Waltenhofen im Oberallgäu

Kita: Wie viel Platz brauchen Kinder und Erzieher?

Draußen spielen ist für Kindergarten-Kinder wichtig. Reichen die geplanten Freiflächen am Neubau in Hegge aus?

Draußen spielen ist für Kindergarten-Kinder wichtig. Reichen die geplanten Freiflächen am Neubau in Hegge aus?

Bild: Monika Skolimowska/dpa (Symbolfoto)

Draußen spielen ist für Kindergarten-Kinder wichtig. Reichen die geplanten Freiflächen am Neubau in Hegge aus?

Bild: Monika Skolimowska/dpa (Symbolfoto)

Die Gemeinde diskutiert über die Freiflächen für die Kleinen am geplanten Kita-Neubau in Hegge. Im Kernort ist dagegen die Größe eines Rückzugsraums strittig.

27.07.2020 | Stand: 07:26 Uhr

Jüngst beschäftigten die Kindertagesstätten in Waltenhofen sowohl den Gemeinderat als auch den Bauausschuss. Die Kita in Hegge soll neu gebaut werden. Deshalb stellte Planer Lukas Ferstl während der Ratssitzung die Raumaufteilung vor. Kritik hagelte es vor allem für den Außenbereich: zu klein. In der Einrichtung im Kernort fehlt dagegen ein Pausenraum für das Personal. Der soll aber so wenig wie möglich kosten.

185 Kinder werden, aufgeteilt auf zehn Gruppen, in der Kita in Hegge betreut werden. Das Gebäude könne in Holzbauweise errichtet werden, sagte Ferstl. Barrierefrei soll es sein und mit einem Aufzug ausgestattet. 3750 Quadratmeter groß ist die Nutzfläche. Der Planer ging grob auf die Gruppen- und Ruheräume ein, auf Bewegungsräume, einen Abstellraum für Kinderwagen und die 48 Stellplätze für das Personal und die Eltern, die ihre Kinder bringen und auch wieder abholen.

Zu viele Parkplätze

Stefan Sommer (CSU) vermisste die Fläche für den Allgemeinbedarf. „Ist der jetzt nicht mehr zu diskutieren?“ Bürgermeister Eckhard Harscher erklärte, dass das vorgesehene Mehrzweckspielfeld und die Laufbahn vom Tisch seien. Grund sei, dass der Sportplatz im Ort weiterhin zur Verfügung stehe und nicht, wie gedacht, bebaut wird.

„Dennoch sind die Freiflächen für die Kinder nicht gerade luftig bemessen“, sagte Sonja Kehr (Grüne). Harscher entgegnete, dass die Vorgaben eingehalten werden, selbst wenn die Sportflächen noch eingeplant wären. Kehr verwies auf die Parkflächen, die viel Platz bekommen würden. „Es sollten für die Kinder mehr Freiflächen zur Verfügung stehen als für die Autos.“

Alfons Stöberl (CSU) störte sich ebenfalls an den fehlenden Sportflächen: „Jetzt ist genau das eingetreten, was viele befürchtet haben, jetzt stinkt’s mir.“

Architekt gesucht

Bauamtsleiter Klaus Häger erklärte, dass vieles noch zu diskutieren sei. Zunächst gehe es darum, über ein sogenanntes Teilnahmeverfahren einen Architekten für die Vorplanung zu finden. Die EU-weite Ausschreibung laufe bereits. Drei Bewerber würden ausgewählt, die eine erste Idee entwerfen und eine grobe Kostenschätzung abgeben.

Auch im Kindergarten Waltenhofen mangelt es an Platz – in erster Linie aber nicht für die Kinder. Es fehlt ein Rückzugsraum für die Erzieherinnen. Deshalb waren die Mitglieder des Bauausschusses kürzlich vor Ort, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Die Frage während der anschließenden Sitzung lautete: Wie kann der Kindergarten erweitert werden, um das Problem zu lösen? Die Ideen reichten dabei von einem einfachen Gartenhaus über einen Anbau bis hin zu einem Tiny House – einem kleinen Holzhaus auf Rädern.

"Pausenraum ist wichtig"

Häger erläuterte, dass die Leitung des Kindergartens bereits im Mai einen Antrag gestellt hatte. Eine bauliche Erweiterung in Richtung Süden würde nach Schätzungen eines Architekten bis zu eine Million Euro kosten, berichtete Häger. Eine Möglichkeit mit Charme wäre ein Tiny House. „Das kann dann auch mobil eingesetzt werden, wenn es mal an einer anderen Stelle eng wird“, sagte Häger. Die Kosten würden sich auf etwa 60 000 Euro summieren. Er tendiere eher zu einem Gartenhaus oder einem Bauwagen. Der Pausenraum sei wichtig, allein schon deshalb, weil der Gesetzgeber diesen verlange: „15 Personen arbeiten dort mehr als sechs Stunden.“ Deshalb stehe ihnen eine 30-minütige Pause zu.

Sonja Kehr sieht grundsätzlich den Bedarf für einen Rückzugsort, ein Tiny House sei aber „überdimensioniert“. Hans-Peter Rauch (CSU) wies darauf hin, dass selbst 20 000 Euro kein Pappenstiel seien und sprach sich für ein „besseres Gartenhaus“ aus.

Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass der Kindergarten in den vergangenen Jahren gewachsen und deshalb auch mehr Personal notwendig sei. Der Ausschuss beschloss einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, einen „externen Pausenraum“ für die Kita Waltenhofen – bis maximal 20 000 Euro – zu bauen.