Bildung

Digitalisiert Corona die Schulen?

Über 100 iPads haben Zweite Konrektorin Manuela Holzer und Schulleiter Wolfgang Kern für die Maria-Ward-Schule geliefert bekommen. Damit sollen im nächsten Schuljahr Schüler, die daheim keinen Zugriff auf Geräte haben, unterstützt werden. Träger der Schule ist das Schulwerk der Diözese Augsburg.

Über 100 iPads haben Zweite Konrektorin Manuela Holzer und Schulleiter Wolfgang Kern für die Maria-Ward-Schule geliefert bekommen. Damit sollen im nächsten Schuljahr Schüler, die daheim keinen Zugriff auf Geräte haben, unterstützt werden. Träger der Schule ist das Schulwerk der Diözese Augsburg.

Bild: Ralf Lienert

Über 100 iPads haben Zweite Konrektorin Manuela Holzer und Schulleiter Wolfgang Kern für die Maria-Ward-Schule geliefert bekommen. Damit sollen im nächsten Schuljahr Schüler, die daheim keinen Zugriff auf Geräte haben, unterstützt werden. Träger der Schule ist das Schulwerk der Diözese Augsburg.

Bild: Ralf Lienert

Die Pandemie hat den Unterricht in die virtuelle Welt verlagert. Lehrer tauschen ihre Erfahrungen aus. In Kempten entsteht bald ein eigenes Sachgebiet
30.07.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Die Digitalisierung der Schulen ist eine große Herausforderung – das hat nicht zuletzt auch die Corona-Pandemie gezeigt. Innerhalb kürzester Zeit mussten Lehrkräfte, Schüler und Eltern sich auf die neue Situation einstellen. In diesen Tagen beschäftigen sich auch viele Kommunalpolitiker wieder mit dem Thema Digitalisierung. Es geht um Fördergeld, technische Ausrüstung und Fachpersonal.

Erfahrungen sollen ausgetauscht werden

Manuela Holzer, zweite Konrektorin der Maria-Ward-Schule Kempten, erinnert sich noch gut an die Tage vor den Schulschließungen: Innerhalb kürzester Zeit habe man den Unterricht ins Internet verlagert, Lehrer und Schüler geschult. „Die Kollegen haben sich sehr schnell eingerichtet“, sagt Holzer. Jede Lehrkraft habe über eine entsprechende Software, die Video- und Chatfunktionen bereit hält, mit den Schülern Kontakt aufgenommen. Diese Erfahrungen sollen auch weiterhin genutzt werden, falls eine zweite Welle kommt und deshalb die Schulen wieder geschlossen werden sollen. Jetzt kamen auch über 100 iPads bei der Schule an – die Geräte sollen im kommenden Schuljahr an Schüler verliehen werden, die daheim keinen oder nur beschränkten Zugriff haben. Die Lieferung ist Teil des Förderprogramms „Digitalpakt Schule“ – der Bund will die Digitalisierung der Schulen mit 778 Millionen Euro vorantreiben.

Kürzlich besuchte auch Helmut Schüßel – Systembetreuer und Lehrer am Carl-von-Linde-Gymnasium (Cvl) – die Maria-Ward-Schule. Zuvor hat er auch schon die Realschule Immenstadt besucht. Das Cvl will im kommenden Schuljahr ebenfalls zusätzlich mit dieser Software arbeiten: „Die Schulen scheinen, gute Erfahrung gemacht zu haben.“ Das Cvl erwartet in den kommenden Wochen ebenfalls 45 iPads. Grundsätzlich sei die Schule gut ausgestattet, sagt Schüßel. Er wünsche sich von der Stadt einen festen Ansprechpartner, der die Schulen bei technischen Fragen unterstützt: „Es kommen ja auch immer mehr technische Geräte an die Schulen.“

Wie die technische Ausrüstung an Schulen organisiert und verwaltet wird, beschäftigt auch die Kemptener FDP. Sie forderte die Stadt kürzlich dazu auf, einen Zweckverband „Schule Digital“ gemeinsam mit dem Landkreis Oberallgäu zu gründen. Hintergrund sei, dass von dem „Digitalpakt Schule“ in Bayern bisher nur sieben Millionen Euro abgerufen wurden. Ein Zweckverband, so der Antrag, soll Lehrer entlasten und beispielsweise den Einkauf technischer Geräte bündeln. Corona habe gezeigt, dass die Schulen bei der Digitalisierung hinterherhinken. Kemptens Sozialreferent Thomas Baier-Regnery stellt ein solches Konstrukt in Frage: Ein Zweckverband würde bedeuten, dass sich die Stadt mit dem Landkreis abstimmen müsste.

Neues Sachgebiet am 1. August

„Aus der Sicht der Stadt arbeiten wir mit Hochdruck daran, unsere Schulen schnellstmöglich auf einen sehr guten Stand zu bringen“, teilt Baier-Regnery mit. In diesem Zusammenhang verweist er auf das neue Sachgebiet „Digitale Bildung“, das im Referat für Jugend, Schule und Soziales am 1. August geschaffen wird. Außerdem verweist Baier-Regnery auf die kommende Stadtratssitzung. Denn neben dem „Digitalpakt Schule“ gebe es noch weitere Förderprogramme, die von Bedeutung seien – etwa das Budget für das digitale Klassenzimmer. Der Stadtrat werde über die Vergabe von über 600 000 Euro entscheiden. „Erst werden die anderen Programme genutzt, die kurzfristiger angelegt sind. Die Mittel aus dem Digit