Dorfentwicklung

Heiligkreuz: Die im Frühjahr gefassten Pläne sind nicht umsetzbar

Die Bürger des Kemptener Stadtteils Heiligkreuz wünschen sich schon lange einen Dorfmittelpunkt, der die Gemeinschaft fördert.

Die Bürger des Kemptener Stadtteils Heiligkreuz wünschen sich schon lange einen Dorfmittelpunkt, der die Gemeinschaft fördert.

Bild: Ralf Lienert

Die Bürger des Kemptener Stadtteils Heiligkreuz wünschen sich schon lange einen Dorfmittelpunkt, der die Gemeinschaft fördert.

Bild: Ralf Lienert

Wegen gescheiterter Grundstücksverhandlungen steckt das im März vorgestellte Konzept in einer Sackgasse. Die Stadt Kempten arbeitet bereits an einer Alternative.
17.10.2020 | Stand: 15:00 Uhr

„Ich muss leider erläutern, dass wir mit dem Konzept, das wir im Frühjahr vorgestellt haben, nicht weiterkommen“, sagte Thomas Baier-Regnery, Sozialreferent der Stadt, während der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Wie berichtet, hatte die Stadt im März den Heiligkreuzern präsentiert, wie rund um die Kirche ein Dorfplatz, eine neue Schule, Kindertagesstätte und Sporthalle entstehen könnten. Doch bei den Verhandlungen um ein dafür wichtiges Grundstück habe man sich mit dem privaten Eigentümer nicht einigen können.

Baier-Regnery betonte jedoch, dass man von dem Konzept nicht abweichen wolle, sondern in absehbarer Zeit eine Alternative präsentieren werde. Details nannte er nicht. Nur so viel: Sie werde den Ansprüchen gerecht und sei genauso gut wie das bisherige Konzept. Die Schule sei weiterhin zweizügig, die Sporthalle mit einem Bühnen-Anbau vorgesehen. Deshalb werde das benötigte Geld trotzdem im Haushalt 2021 eingeplant. Gut 23 Millionen Euro soll die Dorfentwicklung kosten: 4,7 Millionen Euro für die Sanierung der alten Schule und den Umbau zur Kita, 14 Millionen Euro für den Neubau der Grundschule und 4,5 Millionen Euro für den Neubau der Sporthalle.

Die Schule in Heiligkreuz soll saniert und zur Kindertagesstätte umgebaut werden.
Die Schule in Heiligkreuz soll saniert und zur Kindertagesstätte umgebaut werden.
Bild: Christoph Kölle (Archiv)

Brief an Oberbürgermeister Kiechle

„Wir können es nur begrüßen, wenn bald etwas Neues vorgestellt wird“, sagt Wolfgang Meyer-Müller, Vorsitzender des Vereins Kulturhaus Heiligkreuz. „Und wir würden uns freuen, wenn wir einbezogen würden.“ Meyer-Müller betont, dass die Dorfgemeinschaft grundsätzlich voll hinter dem Konzept aus Schule, Kita, Dorfplatz und Sporthalle stehe. Er kritisiert aber nach wie vor die Kommunikation mit der Stadt. Natürlich wisse er von dem Grundstücksproblem. Darüber hinaus aber sei ihm nichts bekannt. Erst am Wochenende habe der Verein Oberbürgermeister Thomas Kiechle einen Brief mit der Frage nach dem aktuellen Stand geschickt.

„Es gibt viele offene Fragen“, sagt Meyer-Müller. Vor allem hinsichtlich der Nutzung der Sporthalle und Schulmensa. Im März habe die Stadt gesagt, dass Schule und Vereine das unter sich klären müssten. Der Kulturhaus-Vorsitzende betont aber: „Wir wollen das zusammen machen.“ Und das schließt die Stadt mit ein. „Zusammen kann man etwas Besonderes schaffen, deshalb brauchen wir einen Arbeitskreis.“ Auch diese Anregung hat Meyer-Müller schon öfter vorgebracht.

Stadt rechnet fest mit den Kitaplätzen

Unterdessen drängt aus seiner Sicht die Zeit. Derzeit entstünden in unmittelbarer Nähe die Wohnbaugebiete Hinterbach und Halde-Nord. Deren künftige Bewohner seien auch Kinder, die eine Schule oder eine Kita besuchen müssen. Tatsächlich ist die Dorfentwicklung nicht nur im Haushaltsplan, sondern auch bei der Planung der Kitaplätze berücksichtigt. Weil die Kita St. Hildegard in Heiligkreuz nun von zwei auf fünf Gruppen ausgebaut wird, stellt die Stadt dafür einen Neubau am Schwabelsberger Weg zurück. Baier-Regnery erklärt, dass die Kita im Zusammenspiel mit der stadtneuen Schule und der Kita St. Martin in der Memminger Straße den Kemptener Norden abdecken soll.