Kempten

Thomas Rathgeber zieht es heim

Fußball Der Profi aus Kempten hat die Wanderschaft beendet. Nach dem Ende des Vertrags in Ulm steht er wohl vor der Rückkehr ins Allgäu. Wo er künftig spielen will, verrät er noch nicht
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Von Jürgen Lutz
31.05.2019 | Stand: 15:55 Uhr

14 Jahre war Thomas Rathgeber (34) als Profi unterwegs in Deutschland. Den größten Erfolg feierte er gleich bei seinem ersten Verein. Mit dem VfL Bochum – dorthin wechselte er Anfang 2007 vom FC Kempten – stieg er in die Bundesliga auf. Weiter ging sein Trip zur SpVgg Unterhaching (bis 2010), Kickers Offenbach (bis 2013), 1. FC Saarbrücken (2014) und FC Schalke 04 II (bis 2016). Dann schloss sich der erste Kreis für Rathgeber und er kehrte zum SSV Ulm 1846 zurück, für den er auch schon in der A-Jugend-Bundesliga gespielt hatte.

Zum Ende der Saison läuft sein Vertrag dort aus und Rathgeber überlegt, wohin ihn seine dann wohl letzte Station führt. Denn aufhören will er mit 34 nicht. Er sagt: „Die vergangenen drei Jahre waren anstrengend mit Arbeit, Familie und Regionalliga-Fußball. Aber ich denke, dass es weitergeht.“

Könnte gut sein, dass sich für Rathgeber ein weiterer Kreis schließt – wenn er zum Landesligisten FC Kempten zurückgeht, wo er 2006 ausgezogen ist. Dort herrscht nach dem Weggang von Routiniers derzeit noch ein gewisser Mangel an Führungskräften. Kann aber ebenso sein, dass Rathgeber den Weg zum Regionalligisten FC Memmingen findet. Dort steht kommende Runde sein ehemaliger Trainer beim FCK, Uwe Wegmann, an der Linie. Der hatte Rathgeber damals an den VfL Bochum vermittelt, wo Wegmann selbst lange unter Vertrag stand.

In Ulm wurde Rathgeber gebührend verabschiedet. Im Finale um den württembergischen Pokal gegen den TSV Essingen bekam er noch ein paar Einsatzminuten, durfte zum Abschied den Pott stemmen, um dann mit Mitspielern, die den Verein ebenso verlassen, eine Ehrenrunde zu laufen.

Rathgeber ist in der Zeit, in der er als Profi unterwegs war, der Heimat im Allgäu verbunden geblieben. „Ich habe den Fußball hier immer mitverfolgt“, sagt er. Darüber hinaus wohnt er seit einigen Jahren mit seiner Frau und den zwei Töchtern in Lauben.

In Ulm wurde vor einem Jahr auf Profi-Fußball umgestellt. Rathgeber hat in den vergangenen drei Jahren an der Donau seine berufliche Existenz aufgebaut. Den Job wird er nicht aufgeben. Die sportlichen Ambitionen des Vereins verbunden mit seinem anstrengenden Job, dafür reicht es bei Rathgeber nicht mehr. Der gebürtige Kemptener, der beim SV Heiligkreuz mit dem Kicken begann, sagt: „Der Trainer setzt auf junge, laufstarke Spieler. Da kann ich nicht mehr mithalten.“

In der letzten Saison bei den Ulmer Spatzen „hätte ich mir etwas mehr Spielzeit erhofft“, sagt Rathgeber. Unzufrieden werde er Ulm aber definitiv nicht verlassen. „Im Alter sieht man vieles ruhiger“, sagt der 34-Jährige. Der Gewinn des Pokals ist für ihn der Schlusspunkt einer erfolgreichen Zeit an der Donau. Rathgeber: „Ein überragendes Gefühl und ein super Abschluss für mich persönlich. Besser kann man es sich nicht wünschen.“

Rückblickend auf seine 14 Jahre als Profi sagt Rathgeber. „Die Zeit ist schnell vergangen.“ Hätte ihn eine schwere Verletzung (Knorpelschaden) vor acht Jahren nicht ein knappes Jahr zurückgeworfen, hätte es auch mehr werden können. Jetzt zieht es ihn im Spätherbst seiner Karriere aller Wahrscheinlichkeit nach zu den Wurzeln ins Allgäu zurück. „Vieles ist möglich“, sagt er vielsagend. Verraten wolle er aber noch nicht, mit wem er sich auseinandergesetzt hat und wie intensiv die Gespräche bislang verlaufen sind. „Ich fahre jetzt in den Urlaub und danach werde ich es gemeinsam mit der Familie entscheiden.“