Klaus Knoll im Porträt

Vom "Saunawirt" zum Politiker: Das ist Kemptens zweiter Bürgermeister

Klaus Knoll

Klaus Knoll in seinem neuen Amtszimmer: Der Freie-Wähler-Stadtrat ist Kemptens zweiter Bürgermeister.

Bild: Martina Diemand

Klaus Knoll in seinem neuen Amtszimmer: Der Freie-Wähler-Stadtrat ist Kemptens zweiter Bürgermeister.

Bild: Martina Diemand

Klaus Knoll ist Kemptens neuer zweiter Bürgermeister. Der 52-Jährige sieht sich als Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung - und hat einen Lieblingsort.

12.06.2020 | Stand: 07:05 Uhr

Wegziehen aus Kempten? Das kam und kommt für Klaus Knoll nicht infrage. Er ist begeistert von der Stadt, in der er geboren und aufgewachsen ist. In der er seit 52 Jahren lebt – unterbrochen lediglich von einem Jahr USA. Und in der er nun den Posten des zweiten Bürgermeisters übernommen hat. „Es ist eine Ehre für mich, dass ich dafür vorgeschlagen wurde“, sagt der Freie-Wähler-Stadtrat.

Dass ihn das neue Gremium wählt, war vor dessen ersten Stadtrats-Sitzung nicht sicher. Die CSU schickte die bisherige zweite Bürgermeisterin Sibylle Knott als Gegenkandidatin ins Rennen. Die parteilose Stadträtin hatte kurz zuvor die Fraktion gewechselt: von den Freien Wählern zur CSU. Knoll setzte sich am Ende mit 25 zu 17 Stimmen durch.

Er vertritt Oberbürgermeister Thomas Kiechle

Somit repräsentiert er die Stadt in den kommenden sechs Jahren bei öffentlichen Terminen, vertritt Oberbürgermeister Thomas Kiechle, wenn dieser im Urlaub ist oder ausfällt. Mit diesem hat er übrigens mehr als die Heimatstadt gemeinsam. Die beiden Männer sind am gleichen Tag geboren. „Aber Thomas Kiechle ist zwei Stunden älter als ich“, sagt Knoll und grinst.

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Zehn Tage. So viel Zeit habe er gebraucht, bis er letztlich Ja sagte zur Bürgermeister-Kandidatur. Eigentlich wollte er weniger arbeiten. Das zumindest sei sein Plan gewesen, als der Wirt 2017 den „Meckatzer Bräu Engel“ verließ. 1995 hatte sich Knoll erstmals als Gastronom selbstständig gemacht: im damaligen „Drugstore“ in der Poststraße. Mittlerweile betreibt er als Angestellter das Restaurant „Hoigarta“ im Cambomare. Deswegen ist Knoll vielen Kemptenern als der „Saunawirt“ bekannt. Der will er auch bleiben – allerdings mit reduzierter Stundenanzahl.

Für die Freien Wähler im Rat

Seit der vergangenen Legislaturperiode sitzt Knoll für die Freien Wähler im Stadtrat. Die Arbeit in dem Gremium macht ihm „wahnsinnig viel Spaß“, sagt er. Das letztlich sei Motivation gewesen, für den Posten des zweiten Bürgermeisters zu kandidieren.

Interessante Aufgaben stünden bevor. Das Mobilitätskonzept sei verabschiedet. „Nun ist es wichtig, die Sachen umzusetzen“, sagt Knoll. Als Beispiele nennt er unter anderem die Beruhigung der Kronenstraße, einen autofreien Rathausplatz sowie bessere Radwege.

Knoll versteht sich als „Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung“. Einige Kemptener hätten ihm ihre Anliegen bereits in der Sprechstunde, die er montags anbietet, vorgetragen. Er dreht zudem Runden durch die Verwaltung, um die Mitarbeiter persönlich kennenzulernen.

Warum er die Stiftsstadt liebt

Sein Lieblingsort in Kempten ist die Stiftsstadt. Dort steht auch das Haus von ihm und seiner Frau, in dessen Garten er gerne werkelt und wo er sich an den Blumen erfreut. Ansonsten steigt der Kemptener gern aufs Rad oder kartelt mit einer Schafkopf-Runde.

Der typische Kemptener: Offen und lebenslustig

Wie er den typischen Kemptener beschreibt? Bevor er die Frage beantwortet, denkt Klaus Knoll eine Zeit lang nach. Dann lächelt er und sagt: „Nach außen wirkt er oft wie ein sturer Allgäuer. Ich betrachte den typischen Kemptener aber als offenen und lebenslustigen Menschen.“