Neuer Spielplan

Corona zwingt das Kemptener Theater zum Umplanen

548 Plätze fasst das Kemptener Stadttheater. Doch angesichts der aktuell geltenden coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln dürfen maximal 200 Sitzplätze belegt werden.

548 Plätze fasst das Kemptener Stadttheater. Doch angesichts der aktuell geltenden coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln dürfen maximal 200 Sitzplätze belegt werden.

Bild: Matthias Becker

548 Plätze fasst das Kemptener Stadttheater. Doch angesichts der aktuell geltenden coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln dürfen maximal 200 Sitzplätze belegt werden.

Bild: Matthias Becker

Direktorin Silvia Armbruster muss wegen der Hygieneregeln den Spielplan massiv umkrempeln. Gespielt wird nur im Großen Haus. Einige Stücke fallen sogar ganz aus.

21.08.2020 | Stand: 18:28 Uhr

Die neue Spielzeit am Theater in Kempten (TiK) beginnt Mitte September, doch sie wird anders aussehen als geplant. Die anhaltende Corona-Pandemie zwingt Direktorin Silvia Armbruster und ihr Team zu teils massiven Umplanungen: Stücke wurden ganz gestrichen oder ins Jahr 2021 verlegt, alle Aufführungen finden nun grundsätzlich im Großen Haus statt und einige sogar zweimal hintereinander.

Seinen neuen „Corona-Spielplan“ hat das Theater anhand der aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregeln vorerst bis Ende Dezember festgezurrt. „Die Veranstaltungen im Theater dürfen maximal 80 Minuten dauern und werden ohne Pausen über die Bühne gehen“, sagt Nicole Schönmetzer, Leiterin der Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Nur ein Spielort: Die Theaterwerkstatt und der kleine Stadttheater-Saal (Theater-Oben) bleiben geschlossen. Die Veranstaltungen finden mit einer Ausnahme im Großen Haus des Stadttheaters mit maximal 200 Zuschauern statt. Der „Kempten Messe- und Veranstaltungsbetrieb“ hat dafür ein Hygienekonzept erarbeitet, teilt Schönmetzer mit. Generell gehe es um die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern. Nach den aktuell geltenden Regelungen können Gruppen bis zu zehn Personen zusammensitzen. Jede zweite Reihe muss frei bleiben. „Wir werden für jede einzelne Veranstaltung einen eigenen Sitzplan erstellen“, sagt Schönmetzer. Ein Sonderfall ist das Stück „Indien“, das im Oktober und November im Gasthof Zum Hirsch in Krugzell gespielt wird (maximal 100 Besuchern).

Uraufführung Sebald-Stück: Die mit Spannung erwartete Uraufführung des Sebald-Stücks „Die Ausgewanderten“ findet am 19. November statt. Alle weiteren Aufführungen gibt es an den Folgetagen (bis 25. November). Das war nicht geplant, ist aber Corona geschuldet, wie Schönmetzer erklärt. Alle Schauspieler leben zusammen in einer Wohngemeinschaft und werden regelmäßig auf Corona getestet. Um den Aufwand möglichst gering zu halten, wurden die Aufführungstermine hintereinandergesetzt.

Neues Weihnachtsmärchen: Das TiK hat ein neues Weihnachtsmärchen angesetzt: Im Kinderstück „Ox und Esel“ spielen Sebastian Strehler und Christian Kaiser; Regie führt Jennifer Sittler, Tochter von Walter Sittler (Premiere am 12. Dezember, auch am 20. Dezember). Die geplanten Stücke „Der Räuber Hotzenplotz“ und „An der Arche um Acht“ fallen aus.

Absagen und Verschiebungen: Die aktuell geltenden Hygiene-Vorschriften können bei einigen Inszenierungen und Konzerten nicht eingehalten werden. Abgesagt wurden deshalb der Meisterkonzert-Auftakt mit der Philharmonie Kiew (16. November) sowie das Silvesterkonzert mit den Smetana Philharmonikern Prag. Auf 2021/22 verschoben wurden die Stücke „Kind.Erbe.Reich“, „Heinrich von Kempten“, „Die Tür mit den sieben Schlössern“ und „Kassandra“ sowie das Konzert „Jan Plewka singt Rio Reiser“.

Doppelkonzerte: Teilweise wird es an einem Abend Doppelkonzerte (18 und 20 Uhr) geben, so bei Pianistin Ragna Schirmer (8. Dezember), den Wellküren (26. November) und Rainer von Vielen (10. April).

Kein freier Verkauf: Aufgrund hoher Abonnentenzahlen – 200 bei den Meisterkonzerten, 200 bei „Abo Lach“ und 160 bei „Abo Schau“ – wurden einige Veranstaltungen noch nicht in den freien Verkauf gegeben. Die Abonnenten füllen die derzeit mögliche Kapazität des Stadttheaters. Betroffen sind „MK3-9“, „Cum-Ex Papers“, „Nachwehen“, „Klasse Klasse“, „Gaia Gaudi“, „Kernölamazonen“ und „Mummenschanz“.

Neue Termine: Einige Stück mussten wegen der neuen Belegung des Großen Hauses verlegt werden, unter anderem: Chopin und seine Frauen (8. und 9. November), Traumjobs – Im Bann der Mafia (statt 14. November nun 30. Oktober), Cordoba – Das Rückspiel (neue Termine: 26., 27., 31. Dezember). Für „Indien“ im Hirsch in Krugzell gibt es Zusatztermine (15., 17., 18., 31. Oktober, 1. November).

Freier Verkauf: Für diese Veranstaltungen gibt es Karten: Meisterkonzert 2 mit Ragna Schirmer (18 Uhr), No Planet B, Indien, Sarah Lesch, Die Wellküren, Rainer von Vielen vertont Nosferatu, Die Ausgewanderten, Die Geierwally, Die Jüdin und der Kardinal, Cordoba – Das Rückspiel, Chopin und seine Frauen, Traumjobs – Im Bann der Mafia, Denn alle Lust will Ewigkeit, Ox und Esel, Nussknacker und Mäusekönig, Die kleine Schusselhexe sowie Rico, Oskar und das Herzgebreche.

Noch nicht im Verkauf: Weil die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie nicht absehbar ist, sind einige Veranstaltungen noch nicht im Verkauf. Im Webshop können sich Interessierte aber auf eine Warteliste eintragen. Betroffen sind unter anderem Nicht Maria Stuart, Arizona, Der Sturm, Der Herr Karl und das Bürgertheater Chantecler.

Karten: Tickets und Infos gibt es noch bis 29. August an der Stadttheater-Kasse (Dienstag bis Freitag 12 bis 18 Uhr sowie Samstag 11 bis 14 Uhr); Info-Telefon: 0831/870 23 23 (Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr).

Internet: www.theaterinkempten.de