Diskussion

Das sagen Kemptener Hundehalter zur Idee einer Gassi-Verordnung

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) schwebt vor, dass Frauchen und Herrchen eine Stunde am Tag mit ihrem Hund Gassi gehen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) schwebt vor, dass Frauchen und Herrchen eine Stunde am Tag mit ihrem Hund Gassi gehen.

Bild: Matthias Becker

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) schwebt vor, dass Frauchen und Herrchen eine Stunde am Tag mit ihrem Hund Gassi gehen.

Bild: Matthias Becker

Was Hundehalter in Kempten von der Idee der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner halten. Wir haben uns auf einer Gassi-Runde umgehört.

20.08.2020 | Stand: 05:30 Uhr

Eine neue Hundeverordnung, die Frauchen und Herrchen vorschreibt, mindestens eine Stunde am Tag mit ihrem Vierbeiner Gassi zu gehen? Das schwebt zumindest Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der CDU vor. Wir haben uns am Mittwoch auf einer Gassi-Runde am Bachtelweiher umgehört, was Hundehalter von der Idee halten.

Mops Krümel ist täglich bis zu vier Stunden draußen

Julia Röhrich und Patrick Damm fänden eine solche Verordnung gut. „Es gibt leider viele Leute, die ihren Hund in der Wohnung halten und nicht ausreichend mit ihm Gassi gehen“, sind die beiden überzeugt. Mit ihrem Mops Krümel sind sie täglich zwischen zwei und vier Stunden draußen.

Umfrage: Hundehalter
Roland Halm mit seiner Husky-Mischlingsdame Kuma.
Bild: Matthias Becker

Auch Roland Halmbegrüßt so eine Verordnung grundsätzlich. „Doch wer soll das denn kontrollieren?“, zweifelt der Kemptener an der Umsetzung. Wer sich einen Hund anschaffen will, der müsse sich vorher im Klaren sein, dass dieser viel Zeit benötige. Mit seinem Husky-Mischling Kuma ist Roland Halm täglich drei Stunden draußen aktiv, auch in den Bergen ist der Hund mit dabei.

Umfrage: Hundehalter
Elena und Christina Alt (rechts) mit Bolonka-Zwetna-Rüde Jamie.
Bild: Matthias Becker

„Geht es um das Wohl des Hundes“, findet auch Christina Alt die Idee nicht schlecht. Doch das Verpflichtende findet auch sie in der Umsetzung schwierig. Familienhund Jamie hat damit eh kein Problem. Ist er nicht im Garten, drehen Familienmitglieder mittags und abends eine größere Runde mit ihm. „Hunde müssen sich auspowern, damit sie ausgeglichen sind“, sagt Elena Alt dazu.

Gespräch auf das Problem lenken

Als „etwas schräg“ bezeichnet dagegen Irene Kruscheeine derartige Verordnung. Aber sie hält es für wichtig, dass das Gespräch auf das Problem gelenkt wird. „Vielleicht hilft es ja, einigen Hundebesitzern ins Gewissen zu reden.“ Wichtig findet sie, dass ein Hund prinzipiell viel Auslauf bekommt. So wie ihre Dackeldame Daisy, die „die Abwechslung und das Schnüffeln braucht“.