Da ist die Studentin, die im Bus aufgefordert wurde, das Erbrochene eines fremden Mannes wegzuwischen. Und da ist die 26-jährige Kemptenerin, die zuerst Angst hatte, bei der Demo zu sprechen, "weil ich sonst noch weiter beschimpft werde". Sie alle ernteten lauten Applaus von den Demonstranten und den Umstehenden.

Abstände eingehalten

Die aufgrund der Corona-Pandemie nötigen Abstände wurden eingehalten, die Demo verlief friedlich, bilanzierte der Kemptener Polizeichef Marcus Hörmann. 

>> Lesen Sie dazu: "Sieht aus wie im Krieg:" So erleben zwei Allgäuerinnen die Rassismus-Massenproteste in den USA <<

Auch die Gruppe Seebrücke trat bei der Demo auf. Sie will Kempten zum "sicheren Hafen" für Geflüchtete machen und warb um die Stimmen der Stadträte, die am kommenden Donnerstag über den entsprechenden Antrag der SPD abstimmen werden.

"Zeigt Zivilcourage"

Organisiert hatte die Demo die 27-jährige Sophia Wirth mit Unterstützung einiger weiterer junger Kemptener. Ihr liegt besonders ein Appell am Herzen: "Alle Menschen, die Rassismus mitbekommen, steht auf und zeigt Zivilcourage."