Wann kommt es weg?

Gammel-Auto am Straßenrand: Warum die Entsorgung dauert

Das alte Auto einfach auf der Straße abgestellt: Weil der Besitzer zwar ausfindig gemacht wurde, aber nicht erreichbar ist, wird jetzt die Gemeinde aktiv.

Das alte Auto einfach auf der Straße abgestellt: Weil der Besitzer zwar ausfindig gemacht wurde, aber nicht erreichbar ist, wird jetzt die Gemeinde aktiv.

Bild: Diemand

Das alte Auto einfach auf der Straße abgestellt: Weil der Besitzer zwar ausfindig gemacht wurde, aber nicht erreichbar ist, wird jetzt die Gemeinde aktiv.

Bild: Diemand

Wer sein Fahrzeug auf öffentlicher Fläche entsorgt, erhält eine Frist. Dann wird die Verwaltung tätig. Warum das in Weidach dauert.
11.09.2020 | Stand: 19:12 Uhr

Wenn ein Fahrzeug ohne Nummernschild am Straßenrand steht, macht sich darüber lange Zeit niemand Gedanken. Wenn das Auto über Wochen oder gar Monate hinweg nicht bewegt wird, werden meist Anwohner aktiv. Sie informieren in der Regel die Polizei, die wiederum zurecht auf die Stadt oder Gemeinde verweist. Dort kümmern sich dann die zuständigen Behörden um solche Fahrzeuge. Nach einer bestimmten Frist werden diese entsorgt, wenn der Besitzer nicht reagiert oder nicht ausfindig gemacht wird. Oder, wie im Fall eines Schrottautos in Weidach, der Halter Steuern und Versicherungen bezahlt, sein Fahrzeug dennoch am Straßenrand stehen lässt – und nicht erreichbar ist.

Seit zweieinhalb Jahren ist laut einem Anwohner ein Auto ohne Nummernschild ein Ärgernis in der Werner-von-Siemens-Straße in Weidach. Die Polizei habe damals und bei einer erneuten Mitteilung auf das Ordnungsamt der zuständigen Gemeinde Durach verwiesen. Dort kennt Ordnungsamtschef Michael Bühler den Fall. Seiner Darstellung nach hat man nichts unternehmen können, weil Steuern und Versicherungen beglichen wurden. Man habe den Halter mit der Polizei ermittelt, aber nicht erreicht, um ihm die entsprechenden Fristen zur Abholung mitzuteilen. Doch mittlerweile sei das Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig. Die Reifen haben Luft verloren, die Sorge von Anwohnern, dass Öl auslaufe, ist groß. „Wir werden aktiv, das Fahrzeug kommt weg“, verspricht Bühler.

Weit entfernt von einer TÜV-Abnahme

Wie wird grundsätzlich verfahren, wenn ein solches Auto einer Kommune gemeldet wird? In Kempten sei das das immer wieder der Fall, sagt Volker Reichle. Etwa fünf derartige Autos hat der Leiter des Umweltamts 2019 entsorgen lassen. Reichles Behörde ist aber nicht für jedes abgestellte Fahrzeug zuständig. Das Umweltamt wird erst aktiv, wenn es sich um Schrottautos handelt. Also Fahrzeuge, um die mittlerweile Blumen wachsen, deren Fenster eingeworfen sind, die keine Räder mehr haben, aus denen Öl ausläuft. Autos eben, die weit davon entfernt sind, jemals wieder TÜV zu bekommen.

Auf ein solches Auto klebt das Umweltamt einen roten Punkt – mit der Aufforderung, das Fahrzeug binnen einen Monats zu entfernen. Geschieht das nicht, werde das Vehikel entsorgt. Zuvor jedoch versucht die Behörde, über Nummernschild oder Fahrgestellnummer den Halter ausfindig zu machen. Werde dieser gefunden und lasse sein Schrottauto auf öffentlichem Grund weiter vergammeln, begehe er eine Ordnungswidrigkeit. Ein Bußgeld von einigen hundert Euro sei die Folge.

Abschleppkosten trägt der Halter

Deutlich teurer wird es, wenn jemand sein Fahrzeug abmeldet und auf öffentlichen Flächen abstellt. In Kempten ist dann das Amt für Tiefbau und Verkehr zuständig. Dort nimmt Gabriele Seling den Fall in die Hand und lässt auf besagtes Fahrzeug einen gelben Punkt kleben. Darauf werde eine Frist von vier Wochen angegeben und der Besitzer aufgefordert, bis dahin das Auto zu entfernen. Tut er das nicht, bekomme er schriftlich nochmals eine Frist gesetzt. Hält er auch die nicht ein, wird abgeschleppt. Auf Kosten des Autohalters.

Was jetzt in Weidach nach langer Zeit der Fall sein soll. Auch in Lindenberg im Westallgäu gab es vor Kurzem einen ähnlichen Fall.