Naturschutz-Großprojekt

Allgäuer Moorallianz: An die zehn Millionen Euro für die Moore

OAL Attlesee

Moorlandschaften prägen das Allgäuer Voralpenland. Sie bieten seltenen Tieren und Pflanzen eine Heimat und binden enorme Mengen des Klimagases CO2. Zugleich sind sie – wie hier der Attlesee – zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel für Naturliebhaber.

Bild: Vitalis Held

Moorlandschaften prägen das Allgäuer Voralpenland. Sie bieten seltenen Tieren und Pflanzen eine Heimat und binden enorme Mengen des Klimagases CO2. Zugleich sind sie – wie hier der Attlesee – zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel für Naturliebhaber.

Bild: Vitalis Held

Das bekannte Großprojekt Allgäuer Moorallianz geht in die nächste Runde. Bund und Land verlängern die Kooperation und stecken viel Geld in den Landkreis.
20.12.2021 | Stand: 16:37 Uhr

Das Projekt Allgäuer Moorallianz kann seine Arbeit für die Allgäuer Moore fortsetzen. Die Förderbehörden von Bund und Land haben jüngst eine Vrlängerung bis Ende 2030 befürwortet und stellten für die nächsten Jahre einen Betrag von 9,4 Millionen Euro in Aussicht. Entsprechend „riesig“ war die Freude beim Landrätin Maria Rita Zinnecker.

"Riesen Freude" über die Verlängerung bei der Ostallgäuer Landrätin

Die Allgäuer Moorallianz arbeitet seit dem Jahr 2009 und war bislang bis 2022 befristet. Sie beschreibt die Verlängerung in einer Pressemitteilung als eine „elementar wichtige Investition in den Klima- und Artenschutz in unserer Region“. Zinnecker ist die Zweckverbandsvorsitzende der Allgäuer Moorallianz.

„Die Moorallianz ist ein absolutes Erfolgsprojekt, das bundesweit beachtet und geschätzt wird. Sie hat in den vergangenen zwölf Jahren enorm wichtige Arbeit geleistet, indem sie zahlreiche Allgäuer Moore renaturiert und so den Kohlenstoff- und Wasserspeicher Moor in vielen Bereichen der Region wiederbelebt hat,“ sagt Zinnecker.

Das Wiedervernässen der Allgäuer Hoochmoore bleibt ein Schwerpunkt

Die Renaturierung (Wiedervernässung) von Hochmooren werde Schwerpunkt bei den Maßnahmen bleiben, so Zinnecker weiter. Vorkommen besonderer, gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sollen durch entsprechende Pflegemaßnahmen gesichert werden. Auch Moorwälder und die offene Streuwiesenlandschaft im Randbereich der Moore sollen Gegenstand des Projektes bleiben.

Im Grundsatz sollen laut Projektleiter Dr. Ulrich Weiland bis 2030 Moorschutz-Maßnahmen in denjenigen Schwerpunktgebieten umgesetzt werden, die sich aus bisherigen Aktivitäten ergeben hätten. Hierbei liege der Fokus einerseits auf einer sinnvollen Abrundung von Flächenankäufen. Andererseits sollen Aktivitäten auf Flächen in öffentlichem Eigentum stattfinden, wofür beispielsweise mit Staatsforsten, Wasserwirtschaftsamt, Gemeinden und Verbänden bereits eine Kooperation ins Auge gefasst wurde.

Die Landkreis Ost- und Oberallgäu hatten schon im Sommer eine Verlängerung beschlossen

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Für die Projektverlängerung stellen der Bund mit 75 Prozent und der Freistaat Bayern mit 15 Prozent Förderanteil ab 2022 einen Ausgabebetrag von 9,4 Millionen Euro in Aussicht. Die beiden beteiligten Landkreise Ober- und Ostallgäu hatten schon im Juli 2021 die Kofinanzierung des zehnprozentigen Eigenanteils per Beschluss in den Kreistagsgremien gesichert. Bis dato wurden in den beiden Landkreisen rund 270 Hektar Moorflächen angekauft, davon 161 Hektar im Ostallgäu und 109 Hektar im Oberallgäu.

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