Kein Einzelfall

Corona: Gefälschte Masken-Atteste in Kempten - das sagt die Polizei

Wer in der Kemptener Innenstadt keine Maske trägt, braucht ein ärztliches Attest. Immer öfter werden der Polizei gefälschte Dokumente vorgelegt.

Wer in der Kemptener Innenstadt keine Maske trägt, braucht ein ärztliches Attest. Immer öfter werden der Polizei gefälschte Dokumente vorgelegt.

Bild: Mohssen Assanimoghaddam, dpa (Symbolbild)

Wer in der Kemptener Innenstadt keine Maske trägt, braucht ein ärztliches Attest. Immer öfter werden der Polizei gefälschte Dokumente vorgelegt.

Bild: Mohssen Assanimoghaddam, dpa (Symbolbild)

Maskenpflicht in Kempten: Im November gab es elf Fälle gefälschter Atteste - deutlich mehr als im Oktober. Die Polizei mahnt: Das ist strafbar.
18.11.2020 | Stand: 09:00 Uhr

Ohne Maske, dafür mit gefälschtem Attest aus dem Internet: So sind immer wieder Menschen in der Region Kempten unterwegs. Im November stellte die Polizei in Kempten und im nördlichen Oberallgäu bereits elf solcher Fälle fest, im gesamten Oktober waren es drei Fälle.

So etwa am vergangenen Samstagmittag. Beamte kontrollierten wie berichtet in der Kronenstraße einen 51-Jährigen, der keine Maske trug, obwohl das im Innenstadtbereich vorgeschrieben ist. Den Polizisten sagte der Mann, er sei von der Maskenpflicht befreit. Das Attest, das er vorlegte, stellte sich jedoch als Fälschung heraus: Es handelte sich um ein im Internet heruntergeladenes Blanko-Attest eines Arztes aus Hamburg, sagt Polizeisprecher Holger Stabik.

Ohne Corona-Maske unterwegs, das Mundschutz-Attest ist gefälscht

Den im Attest samt Adresse aufgeführten Arzt gebe es tatsächlich. Er sei der Polizei dort bereits bekannt, allerdings hätten bislang keine Anzeigen vorgelegen. „Er wird nun von uns angezeigt“, sagt Stabik. Ermittelt wird wegen „Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse“, ohne den Betroffenen untersucht zu haben. Bis zu zwei Jahre Haft drohen dem Arzt. Auch Urkundenfälschung könnte vorliegen.

Blanko-Attest hat strafrechtliche Konsequenzen

Der 51-Jährige, der in Kempten das Blanko-Attest des Hamburger Arztes vorgelegt hatte, muss sich ebenfalls strafrechtlich verantworten. Am Dienstag wurde er nochmals vernommen. Ihm drohen eine Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Freiheitsentzug wegen des Gebrauchs von unrichtigen Gesundheitszeugnissen. Ein Ermittlungsverfahren ist eingeleitet, sagt Stabik.

Stadt Kempten über die Disziplin bei der Maskenpflicht: Die meisten sind vorbildlich

Wie hoch der Anteil falscher Atteste ist, kann Stabik nicht sagen: Kontrollen ohne Beanstandungen dürften nicht erfasst werden. Andreas Weber, Pressesprecher der Stadt Kempten, sagte jedoch wie berichtet: „Die meisten Bürger halten sich vorbildlich an die Vorgaben.“ Wo Mund-Nasen-Schutz-Pflicht gilt, erkennen Bürger an den Schildern, die dafür im Stadtgebiet aufgestellt sind. Zusätzlich kann man sich über einen QR-Code, der auf den Schildern abgedruckt ist, über Gebiete mit Maskenpflicht informieren.