Sudhaus

Sudhaus Speiden: Hier stehen die Kössels am Kessel - Seit 30 Jahren gibt es das "Maria Hilfer Vollbier"

Die Familie Kössel betreibt das Sudhaus in Speiden samt Kössel-Brauerei. Das Foto zeigt (mittlere Reihe): Das Ehepaar Anton und Kaharina Kössel mit ihren vier Kindern. Hintere Reihe von links: Philipp und Tobias, (vorne links) Julian und Gloria.

Die Familie Kössel betreibt das Sudhaus in Speiden samt Kössel-Brauerei. Das Foto zeigt (mittlere Reihe): Das Ehepaar Anton und Kaharina Kössel mit ihren vier Kindern. Hintere Reihe von links: Philipp und Tobias, (vorne links) Julian und Gloria.

Bild: Markus Linder

Die Familie Kössel betreibt das Sudhaus in Speiden samt Kössel-Brauerei. Das Foto zeigt (mittlere Reihe): Das Ehepaar Anton und Kaharina Kössel mit ihren vier Kindern. Hintere Reihe von links: Philipp und Tobias, (vorne links) Julian und Gloria.

Bild: Markus Linder

Das Sudhaus in Speiden ist im Ostallgäu ein beliebtes Ausflugsziel. Mit dem "Maria Hilfer Vollbier" begann vor 30 Jahren eine unerwartete Erfolgsgeschichte.
27.03.2022 | Stand: 10:14 Uhr

Im Sudhaus neben der Wallfahrtskirche Maria Hilf in Speiden fließt das Bier doppelt. Während die Gäste an den urigen Tischen gemütlich ihre Gläser leeren, köchelt bereits die Würze für künftigen Gerstensaft in den beiden kupferfarbenen Sudkesseln im Eingangsbereich der Gaststube.

Das Nebeneinander von Gastronomie und Produktion gehört zu den Besonderheiten der wohl größten Privatbrauerei im Ostallgäu, die an Wochenenden bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Nicht nur bei Einheimischen hat die Brauerei der Familie Kössel ihre Anhänger. „Wir hatten schon Urlauber da, die ihren kompletten VW-Bus mit Bierkisten befüllt haben, damit der Vorrat bis zum nächsten Besucht reicht“, erzählt Sudhaus-Chef Anton Kössel, 57, schmunzelnd.

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Der Diplom-Braumeister hat das damals leer stehende Sudhaus vor 30 Jahren mit seiner Frau Katharina, 53, übernommen und dort sein erstes eigenes Bier gebraut: Das „Maria Hilfer Vollbier“, bernsteinfarbene Optik, mild-malziger Geschmack, ist bis heute das meistverkaufte Getränk der Kössel Brauerei. „So ein Bier zu entwickeln – angesiedelt zwischen Hellem ud Dunklem –, war schon in meiner Lehrzeit mein Ziel. Das hat es nirgends im Umkreis gegeben“ , verrät Kössel.

Heute umfasst die Produktpalette der Brauerei über 15 Biere, vom Weizen über den dunklen Doppelbock bis hin zur „Schwarzen Madonna“, einem Stout-Bier mit irischen Einflüssen. 6.000 Hektoliter (600.000 Liter) verkaufen die Kössels im Schnitt pro Jahr. Ihre markanten Bügelflaschen gibt es im eigenen Bierladen, in einigen Allgäuer Kneipen und Gaststätten sowie in ausgewählten Getränkemärkten in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Sudhaus Speiden: Anton Kössel (rechts) und sein Philipp vor dem Sudkessel im Maria Hilfer Sudhaus in Speiden (Gemeinde Eisenberg im Ostallgäu).
Sudhaus Speiden: Anton Kössel (rechts) und sein Philipp vor dem Sudkessel im Maria Hilfer Sudhaus in Speiden (Gemeinde Eisenberg im Ostallgäu).

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Mit dieser Entwicklung hatte wohl niemand gerechnet, als der damalige „Bären-Wirt“ Adolf Kössel die leer stehende Brauerei 1986 kaufte und 1991 an seinen Sohn Anton übergab. Zu jener Zeit verschwanden in Bayern zahlreiche Privatbrauereien. „Viele Leute haben sich gefragt, wie lange wir wohl durchhalten“, erinnert sich Anton Kössel.

Maria-Hilfer Vollbier: Bier der Kössel-Brauerei aus Speiden kam von Anfang an gut an

Doch dann kam die Eröffnung am 27. September 1992, einem sonnigen Herbsttag, der alle Zweifel ausräumte. „Wir wurden buchstäblich überrannt. Es war der Wahnsinn.“ 20 Hektoliter, also 2000 Liter Bier, floss durstige Kehlen hinunter.

Nach diesem Auftakt brauchte die Kössel-Brauerei sich ums Marketing keine Sorge mehr zu machen. Als günstig erwies sich die Lage neben der beliebten Wallfahrtskirche Maria Hilf, in der Nähe der Staatstraße 2008 sowie der Bahnhaltestelle Weizern-Hopferau. „Wer ein Bier zu viel getrunken hat, kommt mit dem Zug trotzdem sicher heim. Das hat sich schnell herumgesprochen“, erzählt der Sudhaus-Chef.

Mittlerweile steht die nächste Generation bereits in den Startlöchern. Philipp (29), der älteste von vier Geschwistern, ist als Diplom-Braumeister bereits für die Produktion zuständig. Seine Brüder Julian, 27, und Tobias, 22, haben ebenfalls den Brauer-Beruf erlernt. Ihre Schwester Gloria, 23, studiert Pharmazie und bedient in den Semesterferien in Gastronomie und Laden. Die Jungen sorgen für neuen Schwung. Der „Meistersud“ trägt Philipps Handschrift. „Mentha“, ein Getränk mit Allgäuer Minze, wurde von Julian entwickelt. Gemeinsam getüftelt wird derzeit an einem alkoholfreien Bier. „Das wünschen sich viele und das wollen in Sudhaus-Qualität anbieten“, sagt Anton Kössel.

Öffnungszeiten Sudhaus Speiden:

Mittwoch - Samstag: 14:00 bis 22:00 Uhr

Sonntag: 12:00 bis 20:00 Uhr

Vom 6.4.2022 bis 24.4.2022 ist das Sudhaus Speiden geschlossen

(Alle Anhaben ohne Gewähr)

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