NS-Vergangenheit

Entscheidung steht: Knussertstraße in Kempten wird umbenannt

Die Knussertstraße in Kempten wird umbenannt. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen. Grund sind Erkenntnisse über die NS-Vergangenheit des Namensgebers.

Die Knussertstraße in Kempten wird umbenannt. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen. Grund sind Erkenntnisse über die NS-Vergangenheit des Namensgebers.

Bild: Ralf Lienert

Die Knussertstraße in Kempten wird umbenannt. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen. Grund sind Erkenntnisse über die NS-Vergangenheit des Namensgebers.

Bild: Ralf Lienert

Nazi-Vergangenheit wog für den Stadtrat zu schwer. Anwohner wollten den Namen ihrer Straße behalten.
31.07.2020 | Stand: 10:15 Uhr

Die Knussertstraße wird umbenannt: Der Kemptener Stadtrat entschied dies gestern nach drei Stunden leidenschaftlich geführter Diskussion mit 29:10 Stimmen. Offen bleibt allerdings, wie die Straße künftig heißen wird. Die Anwohner hatten sich mit einer Unterschriftenaktion für den Erhalt des Namens eingesetzt.

>>Hier lesen Sie die Argumente unserer Autoren: Soll die Knussertstraße umbenannt werden?<<

In einem Vortrag erläuterte Dr. Martina Steber vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IFZ) die Rolle des Pädagogen und Historikers Dr. Richard Knussert in der NS-Zeit. Er war von 1936 bis 1940 Referent für Kulturfragen in Schwaben.

>>Wer war eigentlich Richard Knussert?<<

Knussert organisierte NS-Propaganda-Veranstaltungen

Dazu gehörten Organisation und Programmgestaltung von Kulturveranstaltungen wie der Schwäbischen Gaukulturwoche, die sich der Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda verschrieben hatte.

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Knussert war Schriftleiter der Zeitschrift Schwabenland, die sich der Heimatkunde widmete und nationalsozialistische Regionalkultur propagierte. Nach dem Krieg erforschte er die römischen Straßen in Schwaben, Tirol, Salzburg und Vorarlberg.